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Faden-Segge

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Faden-Segge
Datei:Carex lasiocarpa Kiiminki, Finland 25.06.2013.jpg

Faden-Segge (Carex lasiocarpa)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Faden-Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex lasiocarpa
Ehrh.

Die Faden-Segge (Carex lasiocarpa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seggen (Carex) innerhalb der Familie Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Sie ist auf der Nordhalbkugel in gemäßigten bis borealen und subarktischen Gebieten Eurasiens und Nordamerikas weitverbreitet.<ref name="WCSP" />

Beschreibung

Datei:Carex lasiocarpa cala11 003 pvp.jpg
Blütenstände mit männlichen und weiblichen Ährchen
Datei:Carex lasiocarpa female spike kz.jpg
Weibliches Ährchen
Datei:Carex lasiocarpa cala11 002 pvp.jpg
Spelzen, Schläuche und Früchte
Datei:Carex lasiocarpa — Flora Batava — Volume v6.jpg
Illustration aus der Flora Batava, Volume 6

Vegetative Merkmale

Die Faden-Segge ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100 (selten 120) Zentimetern. Sie bildet ein weit kriechendes Rhizom und wächst daher lockerrasig. Der aufrechte Stängel ist dünn, 1 (bis 2) Millimeter dick, eher rundlich, glatt, höchstens oben leicht rau und im oberen Teil ohne Blätter.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die graugrünen, unbehaarten Laubblätter sind steif, bis 100 Zentimeter lang und dabei mit einer Breite von 1 bis 1,5 Millimetern relativ schmal und rinnig eingerollt. Die grundständigen Blattscheiden sind hell- bis dunkelbraun, dabei häufig rötlich überlaufen und etwas netzfaserig.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt im Mai und Juni. Die Faden-Segge ist eine Verschiedenährige Segge. Der Blütenstand ist bis 15 Zentimeter lang und besteht aus 1 bis 3 männlichen Ährchen und 1 bis 2 (bis 3) darunter stehenden weiblichen Ährchen.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Das unterste Hüllblatt ist krautig, überragt den Blütenstand und hat eine kurze Scheide. Die weiblichen Ährchen sind 1 bis 3 Zentimeter lang und vielblütig. Das unterste Ährchen ist bis zu 2 Zentimeter lang gestielt. Die Spelzen der weiblichen Blüten sind lanzettlich, spitz bis stachelspitzig, 3,5 bis 5 Millimeter lang, dunkelbraun mit hellerem Mittelstreifen und weißhäutigen Rändern.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Das oberste männliche Ährchen ist schmal zylindrisch, 4 bis 8 Zentimeter lang und 2 Millimeter breit.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die andern männlichen Ährchen sind kleiner. Die Spelzen der männlichen Blüten sind schmal lanzettlich, 5 bis 7 Millimeter lang und etwa 1 Millimeter breit.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Schläuche sind schräg abstehend, länglich eiförmig, im Querschnitt rundlich bis undeutlich dreieckig, 4 bis 5 Millimeter lang, fast 2 Millimeter breit, etwas aufgeblasen, nach oben allmählich in den kurzen zweizähnigen Schnabel verschmälert, dicht kurzhaarig und graugrün bis graubraun.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Der Griffel trägt drei Narben. Die Frucht ist verkehrt eiförmig, dreikantig, etwa 2 Millimeter lang, weniger als 1 Millimeter breit und gelbbraun.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die Faden-Segge ist zirkumpolar verbreitet und ist ein gemäßigtes bis boreales Florenelement. Sie kommt auf der Nordhalbkugel in gemäßigten bis borealen Gebieten Eurasiens und Nordamerikas vor. Es gibt Fundorte in Frankreich, Spanien, Deutschland, Österreich, in der Schweiz, in Italien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Irland, im Vereinigten Königreich, Belgien, Tschechien, Ungarn, in den Niederlanden, in Polen, in der Slowakei, Belarus, Estland, Litauen, Lettland, Moldawien, im europäischen Teil Russlands, in der Ukraine, in Bulgarien, Kroatien, Montenegro, Rumänien, Serbien, Slowenien, Armenien, Georgien, Ciscaucasien, Sibirien, in Russlands Fernen Osten, Kasachstan, in der nördlichen Mongolei, in den chinesischen Provinzen Heilongjiang sowie Nei Monggol,<ref name="FoC" /><ref name="IUCN" /> auf den japanischen Inseln Hokkaidō sowie Honshu, in Korea, in den kanadischen Provinzen Yukon Territory, Newfoundland, Nova Scotia, Ontario, Prince Edward Island, Québec, St. Pierre und Miquelon, British Columbia, Manitoba, Saskatchewan und in den US-Bundesstaaten Connecticut, Indiana, Maine, Massachusetts, Michigan, New Hampshire, New Jersey, New York, Ohio, Pennsylvania, Rhode Island, Vermont, Illinois, Iowa, Minnesota, Wisconsin, Idaho, Montana, Washington, Virginia sowie Kalifornien<ref name="FoNA" /> und im mexikanischen Bundesstaat Baja California.<ref name="WCSP" /><ref name="GRIN" /><ref name="IUCN" />

Sie ist in Deutschland in den Alpen und ihrem Vorland verbreitet, ansonsten zerstreut. Sie wächst in Deutschland in kalkarmen Flach- und Zwischenmooren, am Rand von Hochmoorseen, in Gräben und Schlenken. Sie geht auch an den Rand von Hochmooren und in basenarme Streuwiesen. Die Faden-Segge wächst in Mitteleuropa auf torfigem Untergrund, sie geht aber auch auf lockeren, basen- und stickstoffarmen Schlamm; sie ist kalkscheu.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Sie kommt in Deutschland von der collinen bis in die montane Höhenstufe in Höhenlagen bis zu 1500 Metern vor. In den Allgäuer Alpen steigt sie in Vorarlberg südwestlich der Breiten-Alpe am Schrannenbach nördlich Schoppernau bis in eine Höhenlage von 1540 Meter auf.<ref name="Dörr-Lippert" /> In Graubünden im Dischmatal erreicht sie 1980 Meter Meereshöhe.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Sie gedeiht in der Schweiz von der collinen bis in die montane, manchmal subalpinen Höhenstufe im Mittelland, im Jura, in der Alpennordflanke (nur äussere Ketten), in Graubünden uns im südlichen Tessin vor.<ref name="InfoFlora" /> Sie kommt in Norditalien vor.<ref name="FloraItaliana" />

In Deutschland gilt die Art als „gefährdet“<ref name="FloraWeb" />, in der Schweiz als „verletzlich“.<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik

Die Erstveröffentlichung von Carex lasiocarpa erfolgte 1784 durch Jakob Friedrich Ehrhart in Hannoverisches Magazin worin kleine Abhandlungen, ... gesamlet und aufbewahret sind, Band 22(9), S. 132–133.<ref name="Ehrhart 1784" /><ref name="Tropicos" /><ref name="WCSP" /> Ein Synonym von Carex lasiocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />Ehrh. ist Carex filiformis <templatestyles src="Person/styles.css" />Gooden.<ref name="Euro+Med" />

Von Carex lasiocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />Ehrh. gibt es drei Varietäten:<ref name="WCSP" />

