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Max Raabe

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Datei:Max Raabe 2 Berlinale 2008.jpg
Max Raabe auf der „Berlinale“ 2008
Datei:Auftritt Max Raabe mit Palast Orchester.jpg
Auftritt im Congress Centrum Heidenheim, 26. November 2016

Max Raabe, eigentlich Matthias Otto,<ref>SZ-Magazin, abgerufen am 27. April 2011</ref><ref>Porträt auf der Website des Goethe-Instituts, online, abgerufen am 27. April 2011</ref><ref>War früher alles besser, Herr Raabe?; Interview im Kölner Stadt-Anzeiger am 7. Februar 2011, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento vom 11. April 2011 im Internet Archive), abgerufen am 27. April 2011</ref> (* 12. Dezember 1962 in Lünen) ist ein deutscher Sänger im Stimmfach Bariton. Er ist Mitbegründer und Leiter des Palast Orchesters in Berlin.

Leben

Erste Gesangserfahrungen sammelte Max Raabe in einem Kirchenkinderchor in seiner Heimatstadt Lünen und in der Kantorei seiner Schule. Er besuchte das Clemens-Hofbauer-Kolleg, ein Internat des Erzbistums Paderborn.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Im Interview: Max Raabe. Betont charmant – Der Lausbub im Frack (Memento vom 29. März 2009 im Internet Archive), themenguide.de, 2006.</ref> Im Alter von zwanzig Jahren zog er nach West-Berlin. Erste Gesangsstunden finanzierte er mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten.<ref name="BioMaxRaabe">Biografie Max Raabe.</ref> Ab 1988 studierte Raabe Gesang an der damaligen Hochschule der Künste Berlin, die er 1995 als staatlich geprüfter Opernsänger (Bariton) verließ.<ref>Hamburger Morgenpost vom 10. Juni 2008: Der Sänger Max Raabe.</ref>

1986 gründete er mit Freunden das Palast Orchester, das Chansons und Lieder im Stil der 1920er und 1930er Jahre aufführte. 1992 machte er mit der Soloeinlage von Unter den Pinien von Argentinien vor geschlossenem Vorhang in Peter Zadeks Inszenierung Der blaue Engel im Theater des Westens auf sich aufmerksam. Einem größeren Publikum wurde er 1994 durch den Auftritt in der Filmkomödie Der bewegte Mann gemeinsam mit dem Palast Orchester bekannt. Zwei Jahre später folgte sein erstes Engagement als Filmdarsteller in der Rolle des Attila im Fernsehfilm Charley’s Tante.<ref name="BioMaxRaabe" />

Neben den Tourneen und Ballauftritten mit dem Palast Orchester ist Max Raabe auch solistisch zu hören; er wird vom Pianisten Christoph Israel begleitet und trägt auch eigene Kompositionen vor. Raabe trat in einigen klassischen Produktionen auf:

2004 fertigte er den Soundtrack des Films Die Reise ins Glück mit Tellerlip Girl.<ref>Homepage von Wenzel Storch.</ref> Im Jahr 2005 trat er erstmals in der New Yorker Carnegie Hall auf, und am 13. Juni erhielt er in Hahnenklee den Paul-Lincke-Ring der Stadt Goslar.<ref>goslar.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Paul-Lincke-Ring (Memento vom 26. März 2010 im Internet Archive).</ref><ref>hahnenklee-aktuell.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Paul-Lincke-Ring 2005 (Memento vom 7. Februar 2013 im Internet Archive).</ref> Im Dezember 2005 wurde die Hochzeit von Marilyn Manson und Dita Von Teese von ihm musikalisch untermalt.<ref>spiegel-online.de vom 5. Dezember 2005: Schocker – Max Raabe singt bei Marilyn Mansons Hochzeit.</ref> 2006 übernahm Raabe eine Synchronstimme im Animationsfilm Die Rotkäppchen-Verschwörung.<ref>lunafilm.at: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Rotkäppchen-Verschwörung (Memento vom 25. September 2010 im Internet Archive).</ref>

Datei:Max Raabe Konzert F60, Lichterfeld 2008 (Alter Fritz) 05.JPG
Bühne der Konzerttournee Heute Nacht oder nie, Besucherbergwerk Abraumförderbrücke F60, 2008

2008 ging Raabe unter dem Motto Heute Nacht oder nie auf Tournee.<ref name="faz.de 11.04.2008" /> 2010 war er auf Tour durch Israel mit Konzerten in Tel Aviv-Jaffa, Jerusalem und Haifa. Die Konzerte wurden insbesondere von Jeckes, also deutschstämmigen Israelis, begeistert aufgenommen.<ref>tagesschau.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Videoblog „Zwischen Mittelmeer und Jordan“ Max Raabe nimmt Israelis mit auf eine Zeitreise (Memento vom 17. Juli 2012 im Internet Archive)</ref> Zu Raabes Standard-Repertoire gehören zahlreiche Lieder jüdischer Komponisten und Texter, die vor 1933 prägend für die deutsche Unterhaltungsmusik waren.<ref>Fredy Gareis Mehr Deutsch, bitte: Max Raabe begeistert Israel, Der Tagesspiegel vom 23. Oktober 2010.</ref> Der von Sönke Wortmann gedrehte Dokumentarfilm zur Tournee hatte 2012 beim 18. Jüdischen Filmfestival Berlin & Potsdam Premiere.<ref>Andreas Kurtz Jüdisches Filmfestival mit „Max Raabe in Israel“. Berliner Zeitung vom 16. Juli 2012.</ref>

Im Jahre 2011 veröffentlichte Raabe das Album Küssen kann man nicht alleine, das in die deutschen,<ref>Max Raabe, Küssen kann man nicht alleine., erneut abgerufen am 20. März 2025</ref> Schweizer, österreichischen Charts und sogar in die Top 20 der schwedischen Charts aufstieg.<ref>Max Raabe, Küssen kann man nicht alleine</ref> Im selben Jahr war er in der Sesamstraße bei Ernie & Bert Songs zu sehen.

Am 11. Januar 2013 erschien sein Album Für Frauen ist das kein Problem, das in Zusammenarbeit mit Annette Humpe produziert wurde.<ref>Für Frauen Ist Das Kein Problem, VÖ: 11. Januar 2013 (Universal Music), Max Raabe, laut.de-Kritik: Bisweilen wirkt das rabiat und stotterig.</ref>

Er ist Mitglied des Kuratoriums der Margot Friedländer Stiftung.

Raabe lebt in Berlin-Mitte.

Repertoire

Raabes Repertoire umfasst vor allem deutschsprachige Schlager und Chansons aus den 1920er und 1930er Jahren. Er trug maßgeblich dazu bei, dass die Unterhaltungsmusik jüdischer Komponisten wieder bekannt wurde. „Außergewöhnlich begnadete Komponisten und Texter“, eine Art „Goldstandard“ der Musik dieser Zeit, seien für ihn unter anderem Fritz Rotter, Walter Jurmann, Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann und Robert Gilbert, äußerte er 2017 in einem Interview mit der Jüdischen Allgemeinen.<ref>Philipp Peyman Engel: Eine Art Goldstandard. In: Jüdische Allgemeine. 25. September 2017, abgerufen am 12. Januar 2025.</ref>

Daneben singt er aber auch Coverversionen aktueller Hits sowie eigene Titel, die zum Teil in Zusammenarbeit mit Annette Humpe entstanden. Max Raabe & das Palastorchester coverten zum Beispiel:

Zu den bekanntesten von Max Raabe geschriebenen Titeln im Stil der 1920er und 1930er Jahre, deren Texte und Arrangements an Lieder der Comedian Harmonists erinnern, gehören:

  • Kein Schwein ruft mich an (1992)
  • Klonen kann sich lohnen (2002)
  • Ein Tag wie Gold (2022)

Diskografie

Vorlage:Eingebundene Diskografie

Filmografie

Hörspiele

Dokumentationen

  • Max Raabe – Gentleman der Schellackplatte – Konzertaufnahme, Deutschland, 2006, Produktion: RBB<ref name="Inhaltsangabe vom rbb">Inhaltsangabe vom rbb.</ref>
  • Max Raabe & Palast Orchester – Konzert in der Berliner Waldbühne 2006 – Konzertaufnahme, Deutschland, 2006, Produktion: RBB<ref name="Inhaltsangabe vom rbb" />
  • Mein Leben – Max Raabe – Dokumentation, Deutschland-Vereinigte Staaten, 2007, 43 Min., Regie: Claudia Müller, Produktion: ZDF<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Inhaltsangabe von arte (Memento vom 30. November 2010 im Internet Archive).</ref>
  • Max Raabe in Israel – Dokumentation, Deutschland, 2012, Produktion: BR<ref>Max Raabe in Israel Inhaltsangabe bei programm.ard.de</ref>

Kritiken

„Diese Stimme kommt aus dem Nichts. Im Dunkel des Berliner Admiralspalastes […] spürest du kaum einen Hauch, als der Sänger zum ersten Vers des Eröffnungsliedes […] ansetzt. […] Er lässt den Ton anschwellen, verschafft ihm eine Resonanz ohne Körperlichkeit, ohne jedes Zittern oder Wimmern, ohne jede Ahnung eines Schepperns.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. April 2008<ref name="faz.de 11.04.2008">Max Raabe: Dies ist kein Liebeslied, FAZ, 11. April 2008.</ref>

„Grundsätzlich muss man natürlich diesen etwas altertümlichen Humor, das Liedgut dieser Ära überhaupt erst einmal mögen, um Raabe zu lieben. ‚Übers Meer‘ beweist jedoch einmal mehr, dass derzeit kaum ein ähnlich versierter Chronist deutschen Liedguts existiert.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Weser-Kurier, 15. Januar 2010<ref>Kati Hofacker: Max Raabe – Übers Meer weser-kurier.de, 15. Januar 2010.</ref>

Ehrungen

Weblinks

Einzelnachweise

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