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Ufer-Segge

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Ufer-Segge
Datei:Carex riparia sl29.jpg

Ufer-Segge (Carex riparia)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Ufer-Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex riparia
Curtis

Die Ufer-Segge (Carex riparia) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seggen (Carex) innerhalb der Familie Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Sie ist auf der Nordhalbkugel verbreitet.

Beschreibung

Datei:Cleaned-Illustration Carex riparia.jpg
Illustration

Vegetative Merkmale

Die Ufer-Segge ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 bis 120, selten bis zu 200 Zentimetern erreicht. Sie bildet lange Ausläufer. Die aufrechten Stängel sind scharf dreikantig und im oberen Bereich rau. Die grau-grünen Laubblätter sind 5 bis 20, selten bis 30 Millimeter breit, flach, aber mit Mittelrinne und am Rand rau. Das Blatthäutchen ist flach abgerundet. Die grundständigen Blattscheiden sind braun und nicht netzfaserig, jedoch gitteraderig. Die übrigen Blattscheiden sind an den Enden eingerissen, aber nicht gitteraderig.

Datei:Carex riparia (Ufer-Segge) IMG 20109.JPG
Weibliche Ährchen der Ufer-Segge
Datei:Carex riparia sl43.jpg
Schläuche
Datei:Carex riparia inflorescens (20).jpg
Habitus

Generative Merkmale

Die Blütezeit ist April bis Juni.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Ufer-Segge ist eine Verschiedenährige Segge. Es gibt drei bis sechs männliche Ährchen, die dick und dichtblütig sind. Die drei bis fünf weiblichen Ährchen sind 8 bis 12 Millimeter breit und keulenförmig. Die unteren haben einen langen Stiel und nicken oft. Ihre Hüllblätter haben eine kurze Scheide und sind länger als der Blütenstand. Die Tragblätter sind lanzettlich und haben eine Haarspitze. Sie sind hell purpurbraun mit grünen Streifen und sind ungefähr gleich lang wie die Frucht. Der Griffel trägt drei Narben.

Die olivgrüne bis grau-braune, kahle Frucht ist 5 bis 7 Millimeter lang, undeutlich adrig und aufgeblasen. Die Frucht hat keine Längsfurchen und geht allmählich in den kurzen, zweizähnigen Schnabel über.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 72.<ref name="Oberdorfer2001" />

Verbreitung

Die Ufer-Segge ist von Europa und Nordwestafrika bis Zentralasien und im südlichen Südamerika verbreitet.<ref name="WCSP" /> In Europa ist sie ein meridionales bis temperates, ozeanisches Florenelement. Sie kommt zerstreut in den Ebenen vor. In Europa fehlt sie nur in den Ländern Island, Spitzbergen, Belarus, Slowenien, Bosnien-Herzegowina und Nordmazedonien.<ref name="Euro+Med" />

In Mitteleuropa fehlt sie vor allem in Landschaften mit rauem Klima in größeren Gebieten. Insgesamt ist sie in Mitteleuropa selten. An ihren Standorten ist sie meist bestandsbildend. Sie steigt nur in den wärmsten Alpentälern auf Höhenlagen von etwas über 1000 Metern.<ref name="Aichele2000" />

Sie besiedelt Großseggenriede und Bruchwälder, beispielsweise Erlenbrüche. Sie wächst in Gräben, nassen Wiesen, Verlandungszonen und an Ufern.<ref name="Aichele2000" /> Die Ufer-Segge ist pflanzensoziologisch eine Charakterart des Caricetum ripariae aus dem Magnocaricion-Verband, kommt aber auch in Gesellschaften des Alnion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die Ufer-Segge gedeiht am besten auf basenreichen, oft kalkhaltigen, torfigen oder tonigen Böden, die nass sein müssen und zeitweilig überflutet sein dürfen. Sie ist kälteempfindlich und Schatten ertragend.<ref name="Aichele2000" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 5w+ (überschwemmt aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik

Due Ufer-Segge wurde 1783 von William Curtis in Flora Londinensis, Band 2 (4), tab. 60 als Carex riparia erstbeschrieben.

Man kann folgende Unterarten unterscheiden<ref name="WCSP" />:

  • Carex riparia subsp. chilensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Brongn.) Kük.: Sie kommt in Südamerika in Argentinien, Chile, Uruguay und Paraguay vor.<ref name="WCSP" />
  • Carex riparia subsp. riparia: Sie kommt von Europa und Nordwestafrika bis Zentralasien vor.<ref name="WCSP" />

Nutzung

Die Ufer-Segge war früher als Lieferant von Streu geschätzt; sie war allerdings schon zu dieser Zeit in Mitteleuropa selten.<ref name="Aichele2000" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Aichele2000"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Schultze-Motel1980">Wolfram Schultze-Motel: Familie Cyperaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 261–262. </ref> <ref name="InfoFlora"> Carex riparia Curtis In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Euro+Med"> P.Jiménez-Mejías, M.Luceño (2011+): Cyperaceae. Datenblatt Carex riparia In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Ufer-Segge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien