Zum Inhalt springen

Burg Brauneck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 6. März 2026 um 13:08 Uhr durch imported>AsepTisch (Tippfehler korrigiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Burg Brauneck
Datei:Burg Brauneck 20080511.jpg
Burg Brauneck von Nordwesten gesehen

Burg Brauneck von Nordwesten gesehen

Staat Deutschland
Ort Creglingen-Niedersteinach
Entstehungszeit um 1230
Burgentyp Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand Ruine, Reste in neueren Teilen
Ständische Stellung Hoher Adel, Reichsgrafen
Geographische Lage 49° 30′ N, 10° 3′ OKoordinaten: 49° 30′ 29″ N, 10° 3′ 13″ O
 {{#coordinates:49,508055555556|10,053611111111|primary
dim=200 globe= name=Burg Brauneck region=DE-BW type=building
  }}
Höhenlage 330,4 m ü. NN
Burg Brauneck (Baden-Württemberg)
Burg Brauneck (Baden-Württemberg)

Die Burg Brauneck ist die Ruine einer hochmittelalterlichen Spornburg der Edelherren von Hohenlohe-Brauneck. Sie liegt am Wohnplatz Brauneck, nordwestlich von Niedersteinach bei Creglingen im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg.<ref name="LEO_Brauneck">LEO-BW.de: Brauneck. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 23. März 2017.</ref>

Datei:Brauneck zeichnung.jpg
Die Ruine Brauneck um 1820, von Osten zum Tor hin gesehen

Lage

Die Überreste der Burg Brauneck liegen nahe der heutigen bayerischen Grenze auf einem 330,4 m ü. NN hohen Hochflächensporn über dem Steilabfall der Steinach, eines rechten Nebenflusses der Tauber.

Geschichte

Erbaut und erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg Brauneck um 1230 unter Konrad von Hohenlohe, der die Linie Hohenlohe-Brauneck begründete. Ihr gehörte eine große Anzahl der umliegenden Dörfer. Für das Geschlecht der Hohenloher war sie einer der Stammsitze (neben Burg Hohlach und Schloss Weikersheim) und eine in der damaligen Zeit recht umfangreiche Burganlage. Ihre Ministerialen waren, wie in Hohlach, die Herren von Enheim. Die Linie Hohenlohe-Brauneck erlosch bereits um 1390, auch deshalb, weil viele davon geistliche Würdenträger wurden. Der letzte Abkömmling von Konrad, Graf Michael von Hardeck, verkaufte im Jahre 1448 die Burg und Herrschaft, zu der auch Creglingen und die „sechs Maindörfer“ um Marktsteft und Obernbreit gehörten, an den Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach. Die hohenlohischen Burgen in Weikersheim, Neuenstein und Langenburg wurden hingegen zu hohenlohischen Residenzen ausgebaut. Dagegen war Brauneck nach dem Aussterben seiner Hohenlohe-Linie 1390 keine Residenz mehr, sondern nur noch ein Verwaltungssitz und wurde zunächst von den Amtmännern der Braunecker Erben verwaltet. Die neuen Besitzer, die Markgrafen von Brandenburg verliehen die Burg bis 1690 an Niederadelige als Rittermannlehen. Die bedeutendsten Inhaber waren die Herren von Ehenheim (1460–1615),<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Fürstentum Ansbach, Oberamt Creglingen, Urk. 214–237; Lehenurkunden 536–543, 4698 f. </ref> die aber nicht hier wohnten, sondern einen Burgverwalter (Vogt) einsetzten. Die Anlage wurde im Bauernkrieg überrumpelt, geplündert und ausgebrannt, der Schaden auf 768 Gulden geschätzt.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 165a, Nr. 453.</ref> Zwar wurde sie zum Teil später wieder aufgebaut, aber den Charakter als Festung hatte die Burg verloren. 1615 wurde die Anlage an die Herren von Gundelsheim verkauft, die nach Aussagen der Creglinger Kirchenbücher auch dort bis um 1680 wohnten.<ref>StAN, Fürstentum Ansbach, Oberamt Creglingen, Urkunden 95 f, 241–246.</ref> Nach einer kurzen Episode im Besitz der Herren von Danngrieß (1683–1690)<ref>StAN, Fürstentum Ansbach, Oberamt Creglingen, Urkunden 247–252.</ref> fiel das Gut an die Markgrafschaft zurück und wurde an Bauern verkauft. Seit 1699 besitzt es die Familie Ströbel.<ref>P. Sauer, Ortsartikel Brauneck in: Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands: Bd. VI, Baden-Württemberg, Stuttgart 1965, S. 108.</ref> Die Erstellung einer Baugeschichte auf Basis schriftlicher Quellen steht noch aus.

Heutige Nutzung

Nach Zerstörung und Wiederaufbau wird die Burg Brauneck als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt.<ref name="LEO_Brauneck" /> Eine Besichtigung der Anlage ist nicht möglich.

Anlage

Datei:Burg Brauneck 20080517 10.jpg

Die Anlage der Burg entspricht ungefähr einem regelmäßigen Rechteck. Die mächtige Schildmauer ist noch sichtbar. Der Bergfried mit quadratischem Grundriss und Buckelquadermauerwerk ist gut erhalten. Das romanische Burgtor sowie die Reste der ebenfalls romanischen, einst zweigeschossigen Kapelle mit romanischem Portal sind zu erkennen. Insgesamt ist Brauneck ein bedeutendes, in Franken eher seltenes Denkmal der Burgenbaukunst der Zeit um 1200.<ref>Zur Einordnung siehe Dankwart Leistikow, Brauneck und Frauental, in V. Herzner, J. Krüger Burg und Kirche zur Stauferzeit, Akten der 1. Landauer Staufertagung 1997, Regensburg 2001, S. 144–157, hier besonders S. 148–151. </ref>

Siehe auch

Literatur

  • Vorlage:MerianTopo
  • Wolfgang Hartmann: Grafensitze – Königsburg – Deutschordensschloss. Die unbekannte Burgengeschichte von Bad Mergentheim. Plexus Verlag, Amorbach 2019, ISBN 978-3-937996-69-1.
  • Wilhelm Gradmann: Burgen und Schlösser in Hohenlohe. DRW-Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-87181-209-9, S. 21–24.
  • Alexander Antonow: Burgen des südwestdeutschen Raums im 13. und 14. Jahrhundert – unter besonderer Berücksichtigung der Schildmauer. Verlag Konkordia, Bühl/Baden 1977, ISBN 3-7826-0040-1, S. 129–133.

Weblinks

Commons: Burg Brauneck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Schlösser: Ficksches Schloss Angeltürn | Schloss Archshofen | Schloss Bronnbach | Romschlösschen Creglingen | Schloss Creglingen | Zobelschloss Abendantz Distelhausen | Zobelschloss Distelhausen | Bettendorfsches Schloss Eubigheim | Oberes Schloss Eubigheim | Unteres Schloss Gamburg | Schloss Gerlachsheim | Bettendorfsches Schloss Gissigheim | Schloss Grünsfeld | Schloss Haltenbergstetten | Schlösschen im Hofgarten | Schloss Külsheim | Schloss Laudenbach | Schloss Mergentheim | Schloss Messelhausen | Unteres Schloss Oberlauda | Schloss Oberschüpf | Schloss Oberstetten | Schlösschen Pfitzingen | Schloss Reinsbronn | Schloss Sachsenflur | Schloss Schönfeld | Schloss Tauberbischofsheim | Schloss Unterschüpf | Schloss Wachbach | Schloss Waldmannshofen | Schloss Weikersheim | Jagdschloss Karlsberg Weikersheim | Jagdschloss Louisgarde Weikersheim | Schloss Wenkheim | Erbgrafenhaus Wertheim | Fürstliche Hofhaltung Wertheim | Klinkards- und Rankenhof Wertheim

Burgen und Ruinen: Ketterburg Bad Mergentheim | Burg Boxberg | Burg Brauneck | Burg Bronnbach | Burg Dittwar | Burg Finsterlohr | Burg Freudenberg | Burg Gamburg | Burg Herrenzimmern | Burg Königheim | Burg Krense | Burg Lauda | Burg Lichtel | Burg Neuhaus | Burg Oberlauda | Burg Pfitzingen | Burg Räuberschlösschen | Burg Schüpf | Burg Seldeneck | Burg Uissigheim | Obere Burg Unterbalbach | Untere Burg Unterbalbach | Burg Wachbach | Burg Waldmannshofen | Burg Wertheim | Burg Siebeneck Wertheim | Burg Wildentierbach | Burg Zimmern

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein