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Klaus Servene machte 1967 am Staatlichen Neusprachlichen Gymnasium in Hermeskeil Abitur. Er studierte Germanistik und andere philologische Fächer an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und an der Philipps-Universität Marburg und schloss eine betriebswirtschaftliche Ausbildung ab. Nach verschiedenen Tätigkeiten in Hamburg, Westerland und Stendal begann er 1995 literarisch zu schreiben und publizierte 1999 seinen Debütroman Hitzkopf.
Der Autor veröffentlichte mehrere Romane, Erzählungen, Kurzgeschichten und lyrische Texte in verschiedenen Anthologien (letztere auch in je zwei eigenständigen Lyrik- und Kurz-Prosa-Büchern).
2013 erschien sein Kurzer Roman vom Fell in der von Vladimir Zarev und Vladimir Minkov in Sofia herausgegebenen literarischen Zeitschrift Sawremennik (Zeitgenosse).<ref>Bookpoint Bulgarien, abgerufen am 19. Februar 2022</ref> Die Übersetzung durch Emilia Draganova wurde finanziert vom Förderkreis Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e. V. mit Mitteln aus dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Die Herausgeber stellen fest, „dass Fell eine eindrückliche Innenansicht in unbekannte Dimensionen deutschen Lebens, deutscher Provinz, deutscher Mentalität gibt, in einer herausragenden und originalen literarischen Sprache, voller ausdrucksstarker Szenen und Bilder.“<ref>Zitiert nach Originalbrief, kopiert auf Servene.blogspot com, abgerufen am 12. Februar 2022.</ref>
Nachdem Servene im Jahr 2000 den Andiamo Verlag initiiert hatte, betätigte er sich ab 2001 auch als Herausgeber, als Initiator und Mitorganisator verschiedener Literaturwettbewerbe, als Juror und als Moderator literarischer Veranstaltungen. Erstveröffentlichungen als Herausgeber z. B.: Ein Licht über dem Kopf von Dimitré Dinev (2001), Der Termin von Sunil Mann (2001), Zigi übers Meer von Zsuzsa Bánk (2008; ein Auszug aus ihrem noch unveröffentlichten Roman Die hellen Tage) und Der Rucksack von Massum Faryar (2008).
Mehrere Jahre unterstützte er die Arbeit der Wiener Edition Exil, einiger Literaturgruppen und Kulturinitiativen, z. B. (2001 bis 2016) die Lesereihe Europa Morgen Land<ref>Navid Kermani in der Reihe europa morgen land am 29. Oktober 2006 (kulturrheinneckar.de); Anna-Reiss-Saal der Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim. Moderation: Klaus Servene, abgerufen am 9. Februar 2022.</ref> der Städte Ludwigshafen und Mannheim, sowie den Verein KulturQuer-QuerKultur.<ref>Klaus Servene, KulturQuer QuerKultur Rhein-Neckar e.V., abgerufen am 9. Februar 2022.</ref>
2008 gab er mit der Stadt Mannheim, Sudabeh Mohafez und Dimitré Dinev die Anthologie Grenzen. Überschreiten heraus, das Buch zum Internationalen Kurzgeschichtenwettbewerb 2007 der Stadt Mannheim (Texte von Marica Bodrožić, Irena Brežná, Yadé Kara u. v. a.).<ref>Rezension von Ute Eisinger auf literaturkritik.de: Das Erweitern des Horizonts. Eine Anthologie mit 35 Geschichten übers Fremdsein, abgerufen am 1. Januar 2022.</ref>
2011, 2012 (mit Thomas Frahm) und 2013 gab er das europabrevier grenzenlos heraus. Thema: Migration und Europa.<ref>Der Kölner Historiker Jürgen Nielsen-Sikora widmete Klaus Servene seinen Essay über Europa: Das Ende der Barbarei. Die Widmung lautet: „Klaus Servene, dem unermüdlichen Europäer.“ (Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2012).</ref> Ab 2013 widmete sich Klaus Servene auch dem Aufbau einer Werkauswahl des Bonner Schriftstellers Jan Turovski. Im gleichen Jahr wurde die „Edition Andiamo im Mannheimer Wellhöfer Verlag“ mit der Herausgabe und dem Lektorat des Romans Ja von Nikolaj Tabakov begründet. Erstmals erschien ein Werk des bulgarischen Autors in Deutsch, übersetzt von der Schriftstellerin Rumjana Zacharieva.
2015 entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Regisseur Limeik Topchi für die Theaterbühne.<ref>Nathan der Weise neu bearbeitet in Worms: Beschwörende Absage an Gewalt aktueller denn je, Ulrike Schäfer zur Aufführung „Nathan der Weise“ im Lincoln-Theater Worms – Wormser Zeitung 29. März 2017, abgerufen am 1. Januar 2022.</ref><ref>Jedermann aus der Neckarstadt, Die Rheinpfalz vom 19. Mai 2016, abgerufen am 1. Januar 2022.</ref><ref>Mutiger „Flirt mit dem Tod“, Waltraud Kirsch-Mayer zur Uraufführung „Flirt mit dem Tod“ – Mannheimer Morgen vom 25. Mai 2016, abgerufen am 1. Januar 2022.</ref> Im gleichen Jahr versammelte der Autor seine z. T. unveröffentlichten, vor allem aber recht verstreut publizierten eigenen „relevantesten Texte“ in einer vierbändigen „Schreibbilanz“ („Werkauswahl“, siehe unten).
Ende 2017 zog Servene von Mannheim nach Hamburg um, der Andiamo Verlag war aufgelöst worden, die Verlegertätigkeit beendet, aber das Engagement für das Schreiben hielt an. Zum Beispiel durch seinen Blog „Non-Profit-Literaturförderung aus Hamburg“.<ref>Biobibliografie Klaus Servene, abgerufen am 5. Oktober 2025</ref> Oder auch durch die Beteiligung am literarischen Wettbewerb des Mannheimer Morgen im Jahr 2025: Zum Thema „Macht und Mensch“ erzählt Klaus Servene von der Hoffnung. Dabei geht es auch um die Amokfahrt in Mannheim und den tödlichen Messerangriff auf Rouven Laur, heißt es in der Tageszeitung.<ref>Heimreise, Kurzgeschichte von Klaus Servene, Mannheimer Morgen, abgerufen am 5. Oktober 2025</ref>
Ab 2022 engagiert sich auch Klaus Servene gegen die Invasion der Ukraine durch Truppen der Russischen Föderation, beispielsweise durch seine Teilnahme an der großangelegten Dokumentation Stimmen gegen den Krieg, initiiert von der IG Autorinnen Autoren Österreich.<ref>Stimmen gegen den Krieg, Aufruf der IG Autorinnen Autoren, Literaturhaus Wien, abgerufen am 12. März 2022</ref><ref>Beiträge Klaus Servene, Barbara Frischmuth u. a. nach Aufruf der IG Autorinnen Autoren, Literaturhaus Wien, abgerufen am 12. März 2022</ref>
Im Oktober 2024 erschien im Rahmen einer langjährigen, innovativen literaturwissenschaftlichen Analyse über die Wirksamkeit von Literatur in der Gesellschaft eine breit und tief fundierte Habilitationsschrift von Privatdozentin Dr. Wiebke Sievers (Europa-Universität Viadrina). Am Beispiel von Vladimir Vertlib, Dimitré Dinev, Julya Rabinowich und Anna Kim wird gezeigt wie Literatur als Medium der Ausgrenzung und zugleich des Widerstands dagegen gesellschaftliche Entwicklungen beeinflussen kann. Auch auf die Rolle des Andiamo Verlags bei der Unterstützung Dimitré Dinevs wird hierin eingegangen.<ref>Wiebke Sievers: Postmigrantische Literaturgeschichte - von der Ausgrenzung bis zum Kampf um gesellschaftliche Veränderung (Open-Access-Zugang), transcript Verlag, 31. Oktober 2024, ISBN 978-3837672435, insbesondere Seiten 177 bis 224, abgerufen am 29. Mai 2025</ref>
Das tragische Ende des August von Kotzebue, szenische Arbeit im Rahmen des Literatursommers Baden-Württemberg, UA Mannheim 2002, Hauptfriedhof Mannheim-Wohlgelegen, Regie: Sascha Koal
Nathan der Weise, Überarbeitung von Gotthold Ephraim Lessings Stück für das Internationale Ensemble Unser Theater, Regie: Limeik Topchi, 2016, u. a. im März 2017 aufgeführt im Rahmen der UN-Wochen gegen Rassismus (Koordination Stadt Heidelberg) in der Mannheimer Abendakademie und im Lincoln-Theater Worms.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Programmheft "Internationale Wochen gegen Rassismus" (Memento vom 23. November 2018 im Internet Archive), Stadt Heidelberg (PDF)</ref><ref>Das Hohe Lied der Toleranz, Mannheimer Morgen vom 26. April 2017 zu einer Nathan-Aufführung in Mannheim, abgerufen am 1. Januar 2022.</ref>
Beiträge – Auswahl
Mannheim, Germany (Kurzgeschichte, in: Mannheim – was sonst? Anthologie des Literarischen Zentrums Rhein-Neckar e. V. Die Räuber '77; Gelnhausen 2001), ISBN 3-89774-186-5
Experten-Ball u. a. (satirische Lyrik und Kurztexte, in: Maskenball-Anthologie, J.Neuling-Verlag, Bruchköbel 2002), ISBN 3-936526-02-8
Schandflecken (Erzählung, in: Nehmt mich beim Wort, C.Bertelsmann-Verlag, München 2003), ISBN 3-570-00808-8
Der Esel von Arbanassy (Kurzgeschichte, in: Geschichten vom Fliegen II, Münster 2007), ISBN 978-3-938568-71-2
Ein Haus in Bulgarien, (Erzählung, in: Wilde Vögel fliegen, Achter-Verlag, Acht 2009), ISBN 978-3-9812372-2-1
Als mein Herzschrittmacher streikte, (Lyrik, in: Der literarische Zaunkönig, Wien 3/2009, sowie in Ö1/ORF „Nachtbilder“ 28. November 2009, gelesen von Michael Dangl)
Was ich weiß, (Erzählung, in: Lebenslinien, Stockstädter Literaturwettbewerb 2009–2010. Die Siegerbeiträge, Stockstadt 2010)
Unter Asche, (Exzerpt aus der Erzählung, in: Im Verborgenen, Mannheimer Heinrich-Vetter Literaturpreis 2010 – Texte der Preisträger(innen) sowie der Nominierten, Literarisches Zentrum Rhein-Neckar e. V. Die Räuber 77, Mannheim 2010)
Plötzlich eine überbordende Freundschaft, (Essay, u. a. in: grenzenlos – Siehe unten, Mannheim 2011)
Ich spreche, (Gedicht, in: Bunt braucht keine Farbe, Wellhöfer Verlag, Mannheim 2015), ISBN 978-3-95428-176-3
Heimreise, (Kurzgeschichte, in: Mannheimer Morgen 22. August 2025) Beitrag zum literarischen Wettbewerb Erzähl mir was - Macht und Mensch.<ref>Heimreise, Mannheimer Morgen vom 22. August 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref>
Herausgaben – Auswahl
Hallo Taxi (Kurzgeschichten), Norderstedt 2001, ISBN 3-8311-2605-4
Taxi-Hörbuch mit Musik (Kompakt-CD; mit Peter Tröster), Mannheim 2005, ISBN 3-936625-07-7
grenzen.überschreiten. ein europa-lesebuch (Kurzgeschichten; mit der Stadt Mannheim, Sudabeh Mohafez und Dimitré Dinev), Mannheim 2008, ISBN 978-3-936625-11-0
Rumjana Zacharieva: Am Grund der Zeit. Gedichte. Neuauflage, Mannheim 2013, ISBN 978-3-936625-20-2
europabrevier grenzenlos 3 – JA. Roman von Nikolaj Tabakov. Aus dem Bulgarischen von Rumjana Zacharieva. Edition andiamo im Wellhöfer Verlag, Mannheim 2013, ISBN 978-3-95428-126-8
Meinrad Braun: Die Insel hinter dem Meer. (Erzählung), Edition andiamo im Wellhöfer Verlag, Mannheim 2013, ISBN 978-3-95428-133-6
Farhad Ahmadkhan: Geheimgesellschaft deiner Seele. Gedichte., Mannheim 2014, ISBN 978-3-936625-58-5
Elias Jammal: Mundbühnen. Bilder – Essays – Szenen., Mannheim 2014, ISBN 978-3-936625-56-1
Thomas Frahm: An Frauen. Gedichte (1995–2014). Mannheim 2014, ISBN 978-3-936625-60-8
Der erdachte Krieg. Roman von Nikolaj Tabakov. Aus dem Bulgarischen von Rumjana Zacharieva, Edition andiamo im Wellhöfer Verlag, Mannheim 2015, ISBN 978-3-95428-162-6
Frank Wallenta: Zustände und Abgründe. Gedichte., Mannheim 2015, ISBN 978-3-936625-71-4
Lektorat und Herausgabe einer Werkauswahl des Bonner Autors Jan Turovski:
Die Sonntage des Herrn Kopanski, (Roman), Neuauflage, Hamburg: edition andiamo, 2018, ISBN 978-3-7460-4307-4 (Erstausgabe: Zürich, Benziger, 1988)<ref>Die Zeit zu „Die Sonntage des Herrn Kopanski“, abgerufen am 1. Februar 2022.</ref>
2025: Finalist im Schreibwettbewerb des Mannheimer Morgen, Thema Macht und Mensch; Juryauswahl ("Heimreise"). Durch Onlinewahl der Leser des Mannheimer Morgen erreicht die Kurzgeschichte den dritten Platz (von zwölf).<ref>Heimreise, Mannheimer Morgen vom 22. August 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref>