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Nuklearer Holocaust

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Datei:Castle Bravo 007.jpg
Test des explosiven thermonuklearen Geräts Bravo als Teil der Operation Castle am 1. März 1954. In der folgenden Dekade entwickelten die USA und kurz darauf auch die Sowjetunion ihre Kernwaffen mit einer Sprengkraft von mehreren Megatonnen (MT) und rüsteten ihre Atomstreitkräfte damit aus. Bereits ab 1947 war die Regulierung dieser Waffen ein wichtiges politisches Thema, da schnell klar wurde, dass sie nicht zu einem Sieg im Krieg führen, wie es noch bis zum Zweiten Weltkrieg Teil der Militärstrategien war, sondern zur Totalvernichtung der Menschheit. Die Gefahren des Kalten Kriegs konnten durch Rüstungskontrolle und erhebliche Abrüstung von Kernwaffen reduziert werden, bestehen aufgrund einer komplexer werdenden weltpolitischen Sicherheitslage aber bis heute.

Als nuklearer oder atomarer Holocaust wird die vollkommene oder weitestgehende Vernichtung der menschlichen Zivilisation durch einen Atomkrieg bezeichnet. Das politische Schlagwort wurde in den 1980er Jahren und danach in der damaligen Bundesrepublik Deutschland verwendet. Es drückte die Furcht vor den unabsehbaren Folgen des Wettrüstens zwischen den damaligen Supermächten USA und Sowjetunion aus. Der Holocaustbegriff war in den 1980er Jahren noch nicht spezifisch mit der Vernichtung der europäischen Juden belegt.<ref>vgl. Kluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, 2002, Lemma Holocaust, dort wird die heute dominierende Begriffsverwendung im Deutschen insbesondere als Folge der Fernsehserie Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß gesehen, die deutsche Erstausstrahlung war 1979</ref>

Eine weitere bekannt gewordene Bezeichnung ist „nuklearer Genozid“.<ref></ref><ref></ref>

Verwendungsgeschichte

Der Begriff wurde bereits im Jahr 1961 durch Erich Fromm benutzt, in seinem Aufsatz Russland, Deutschland, China – Bemerkungen zur Außenpolitik sprach er von der Hoffnung, dass durch ein Ende des Wettrüstens „ein atomarer Holocaust unwahrscheinlicher [wird]“.<ref>Original: Russia, Germany, China: Remarks on Foreign Policy, New York 1961 (Manuskriptdruck), <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online-Ausgabe des Erich Fromm Dokumentationszentrums, S. 3 (Memento vom 28. September 2006 im Internet Archive); deutsch von Rainer Funk, Russland, Deutschland, China: Bemerkungen zur Außenpolitik, in: Ethik und Politik. Antworten auf aktuelle politische Fragen (Rainer Funk (Hrsg.), Schriften aus dem Nachlaß, Band 4), Beltz, Weinheim/Basel 1990 und Heyne, München 1996, S. 66–79</ref>

Verwendet wurde das Schlagwort in der Bundesrepublik Deutschland insbesondere in den 1980er Jahren. Sowohl in den Kreisen der Friedensbewegung als auch in den Massenmedien. So sprach beispielsweise Karl-Heinz Janßen 1980 in einem Zeit-Artikel davon, dass die Kubakrise 1962 „die beiden Weltmächte an den Rand des nuklearen Holocaust gebracht hatte“.<ref>Karl-Heinz Janßen: Vor dem zweiten Kalten Krieg? In: Die Zeit. 11. Januar 1980, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. Oktober 2025]).</ref>

Die politische Debatte dieser Jahre war stark bestimmt vom sogenannten NATO-Doppelbeschluss. Hinzu kam eine weitverbreitete Sorge gegenüber der Sicherheits- und Außenpolitik des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, die weit in die bürgerlichen Kreise reichte. Sein Chefunterhändler mit der Sowjetunion, Paul H. Nitze, wurde 1983 in einem Spiegel-Interview gefragt: „Der nächste Krieg, wenn es denn einen gibt, wird also ein nuklearer Holocaust sein?“<ref>André Naumann: »Die Sowjets sind auf Überlegenheit aus«. In: Der Spiegel. 11. Dezember 1983, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 24. Oktober 2025]).</ref>

Zum Beginn des israelisch-iranischen Kriegs von 2025 sprach der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu davon, mit einem Präventivschlag auf iranische Atomanlagen einen nuklearen Holocaust verhindern zu wollen. Wörtlich sagte er, der jüdische Staat würde es „nicht hinnehmen, Opfer eines vom iranischen Regime verübten nuklearen Holocaust zu werden.“<ref>Luftschläge gegen den Iran »Heute antwortet Israel auf genozidale Parolen mit Taten«. In: juedische-allgemeine.de. Jüdische Allgemeine, 13. Juni 2025, abgerufen am 19. Juni 2025.</ref>

Literatur

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Einzelnachweise

<references />