  • Carex lasiocarpa var. americana <templatestyles src="Person/styles.css" />Fernald (Syn.: Carex lasiocarpa subsp. americana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fernald) Á.Löve & J.-P.Bernard, Carex filiformis var. lanuginosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michx.) Britton, Carex lanuginosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Michx., Carex lanuginosa var. americana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fernald) B.Boivin, Carex lanuginosa var. kansana <templatestyles src="Person/styles.css" />Britton, Carex lasiocarpa var. lanuginosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michx.) Kük., Carex lasiocarpa subsp. lanuginosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michx.) R.T.Clausen & Wahl, Carex lanuginosa var. oriens <templatestyles src="Person/styles.css" />Raymond): Sie ist vom subarktischen Nordamerika von Alaska und Kanada (British Columbia, Labrador, Manitoba, Newfoundland, Northwest Territories, Nova Scotia, Ontario, Prince Edward Inseln, Québec, Saskatchewan) über weite Gebiete der nördlichen, westlichen sowie zentralen Vereinigten Staaten (Bundesstaaten Washington, Kalifornien, Connecticut, Georgia, Idaho, Illinois, Indiana, Iowa, Massachusetts, Michigan, Minnesota, Montana, New Hampshire, New Jersey, New York, Ohio, Pennsylvania, Rhode Island, Vermont, Virginia, Wisconsin) bis zum mexikanischen Bundesstaat Baja California weitverbreitet.<ref name="WCSP" /><ref name="IUCN" />
  • Carex lasiocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />Ehrh. var. lasiocarpa (Syn.: Carex splendida <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd., Carex filiformis var. latifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Boeckeler, Carex filiformis var. australis <templatestyles src="Person/styles.css" />L.H.Bailey): Sie ist in den gemäßigten Gebieten Eurasiens verbreitet.<ref name="WCSP" />
  • Carex lasiocarpa var. occultans <templatestyles src="Person/styles.css" />(Franch.) Kük. (Syn.: Carex filiformis var. occultans <templatestyles src="Person/styles.css" />Franch., Carex occultans <templatestyles src="Person/styles.css" />(Franch.) V.I.Krecz., Carex lasiocarpa var. fuscata <templatestyles src="Person/styles.css" />Ohwi, Carex lasiocarpa subsp. occultans <templatestyles src="Person/styles.css" />(Franch.) Hultén, Carex koidzumii <templatestyles src="Person/styles.css" />Honda, Carex koidzumii var. fuscata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ohwi) Ohwi): Sie kommt von Korea über Sachalin bis Japan vor.<ref name="WCSP" />

Taxonomische Erklärung

Von Carex lasiocarpa wird durch Anhängen des Suffix -ion an den Stamm von Carex, gen. Caricis, also Caric- der Name des Pflanzenverbands „Caricion lasiocarpae“ abgeleitet. Carex lasiocarpa ist eine Charakterart des Caricetum lasiocarpae.<ref>Josias Braun-Blanquet. Plant sociology, Chapter XV: Classification of Communities. page 364 </ref>

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"></ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 283.</ref> <ref name="FoNA">Peter W. Ball, A. A. Reznicek: Carex. In: </ref> <ref name="FoC">Lun-Kai Dai, Prof. Song-Yun Liang, Shuren Zhang, Yancheng Tang, Tetsuo Koyama, Gordon C. Tucker: Carex. In: </ref> <ref name="InfoFlora"> Carex lasiocarpa Ehrh. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="FloraItaliana">Datenblatt bei Schede di Botanica - Flora Italiana.</ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Tropicos">Carex lasiocarpa bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Ehrhart 1784">Jakob Friedrich Ehrhart: Botanische Bemerkungen (Fortsetzung). In: Hannoverisches Magazin. Band 22, Nr. 9, S. 129–144 (hier: S. 132).</ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016.2. Eingestellt von: R. V. Lansdown, 2014. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Schultze-Motel1980">Wolfram Schultze-Motel: Familie Cyperaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 264–265. </ref> <ref name="Euro+Med"> P.Jiménez-Mejías, M.Luceño (2011+): Cyperaceae. Datenblatt Carex lasiocarpa In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="FloraWeb"> Carex lasiocarpa Ehrh., Faden-Segge. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> </references>

Weblinks

Commons: Faden-Segge (Carex lasiocarpa) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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