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Cremisan

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 9. April 2026 um 10:38 Uhr durch imported>Spyridon (war Kfz, ihr Deutschen redet ja von Kfz, wenn ihr Auto meint (aufgef. weil Pascal Maier, er macht jetzt ein Volont. bei der taz, war vorher Kfz-Mechatroniker)).
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Koordinaten: 31° 43′ 36,1″ N, 35° 10′ 21,5″ O

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Cremisan ist die Bezeichnung für eine Niederlassung der Salesianer Don Boscos in Palästina in Bethlehem.

Geschichte

Das Kloster wurde 1883 auf der heutigen Grenze zwischen Jerusalem und Bait Dschala auf den Ruinen eines byzantinischen Klosters aus dem 7. Jahrhundert errichtet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. Februar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cremisan.org</ref> Christliche Familien bauen hier seit Generationen Wein für den Hausgebrauch an. Ab 1885 produzierten Salesianermönche diesen gewerblich.<ref name=":0">Meriem Laribi, Marta Vidal: Wein aus Hebron: Israelische Winzer im besetzten Gebiet. In: Dorothee D’Aprile (Hrsg.): Le Monde diplomatique. Nr. 02/32. TAZ/WOZ, Februar 2026, ISSN 1434-2561, S. 1, 18 f. (monde-diplomatique.de).</ref> Die Einrichtungen wurden 1967 durch die damals jordanische Regierung anerkannt und durch das Erziehungsministerium registriert.

Noch heute finanzierten Salesianer so ihre Projekte: eine Berufsschule für CNC-Techniker, Bäcker, Elektroniker und Elektromechaniker, technische Mechaniker und Automechaniker, Schreiner und Holzverarbeiter und ein theologisches Seminar für Studenten aus allen Ländern der Welt. Die Berufsschule wird von über hundert jungen Leuten ganztags und einer ähnlich hohen Zahl als Abendschule besucht. 1986 kam eine Schule für interkonfessionelle und interreligiöse Arbeit hinzu, in der Jugendliche unabhängig von ihrer konfessionellen oder religiösen Zugehörigkeit eine Ausbildung erhalten.

Die zweite Intifada seit dem Herbst 2000 mit all ihren politischen Konsequenzen und vor allem mit der Abriegelung der besetzten Gebiete durch Israel hat den Projekten die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Das Kloster liegt genau gegenüber der jüdischen Siedlung Gilo.

2006 beschloss Israel, den Sperrwall so um das Kloster zu bauen, dass es auf israelischer Seite liegt. Damit wäre es von Bethlehem, seinen Schülern, Arbeitern und Zulieferern abgeschnitten. Seit damals gibt es Protestveranstaltungen gegen dieses Vorhaben. Wegen der politischen Brisanz dieser Angelegenheit wurde die Mauer zunächst nicht gebaut.<ref>Even choosing a Holy Land wine is political, Catholic Herald am 20. Dezember 2011</ref> Im Januar 2011 beschloss das Verteidigungsministerium, die Mauer mitten durch das Klosterareal zu bauen, sodass das Frauenkloster mit den Schulen auf palästinensischer Seite bleibt, das Männerkloster mit dem Weinkeller aber auf die israelische kommt. Das entspricht zwar den wirtschaftlichen Interessen der einzelnen Bereiche, verlangt aber den Abriss zweier Gebäude und beansprucht Land innerhalb des Komplexes.<ref>Oz Rosenberg: New segment of West Bank security fence may separate nuns from monks. In: Haʾaretz, 5. Januar 2012, abgerufen am 7. April 2026.</ref>

Im April 2015 entschied der Oberste Gerichtshof Israels, dass die Mauer nicht wie geplant gebaut werden darf. Das israelische Verteidigungsminister beschloss im August 2015, die Mauer dennoch wie geplant zu errichten, nur in der Nähe des Klosters soll eine „Lücke“ in der Mauer bleiben. Israel begann, für den Bau der Mauer Olivenbäume auf palästinensischem Land zu roden. Nikola Chamis, der Bürgermeister von Bait Dschala, sagte am 17. August: „Die Gegend hier ist ruhig, und es gibt keine Probleme. Heute haben sie 1500 Jahre alte Bäume entwurzelt. Ich verstehe nicht, wie sie wollen, dass wir hier in Frieden leben.“<ref>Holy Land: Israeli forces begin construction of Wall through monastery. In: Independent Catholic News, 18. August 2015; Nir Hasson: “Israel Builds West Bank Separation Barrier Despite Court Ruling”. In: Haʾaretz, 18. August 2015; Peter Beaumont: Israel resumes work on controversial separation wall in Cremisan valley. In: The Guardian, 18. August 2015.</ref>

Weinanbau und Weinkellerei

Die Reben werden auf Hängen des Judäischen Berglands zwischen 600 und 930 m angebaut, aber nur 2 % der Weinproduktion (ca. 7000 hl pro Jahr) stammt von eigenen Trauben. Seit 2008 setzt Cremisan auf die lokalen Sorten Dabouki,<ref name=":0" /> Hamdani-Jandali<ref name=":0" /> und Baladi.<ref name=":0" /> Der Rest der Ernte wird aus den Anbaugebieten Bait Dschala, Bet Schemesch und Hebron bezogen.

Weblinks

Commons: Cremisan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />