Selma Nicklass-Kempner
Selma Nicklaß-Kempner, bisweilen auch: Niklas-Kempner, (* 2. April 1850 in Breslau; † 22. Dezember 1928 in Berlin) war eine deutsche Opernsängerin (Sopran) und Gesangspädagogin.
Leben und Wirken
Sie war Schülerin von Jenny Meyer (1834–1894) und debütierte 1870 als Amina in Bellinis La sonnambula in der Berliner Kroll-Oper. Sie hatte Engagements in Aachen, Augsburg, Leipzig, Rotterdam sowie Wien, wo sie ab 1884 als Gesangspädagogin am Conservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde<ref>r.: Hundertjahrfeier des Wiener Konservatoriums. (1817–1917). In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 19082/1917, 6. Oktober 1917, S. 4, oben links. (online bei ANNO).</ref> tätig war und unter anderem Kronprinzessin Stephanie von Belgien (1864–1945) Privatstunden gab.<ref>Die Gesangslehrerin der Kronprinzessin. In: Lars Friedrich: Das Mayerling-Sammelsurium. Kurioses aus 20 Jahren Mayerling-Archiv. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-7063-7, S. 36.</ref> Von Januar 1895 bis August 1920 lehrte sie als Nachfolgerin ihrer Lehrerin J. Meyer am Stern’schen Konservatorium in Berlin und war dort mehrere Jahre „Vorsteherin der Gesangsklassen“<ref>Liste der Lehrenden des Stern’schen Konservatoriums (1850–1936) [1] </ref> 1909 wurde ihr anlässlich ihres 60. Geburtstags der Professorentitel verliehen.<ref>Berliner Tageblatt, Morgenausgabe vom 2. April 1909, S. 3</ref>
Im Jahr 1920 konnte sie ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum feiern.<ref name="illu">Berliner Illustrierte Zeitung, 1920, Heft 7, S. 89.</ref>
Die lange Liste der Schülerinnen spricht für ihre Fähigkeiten und Bekanntheit als Gesangslehrerin.
Sie starb 1928 in ihrer Wilmersdorfer Wohnung in der Kaiserallee 22 (heute Bundesallee 22)<ref>StA Wilmersdorf, Sterbeurkunde Nr. 1102/1928</ref>. Ihre Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Wilmersdorf in Berlin.
Ihr Ehemann, der Fabrikbesitzer Georg Nicklass, verstarb am 28. Mai 1893 im 41. Lebensjahr in Wien, Trauerhaus: Wien-Innere Stadt, Hohenstaufengasse 17.<ref>(Parte:) Statt jeder besonderen Meldung. (…) Georg Nicklass (…). In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 10331/1893, 29. Mai 1893, S. 7, Mitte rechts. (online bei ANNO).</ref><ref>Die Heirat fand 1883 in Rotterdamm statt, siehe [2]</ref> Der gemeinsame Sohn James Siegfried Nicklass-Kempner (auch Niclas Kempner) (* 31. Juli 1886 Wien; † 5. April 1941, Los Angeles) wirkte zunächst in Prag und dann in den USA als Dirigent und Komponist.<ref>New York, USA, Einwanderungspetition no. 112128 vom 13. November 1922</ref>
Schülerinnen
- Louise von Ehrenstein (1867–1944), österreichische Opernsängerin (Sopran)
- Mathilde Fröhlich (1867–1934), österreichische Opernsängerin
- Fanny Opfer (1870–1944), deutsche Opernsängerin (Sopran) und Gesangslehrerin
- Mary Hagen (1876–1944), deutsche Opernsängerin (Sopran) und Schauspielerin
- Ottilie Metzger (1878–1943), deutsche Sängerin (Altistin) und Gesangslehrerin<ref name="illu"/>
- Ida Salden (1878–ca. 1942), deutsche Opernsängerin (Sopran)
- Gertrud Förstel (1880–1950), deutsche Opernsängerin (Sopran) und Gesangslehrerin
- Frieda Hempel (1884–1955), deutsche Opernsängerin (Sopran)<ref name="illu"/>
- Claire Dux (1885–1967), deutsche Opernsängerin (Sopran)<ref name="illu"/>
- Ursula van Diemen (1897–1988), deutsche Opernsängerin (Sopran)
- Clara Abramowitz, deutsche Sopranistin
- Rita Fornia, Opernsängerin
- Helene Honigberger, deutsche Opernsängerin, Geigerin und Musikpädagogin
- Margarete Krämer-Bergau, deutsche Altistin
- Roxy King
- Estelle Liebling
- Rachel Morton
- Margarethe Parbs
- Marcella Roeseler
- Julie Shelley
Literatur
- Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Band 4: Moffo – Seidel. Dritte, erweiterte Auflage. Saur, München 1999, ISBN 3-598-11419-2, S. 2522.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nicklass-Kempner, Selma |
| ALTERNATIVNAMEN | Nicklaß-Kempner, Selma; Niklas-Kempner, Selma |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Opernsängerin (Sopran) und Gesangspädagogin |
| GEBURTSDATUM | 2. April 1850 |
| GEBURTSORT | Breslau |
| STERBEDATUM | 22. Dezember 1928 |
| STERBEORT | Berlin |