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Possendorf (Bannewitz)

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Possendorf
Gemeinde Bannewitz
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2170)&title=Possendorf 50° 58′ N, 13° 43′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2170) 50° 57′ 58″ N, 13° 42′ 46″ O
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Höhe: 294 (292–331) m
Fläche: 4,26 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Possendorf, Gemeinde Bannewitz. In: GEOindex. Abgerufen im März 2026.</ref>
Einwohner: ca. 2170 (15. Mai 2022) HW<ref name="EZ2022">Possendorf: Ortsteil von Bannewitz. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im April 2026.</ref>
Bevölkerungsdichte: 510 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Postleitzahl: 01728
Vorwahl: 035206
Datei:Locator map Possendorf in Bannewitz.svg
Karte
Lage von Possendorf in Bannewitz
Datei:Kirche Possendorf 3.JPG
Kirche Possendorf
Datei:Possendorf Windmühle.JPG
Windmühle Possendorf

Possendorf ein Ortsteil und Verwaltungssitz der sächsischen Gemeinde Bannewitz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Ortsteil bildet zusammen mit den Ortsteilen Börnchen und Wilmsdorf die Ortschaft Possendorf nach der Sächsischen Gemeindeordnung. Diese hat gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 2,35 MBkB) § 14. In: Webauftritt. Gemeinde Bannewitz, abgerufen im April 2026.</ref>

Geografie

Der Ort liegt südlich des Hauptortes. Im Ort treffen sich die Staatsstraße 36 und die Bundesstraße 170.

Geschichte

Allgemein

Die sorbische Ortsgründung wird erstmals urkundlich im Jahr 1286 als Bosetendorf erwähnt.<ref name="1982_Fischer">S. Fischer: Chronik – Gemeinde Possendorf. 1982.</ref> Das Straßendorf und der Bezirk des Rittergutes entwickelten sich zu einem großen Siedlungsgebiet.

Nach 1850 kam der Steinkohlebergbau nach Possendorf und der Ort wurde zu einer Arbeiterwohnsitzgemeinde.

Das Rittergut Possendorf, das seit dem 15. Jahrhundert erwähnt wird, gehört zur Herrschaft Rabenau. Es befand sich gegenüber der Kirche auf dem heutigen Parkplatz zur Festwiese, zu welchem eine Gutsfläche von 119,9 ha gehörte. 1945 wurde es enteignet und auf Befehl der SMAD abgetragen. 1569 gehört es zum Amt Dippoldiswalde, 1716 wird der Besitzer Carl Gottlob von Leubnitz, 1784 Christian Liebfried Richter erwähnt, welchen beiden auch das Freigut auf Obernaundorf gehörte. 1859 wird der Besitzer Hellmut Otto, 1868 Wilhelm Fehrmann und 1925 Werner Biermann genannt. Im Jahr 1691 ließ der Rittergutbesitzer von Possendorf und Kleincarsdorf die Windmühle von Possendorf errichten. Zum Rittergut gehörte das Schloss mit Schlossgarten und mehreren Nebengebäuden.

Der Bahnhof wurde 1908 errichtet, nachdem die Windbergbahn ihre Strecke vom ehemaligen Endbahnhof in Hänichen bis Possendorf auf einer Gesamtlänge von 1,1 Kilometern erweitern ließ. Am 9. November 1957 fuhr der letzte Zug auf der Eisenbahnstrecke nach Dresden zurück. Heute kann der Streckenlauf bewandert werden.

Die Kirche findet ihre erste Erwähnung im Jahr 1198. Der Kirchturm ist mit einer Höhe von 57 Metern der größte im ehemaligen Weißeritzkreis. Er wurde von 1584 bis 1838 errichtet. Die Uhr aus dem Jahr 1884 stammt aus Glashütte. Das Kircheninnere ist geschmückt mit Kreuzgewölben, der Orgel von 1881, den Logen und den farbigen Fenstern von 1896. 2010/11 wurde die Kirche grundlegend im Innenraum saniert. Dabei erhielt der Altarraum wieder ein drittes Fenster, das von dem Maler Christoph Wetzel gestaltet wurde.<ref>Kirche, Friedhöfe, Sühnekreuz Possendorf. In: bannewitz.de. Abgerufen am 23. September 2024.</ref>

Seit dem 1. Januar 1999 ist Possendorf der Verwaltungssitz von Bannewitz, als sich die damals selbstständigen Gemeinden zusammenschlossen.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohnerzahl Religion
katholisch evangelisch
1551<ref name="1982_Fischer" /> 166
1764<ref name="1982_Fischer" /> 312
1800<ref name="1982_Fischer" /> 400
1830<ref name="1982_Fischer" /> 575
1834<ref name="DHOS" /> 673 2
1860<ref name="1982_Fischer" /> 1080
1871<ref name="DHOS" /> 1180
1890<ref name="DHOS" /> 1360
1900<ref name="1982_Fischer" /> 1390
1910<ref name="DHOS" /> 1372
1925<ref name="DHOS" /> 1363 44 1271
1933<ref name="1982_Fischer" /> 1400
1939<ref name="DHOS" /> 2404
1946<ref name="DHOS" /> 2917
1950<ref name="DHOS" /> 2758
1964<ref name="DHOS" /> 2286
1970<ref name="1982_Fischer" /> 2286
1981<ref name="1982_Fischer" /> 2146
1990<ref name="DHOS" /> 1902
2011 1559
2012 1508

Gedenkstätten

Datei:Adolf Kalwac.jpg
Gedenkstein für Adolf Kalwac

Ein Gedenkstein am Marktsteig im Poisenwald erinnert an die öffentliche Hinrichtung des polnischen Zwangsarbeiters Adolf Kalwac am 12. August 1941 durch die Gestapo. Kalwac, der auf dem Hof des im Kriegseinsatz befindlichen Bauern Rudolf Berger arbeitete, wurde durch Denunziation eine intime Beziehung zu Bergers Ehefrau Ella vorgeworfen. Nach Verhören durch die Gestapo wurde Ella Berger ins KZ Ravensbrück gebracht, aus dem sie nach Kriegsende nicht zurückkehrte.<ref>Straßenlexikon Teil 18 – Adolf Kalwac (1919–1941). In: Bannewitzer Blick – Amts- und Mitteilungsblatt der Gemeinde Bannewitz. Nr. 11, 2014, S. 24 (Online [PDF; 3,1 MB]).</ref>

Sehenswürdigkeiten

  • die Kirche Possendorf mit dem hohen barocken Turm
  • die 1691 erbaute Holländer-Windmühle
  • der 1908 erbaute Endbahnhof von der ehemaligen Windbergbahn
  • der ehemalige Schlossgarten vom Rittergut

Sonstiges

Literatur

  • Richard Steche: Possendorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 68.

Weblinks

Commons: Possendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="DHOS"> Possendorf im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

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