Zum Inhalt springen

Alois Schnorr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 1. Mai 2026 um 05:03 Uhr durch imported>Berlin2019.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Alois Fidelis Schnorr (* 14. Februar 1896 in Mannheim; † 15. April 1962 in Karlsruhe) war ein deutscher Bankmanager und Politiker (BCSV, CDU).

Leben und Beruf

Alois Schnorr wurde 1896 als Sohn eines Bahnbeamten geboren und hatte drei Stiefgeschwister.<ref name="leo">Schnorr Alois Fidelis, leo-bw.de, abgerufen am 22. Februar 2014</ref> Schnorr besuchte ab 1902 in Mannheim die Volksschule und Handelsschule, bevor er bis 1915 eine kaufmännische Berufsausbildung abschloss. Es folgten Kriegs- und Militärdienst von 1915 bis 1919, wo Schnorr als Unteroffizier der Infanterie in Flandern und Galizien diente. Anschließend war Schnorr in Mannheim im Speditionsgewerbe und in der Industrie berufstätig.

Von 1923 bis 1938 war er Direktor der Volksbank in Staufen im Breisgau.<ref name="leo" /> Im Zuge der Novemberpogrome 1938 verließ er Staufen gemeinsam mit seiner jüdischen Frau Helene, die er 1922 geheiratet hatte, und zog zu seinem Bruder nach Todtmoos.<ref>Hans Christof Wagner: Vertrieben, weil er sich nicht beugen wollte. Badische Zeitung, 30. April 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Februar 2007; abgerufen am 22. Februar 2014.</ref> Anschließend arbeitete er freiberuflich als Bezirksvertreter für die Bausparkasse der Deutschen Volksbanken. 1944/45 leistete er als jüdisch Versippter<ref name="leo" /> Zwangsarbeit in Billroda. Schnorr kehrte bei Kriegsende in den Schwarzwald zurück und ließ sich erneut in Staufen nieder. Seit 1945 bis zu seinem Tod war er Direktor des Badischen Genossenschaftsverbandes.<ref name="leo" />

1955, zwei Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau, heiratete er nochmals.<ref name="leo"/>

Politik

Schnorr trat nach dem Zweiten Weltkrieg in die BCSV ein, aus der später der badische Landesverband der CDU hervorging. Er war 1945/46 Bürgermeister der Stadt Staufen und wurde 1947 als Abgeordneter in den Badischen Landtag gewählt, dem er bis 1952 angehörte. Vom 18. März bis zum 25. April 1952 amtierte er für fünf Wochen als letzter Finanzminister in der von Staatspräsident Leo Wohleb geführten Regierung des Landes Baden.

Er hält den Rekord für die kürzeste Vollmitgliedschaft im Bundesrat, die nur 28 Tage dauerte.<ref>Üblicherweise werden neue Minister nicht direkt an ihrem ersten Amtstag zu ordentlichen oder stellvertretenden Mitgliedern des Bundesrates ernannt, so erklärt sich die Differenz zur Ministeramtszeit. Ebenfalls 28 Tage dauerte die Mitgliedschaft von Thomas Kemmerich 2020, wobei dessen Mitgliedschaft umstritten ist, weil es keinen entsprechenden Beschluss seiner Ein-Mann-Regierung gab. Beide nahmen jedenfalls nie an einer Bundesratssitzung teil.</ref>

Ehrungen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein