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Enjoy Jazz

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Datei:Ornette-Coleman-2008-Heidelberg-schindelbeck.jpg
Ornette Coleman beim Enjoy Jazz 2008

Enjoy Jazz ist ein jährlich über den Zeitraum von sechs Wochen im Oktober und November veranstaltetes internationales Jazz-Festival, das in den Städten der Rhein-Neckar-Region Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen am Rhein stattfindet.

Geschichte

Das Festival entstand 1999 nach einer Idee von Festivalleiter Rainer Kern. Es war zunächst eine Veranstaltungsreihe des Karlstorbahnhofs Heidelberg und vergrößerte sich in den folgenden Jahren, gemessen sowohl an der Zahl der Veranstaltungen, der zeitlichen Länge als auch an der Zahl der Veranstaltungsorte. Im zweiten Jahr expandierte das Festival nach Mannheim; seit 2002 sind Spielstätten in Ludwigshafen am Rhein ebenfalls fester Bestandteil.

Während 1999 der Spielplan ganze 15 Konzerte umfasste, waren es 2007 bereits mehr als 60 Veranstaltungen. Insgesamt wird das Festival jährlich von über 20.000 Gästen besucht.

Idee

Das Konzept des Festivals wurde von Beginn an mit der richtungsweisenden Idee gestaltet, Musiker nicht nur zu präsentieren, sondern immer auch zeitaktuelle Entwicklungen zu begleiten. Das Festival setzt daher auf einen ausgewogenen Mix aus Jazz-Größen und jungen Ausnahmetalenten. Dem Zusatz „internationales Festival für Jazz und Anderes“ folgend, werden dabei immer auch Bands gebucht, deren musikalisches Werk über die schwierig zu definierenden Grenzen des Jazz hinausgeht, und die sich innerhalb der angrenzenden Genres wie Klassik, Pop, Rock, Hip-Hop, Elektro und Ambient bewegen. In den ersten neunzehn Ausgaben spielten unter anderem Till Brönner, Ornette Coleman, Jack DeJohnette, Richard Galliano, Jan Garbarek, Charlie Haden, Herbie Hancock, Roy Hargrove, Lee Konitz, Nils Landgren, Joe Lovano, Brad Mehldau, Nils Petter Molvær, David Murray, Joshua Redman, Dianne Reeves, Heinz Sauer & Michael Wollny, John Scofield, Archie Shepp, Wayne Shorter, Esbjörn Svensson Trio, Erik Truffaz und McCoy Tyner. Auch die folgenden Künstler, die eher dem Hip-Hop oder der Electronica zugeordnet werden, spielten: Phillippe Cohan Solal, DJ Grazzhoppa’s DJ Bigband, Guru, DJ Jazzy Jeff, Kinderzimmer Productions, Lychee Lassi, St. Germain, Kyoto Jazz Massive, Nightmares on Wax und Tosca.

Neben internationalen Jazzgrößen sind auch deutsche Musiker sowie regionale Größen Teil des Programms. Der Ludwigshafener Schlagzeuger Erwin Ditzner hat seit einigen Jahren eine Carte Blanche und spielt seitdem jedes Jahr ein Konzert mit unterschiedlichen Größen, so z. B. Aki Takase, Marilyn Crispell und Nils Wogram.

Die Mannheimer Saxophonistin, Alexandra Lehmler hatte auch bei einigen Festival Ausgaben Konzerte, in denen sie zumeist neue Formation präsentiert hat. Dabei waren unter anderem Musiker wie<ref>Bayerischer Rundfunk: ARD Radiofestival 2024. Jazz | BR-Klassik. 20. September 2024, abgerufen am 3. März 2026.</ref> Magic malik, Jan Bang, Vincent Courtois, Patrice Heral, Franck Tortiller und Isabel Sörling zu hören.<ref>Enjoy Jazz. 28th Festival for Jazz and More - 2 Oct - 7 Nov 2026. In: Enjoy Jazz. Abgerufen am 29. Januar 2026.</ref>

Das 2005 während des Festivals aufgezeichnete und später unter dem Namen Sound Grammar veröffentlichte Album von Ornette Coleman erlangte eine Grammy-Nominierung und erhielt den Pulitzer-Preis für Musik.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung stellte 2007 fest, dass „nicht New York, Montreux oder Den Haag […] das umfangreichste Jazzfestival weltweit [bieten], sondern Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen.“<ref>Jahresberichte: Jahresbericht 2016. manfred-lautenschlaeger-stiftung.de, 2016, abgerufen am 26. November 2024.</ref>

Die französische Zeitung Le Monde schrieb 2009 nach einem Festivalbesuch, Enjoy Jazz sei „ein Festival, das in Europa seinesgleichen sucht“.<ref>„Der Jazz ist eine Zwischensumme des Menschseins“. mannheimer-morgen.de, 2. Oktober 2024, abgerufen am 26. November 2024.</ref>

Eine besondere Würdigung erfuhr Enjoy Jazz 2017 durch einen Bericht im amerikanischen Fachblatt Down Beat. Besonders wurde hierbei das „mit gutem Geschmack zusammengestellte“ Festivalprogramm und der Auftritt von Erwin Ditzners Carte Blanche am 23. Oktober 2017 in der Alten Feuerwache Mannheim gelobt.<ref>Germany’s Enjoy Jazz Festival Demonstrates Broad Reach. In: downbeat.com. Down Beat, 30. November 2017, abgerufen am 12. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2023 schreibt das Jazzwise Magazin aus London ausführlich über das Festival und lobt die Vielfalt des Festivals.<ref>Jazzwise: Jazzwise Enjoy Jazz. Abgerufen im Jahr 2023.</ref>

Finanzierung

Das Festival wird nur zu einem kleinen Teil aus öffentlichen Geldern finanziert. Das Budget, das 2007 bei etwa 700.000 Euro lag, setzt sich vor allem aus Sponsorengeldern zusammen. In den ersten Jahren fungierte der Softwareentwickler SAP als Hauptgeldgeber. Als diese ihr Engagement im Corporate-Social-Responsibility-Bereich 2005 aufs Sportliche verlegten, übernahm SAS Deutschland – ebenfalls eine Softwarehersteller mit Deutschland-Sitz in Heidelberg – die Hauptförderung bis 2024. Seit dem Jahr 2024 ist der Hauptsponsor des Festivals der Mannheimer Pharmakonzern Phoenix.<ref>Das 26. Festival Enjoy Jazz bringt vier Wochen lang internationalen Spitzenjazz in die Region - Jazz. 16. Juli 2024, abgerufen am 20. August 2024.</ref> Daneben wird Enjoy Jazz seit mehreren Jahren durch den in Ludwigshafen ansässigen Chemie-Riesen BASF unterstützt, in dessen firmeneigenen Veranstaltungshäusern ebenfalls Konzerte des Festivals stattfinden.

Enjoy Jazz ist Mitglied im Europe Jazz Network und das Partnerfestival von Nancy Jazz Pulsations.

Spielstätten

Hauptspielstätten des Festivals Enjoy Jazz sind in Heidelberg der Karlstorbahnhof, in Mannheim die Alte Feuerwache sowie in Ludwigshafen das Feierabendhaus der BASF.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />