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Riesel-Segge

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Riesel-Segge
Datei:Carex paupercula.jpg

Riesel-Segge (Carex magellanica subsp. irrigua)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Riesel-Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex magellanica subsp. irrigua
(Wahlenb.) Hiitonen

Die Riesel-Segge oder Alpen-Schlamm-Segge<ref name="InfoFlora" /> (Carex magellanica subsp. irrigua <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wahlenb.) Hiitonen, Syn.: Carex paupercula <templatestyles src="Person/styles.css" />Michx.) gehört zur Gattung der Seggen (Carex) innerhalb der Familie Sauergrasgewächse (Cyperaceae).

Beschreibung

Datei:Carex irrigua in Estonia.jpg
Blütenstand
Datei:Flora Antarctica Plate CXLIII.jpg
Riesel-Segge (Carex magellanica), Illustration aus Hooker: Flora Antarctica

Vegetative Merkmale

Die Riesel-Segge ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30, zuweilen bis zu 40 Zentimetern erreicht.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Sie bildet Ausläufer und wächst in kleinen, lockeren Horsten. Der Stängel ist aufrecht, unter 1 Millimeter dick, scharf dreikantig, glatt oder oben schwach rau und nur am Grund beblättert.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Die dunkel-grünen Laubblätter sind im Querschnitt flach und 2 bis 4 Millimeter breit. Sie sind kürzer als der Stängel.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht Mai bis August.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Der Blütenstand ist 3 bis 5 Zentimeter lang.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Riesel-Segge ist eine Verschiedenährige Segge. Es gibt ein männliches, gestieltes sowie zwei bis vier voneinander entfernt stehende, lang gestielte und überhängende weibliche Ährchen. Das unterste Tragblatt ist mindestens so lang wie der Blütenstand. Das männliche Ährchen ist bei einer Länge von bis zu 1 Zentimetern dünn zylindrisch und aufrecht.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die weiblichen Ährchen sind bei einer Länge von 6 bis 10 Millimetern sowie bei einem Durchmesser von etwa 5 Millimetern eiförmig bis länglich-eiförmig; sie sind bis 2 Zentimeter lang gestielt.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Spelzen der weiblichen Blüten sind lanzettlich mit lang zugespitztem oberen Ende, etwa doppelt so lang wie die Schläuche, dunkel-kastanienbraun mit grünem Mittelstreifen;<ref name="Schultze-Motel1980" /> sie fallen früh ab.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Schläuche sind bei einer Länge von 2,5 bis 3 Millimetern sowie einer Breite von 1,5 bis 2 Millimeter elliptisch, linsenförmig abgeflacht, nur schwach nervig und im Querschnitt undeutlich dreikantig; sie sind am Grund zu einem langen Stiel zusammengezogen und nach oben in einen sehr kurzen Schnabel verschmälert.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Schläuche sind dicht papillös, kahl, gras-grün und später braun.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die weiblichen Blüten besitzen drei Narben.

Die Frucht ist verkehrt-eiförmig und dreikantig.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 58 oder 60.<ref name="Oberdorfer2001" />

Systematik und Vorkommen

Carex magellanica wurde 1792 von Jean-Baptiste de Lamarck in Encyclopédie Méthodique. Botanique ..., Band 3(2), S. 385 erstbeschrieben. Die Riesel-Segge wurde 1803 durch Göran Wahlenberg als Varietät Carex limosa var. irrigua in Kongl. Vetenskaps Academiens Nya Handlingar, Serie 2, Band 24, S. 162 erstbeschrieben. Sie wurde 1933 von Henrik Ilmari Augustus Hiitonen in Suomen Kasvio 437..., S. 161 als Unterart Carex magellanica subsp. irrigua <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wahlenberg) Hiitonen zu Carex magellanica <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. gestellt. Synonyme für Carex magellanica subsp. irrigua <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wahlenberg) Hiitonen sind: Carex paupercula <templatestyles src="Person/styles.css" />Michx., Carex irrigua <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wahlenb.) Hoppe, Carex paupercula subsp. irrigua <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wahlenb.) Á.Löve & D.Löve.<ref name="Euro+Med" />

Von Carex magellanica gibt es zwei Unterarten:

  • Carex magellanica subsp. irrigua <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wahlenb.) Hiitonen (Syn.: Carex magellanica subsp. planitiei <templatestyles src="Person/styles.css" />(Asch. & Graebn.) W.Schultze-Motel, Carex paupercula <templatestyles src="Person/styles.css" />Michx., Carex paupercula subsp. irrigua <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wahlenb.) Á.Löve & D.Löve, Carex limosa var. irrigua <templatestyles src="Person/styles.css" />Wahlenb.): Sie kommt in den gemäßigten und subarktischen Zonen der Nordhalbkugel vor.<ref name="POWO" />
  • Carex magellanica <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. subsp. magellanica (Syn.: Carex abjiciens <templatestyles src="Person/styles.css" />Steud., Carex cernua <templatestyles src="Person/styles.css" />Phil. nom. illeg., Carex lenticularis <templatestyles src="Person/styles.css" />Dewey nom. illeg., Carex limosa var. humilior <templatestyles src="Person/styles.css" />St.-Lag.): Sie kommt nur im südlichen Südamerika in Argentinien und Chile und auf den Falkland-Inseln vor.

Die Riesel-Segge (Carex magellanica subsp. irrigua) besiedelt in Mitteleuropa fast ausschließlich alpine Hochmoore, vor allem in Höhenlagen von 1000 bis 2000 Metern.<ref name="Aichele2000" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie in Vorarlberg nahe dem Kalbelesee am Hochtannberg bis zu einer Höhenlage von 1660 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2001" /> Sie steigt am Berninapass in Graubünden bis 2350 Meter auf.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Außerhalb der Alpen kommt sie in Mitteleuropa nur im Bayerischen Wald und in den kalkfreien Mittelgebirgen von Tschechien und Slowenien vor; sie fehlt aber auch hier in weiten Gebieten. Insgesamt ist sie in Mitteleuropa sehr selten.<ref name="Aichele2000" /> Sie gilt in Deutschland als „gefährdet“<ref name="FloraWeb" />, in der Schweiz als „potentiell gefährdet“.<ref name="InfoFlora" />

Carex magellanica subsp. irrigua wächst in mesotrophen, kalkarmen Zwischenmooren und Moorwäldern.<ref name="Rothmaler2-13"/> Sie ist eine territoriale Charakterart des subalpinen Caricetum fuscae, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Rhynchosporion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die Riesel-Segge wächst auf kalkfreien, sauren, torfigen Böden, die nass und kühl sein sollten.<ref name="Aichele2000" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w (nass aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanischl).<ref name="InfoFlora" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Carex paupercula Michx. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Aichele2000"> </ref> <ref name="Rothmaler2-13"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2001"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 271. </ref> <ref name="Schultze-Motel1980"> Wolfram Schultze-Motel: Familie Cyperaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 178–180. </ref> <ref name="Euro+Med"> P.Jiménez-Mejías, M.Luceño (2011+): Cyperaceae. Datenblatt Carex magellanica subsp. irrigua In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="POWO"> Rafael Govaerts, D. A. Simpson: World Checklist of Cyperaceae. Sedges, S. 1–765. Datenblatt Carex magellanica subsp. irrigua (Wahlenb.) Hiitonen. bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="FloraWeb"> Carex paupercula Michx., Riesel-Segge. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> </references>

Weblinks

Commons: Riesel-Segge (Carex magellanica) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur

  • W. Dietrich, K. Rehnelt: Notiz zur Öko-soziologie von Carex magellanica Lam. subsp. irrigua (Wahlenb.) Hiitonen in den Alpen. In: Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Band 49, 1978., S. 31–33 (PDF-Datei).