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Dreinervige Segge

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Dreinervige Segge
Datei:Carex trinervis — Flora Batava — Volume v15.jpg

Dreinervige Segge (Carex trinervis), Illustration

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Dreinervige Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex trinervis
Degl.

Die Dreinervige Segge<ref name="FloraWeb" /> (Carex trinervis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seggen (Carex) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Sie gedeiht an den europäischen atlantischen Küsten.

Beschreibung

Datei:Fd2665.jpg
Illustration aus Flora Danica 1861, Fasz. 45, Tafel 2665
Datei:Carex trinervis inflorescens (2).jpg
Blütenstand

Vegetative Mertkmale

Die Dreinervige Segge wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen 10 bis 40, selten bis zu 60 Zentimetern. Sie bildet verlängerte grau- bis rot-braune Ausläufer.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Stängel sind steif aufrecht oder gekrümmt, stumpf dreikantig und vollkommen glatt und nur am Grund beblättert.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Die Laubblätter sind 2 bis 3 Millimeter breit, grau-grün und borstlich gefaltet; sie sind nicht zurückgekrümmt und mindestens so lang wie der Stängel und beim Trocknen rollen sich die Ränder nach oben auf. Die grundständigen Scheiden „tragen“ Spreiten, sind blass-braun und zerfasern nicht netzartig.

Gnerative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Dreinervige Segge ist eine Verschiedenährige Segge; die männlichen und weiblichen Ährchen sind getrennt und verschieden. Die Ährchen stehen entfernt voneinander. Es gibt ein bis vier männliche Ährchen, die 20 bis 40 Millimeter lang sind. Die zwei oder drei weiblichen Ährchen sind 10 bis 40 Millimeter lang, aufrecht und fast sitzend und enthalten dicht angeordnete Blüten. Das unterste Hüllblatt ist länger als der Blütenstand. Auch die oberen Hüllblätter haben eine zumindest kurze Spreite. Die Tragblätter der weiblichen Blüten sind braun und haben einen dreiadrigen grünen Kiel sowie einen schmalen Hautrand. Sie sind so lang wie die Schläuche oder etwas kürzer. Die Schläuche sind bei einer Länge von 3,5 bis 5 Millimetern sowie einer Breite von etwa 2 Millimetern breit-eiförmig bis elliptisch, stark abgeflacht, auf der Innenseite flach und außen gewölbt;<ref name="Schultze-Motel1980" /> sie sind gelblich-grün bis grau-grün, oft mit purpurfarbenen Flecken und deutlich längsnervig, oft mit drei stark hervortretenden Nerven. Der Schnabel ist sehr kurz und nicht gespalten.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Der Griffel trägt zwei Narben.

Die dunkel-braune bis fast schwarze Frucht ist 2 bis 2,5 Millimeter lang und etwa 1,5 Millimeter breit.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Vorkommen und Gefährdung

Die Dreinervige Segge ist auf die atlantischen Küsten Europas beschränkt. Sie kommt von Dänemark bis ins südwestliche Spanien vor.<ref name="POWO" /> Sie ist ein submeridional bis temperates, euozeanisch-litorales Florenelement. Es gibt Vorkommen in Portugal, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und Dänemark.<ref name="Euro+Med" /> Früher kam sie auch im Vereinigten Königreich vor.<ref name="Euro+Med" /> Die Dreinervige Segge kommt in Deutschland vereinzelt auf den Ostfriesischen Inseln von Spiekeroog, Memmert, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, und Wangerooge bis Borkum vor; sie kommt auch auf den Nordfriesischen Inseln Amrum sowie Sylt vor.<ref name="Aichele2000" /><ref name="Niedringhaus2008" /> In Dänemark kommt sie an der Küste Jütlands und auf Rømø und Fanø vor.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

In der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands nach Metzing et al. 2018 ist die sehr seltene Dreinervige Segge unverändert zur Roten Liste von 1998 in der Gefährdungskategorie 2 = „stark gefährdet“; es wird ein mäßiger Rückgang verzeichnet.<ref name="FloraWeb" />

Sie besiedelt in Mitteleuropa in erster Linie nährstoffarme, feuchte, versumpfte und vermoorte Standorte in Dünentälern.<ref name="Aichele2000" /> Die Dreinervige Segge gedeiht am besten auf nassen, verfestigt-sandigen und vor allem anmoorigen, basenarmen und meist kalkfreien, sauren Böden.<ref name="Aichele2000" /> Sie ist eine Assoziationscharakterart des Caricetum trinervi-nigrae (im Verband Caricion nigrae).

Systematik

Die Erstbeschreibung von Carex trinervis erfolgte 1807 durch Jean Vincent Yves Degland in Jean-Louis-Auguste Loiseleur-Deslongchampses Flora Gallica, seu Enumeratio plantarum in Gallia sponte nascentium. 2. Auflage, Band 2, S. 731.<ref name="POWO" /> Synonyme für Carex trinervis <templatestyles src="Person/styles.css" />Degl. sind: Osculisa trinervis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Degl.) Raf., Vignea trinervis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Degl.) Rchb., Carex acuta var. trinervis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Degl.) Jess., Carex glauca subsp. trinervis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Degl.) Asch. & Graebn., Carex glauca var. digyna <templatestyles src="Person/styles.css" />Boeckele, Carex acuta var. nervosa <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Mey., Carex cerina <templatestyles src="Person/styles.css" />Dumort. nom. illeg., Carex frisica <templatestyles src="Person/styles.css" />H.Koch, Carex trinervis var. laxa <templatestyles src="Person/styles.css" />Lange.<ref name="POWO" />

Carex trinervis bildet mit der Schlank-Segge (Carex acuta) die Naturhybride Carex ×terschellingensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Jac.Koopman, Więcław & Waltje, die nach der Insel Terschelling benannt und 2021 erstbeschrieben wurde; sie kommt an den Küsten Westeuropas vor.<ref name="POWO_Hybride" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Carex trinervis Degl., Dreinervige Segge. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Aichele2000"> Dietmar Aichele, Hans-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Band 5, Schwanenblumengewächse bis Wasserlinsengewächse. 2. überarbeitete Auflage, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X. </ref> <ref name="Niedringhaus2008"> Rolf Niedringhaus, Volker Haeseler, Peter Janiesch (Hrsg.): Die Flora und Fauna der Ostfriesischen Inseln – Artenverzeichnisse und Auswertungen zur Biodiversität. In: Schriftenreihe Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Band 11, 2008. Volltext-PDF. </ref> <ref name="Schultze-Motel1980"> Wolfram Schultze-Motel: Familie Cyperaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 158. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Carex trinervis bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="POWO_Hybride"> Datenblatt Carex × terschellingensis bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Euro+Med"> P.Jiménez-Mejías, M.Luceño (2011+): Cyperaceae. Datenblatt Carex trinervis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Carex. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 239.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Dreinervige Segge (Carex trinervis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien