Zum Inhalt springen

Freda Wuesthoff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. Mai 2025 um 17:03 Uhr durch imported>Psittacuso (lf).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Freda Wuesthoff (* 16. Mai 1896 in Leipzig<ref>Geburtsregister Standesamt Leipzig, Nr. 2129/1896</ref> als Freda Anna Lina Eugenie Hoffmann; † 5. November 1956 in München) war eine deutsche Patentanwältin und Pazifistin. Sie war eine der Mitbegründerinnen der organisierten Friedensbewegung in Deutschland.

Datei:Grab Freda Wüsthöff.jpg
Grab von Freda Wuesthoff und ihrem Ehemann Franz auf dem Bogenhausener Friedhof in München

Leben

Freda Hofmann stammte aus einer bürgerlichen Familie, 1914 machte sie ihr Abitur. Anschließend studierte sie Physik, Chemie und Mathematik, unter anderem in Berlin und Heidelberg,<ref>Universitätsarchiv Heidelberg StudA Hoffmann, Freda (1920)</ref> und promovierte in München. 1924 leitete sie die physikalische Abteilung des Instituts für Zuckerindustrie. Gemeinsam mit ihrem Verlobten, Franz Wuesthoff, machte sie danach eine Ausbildung zum Patentanwalt, welche sie im Jahre 1927 erfolgreich abschloss. Sie war damit die erste Frau, die in Deutschland Patentanwalt wurde. Zusammen mit Franz Wuesthoff gründete sie im Jahre 1927 in Berlin die Patentanwaltskanzlei Wuesthoff & Wuesthoff, deren Büro sie nach der Übersiedelung des Deutschen Patentamtes 1949 ebenfalls nach München verlegten.<ref>Wuesthoff & Wuesthoff: Geschichte</ref> Die Kanzlei spezialisierte sich auf Sortenschutz, d. h. Schutzrechte für Pflanzenneuzüchtungen.

Datei:Freda Wuesthoff unbelasted, Landesarchiv Baden-Wuerttemberg Staatsarchiv Sigmaringen Wue 13 T 2 Nr. 2623-575.jpg

Zur Zeit des Nationalsozialismus durfte sie als so genannte „Halbjüdin“ ihrer Berufstätigkeit nicht nachgehen. Die Abwürfe der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki brachten sie zur Friedensarbeit. Die promovierte Physikerin warnte die deutsche Öffentlichkeit vor den Gefahren der Kernenergie. Sie gründete den „Stuttgarter Friedenskreis“, in dem sie gleichgesinnte Frauen aus ganz Deutschland versammelte. Der Friedenskreis setzte sich für Friedensförderung ein, formulierte Friedensartikel für Verfassungen einiger Bundesländer und des Grundgesetzes und entwarf ein Arbeitsprogramm für den Frieden an den deutschen Schulen. Wuesthoff arbeitet dabei u. a. zusammen mit: Agnes von Zahn-Harnack, Elly Heuss-Knapp, Marie Elisabeth Lüders, Gertrud Bäumer und Theanolte Bähnisch. Letztere gründete 1949 den Deutschen Frauenring, in dem Wuesthoff verantwortlich mitarbeitete, zunächst als Leiterin der „Friedenskommission“, dann als dessen offizielle Referentin für Atomfragen. In dieser Eigenschaft war sie bis zuletzt Mitglied der Strahlenschutzkommission der Bundesregierung. Daneben war Freda Wuesthoff auch wieder in ihrem Beruf tätig, u. a. in verschiedenen Kommissionen für gewerblichen Rechtsschutz. Im Rahmen der Entnazifizierung wurde sie 1950 vom "Staatskommissariat für die politische Säuberung" als unbelasted eingestuft, jedoch wird eine Mitgliedschaft im NSV erwähnt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Staatsarchiv Sigmaringen Wü 13 T 2 Nr. 2623/575.] In: Landesarchiv Baden-Württemberg. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 24. März 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Freda Wuesthoff starb am 5. November 1956 in München an einer Embolie infolge eines schweren Armbruchs. Sie ist auf dem Bogenhausener Friedhof begraben.

Schriften

  • 1957: Atomenergie und Frieden (mit Franz Wuesthoff)
  • 1957: Es ist keine Zeit mehr zu verlieren (mit O. Maier)
  • 1958: Wir haben die Wahl (mit Franz Wuesthoff)

Ehrungen

Datei:Freda-Wuesthoff-Weg Freiburg (cropped).jpg
Straßenschild in Freiburg

Nach Freda Wuesthoff ist der Freda-Wuesthoff-Weg in München-Bogenhausen benannt. Ebenso gibt es im Freiburger Stadtteil Rieselfeld den nach ihr benannten Freda-Wuesthoff-Weg und die Freda-Wuesthoff-Straße in Lemgo.

Literatur

  • Freda Herzfeld-Hoffmann (= Freda Wuesthoff): Frauen als Patentanwälte. In: Mitteilungen der deutschen Patentanwälte, 1930, S. 232–233
  • Günther Berthold: Freda Wuesthoff, eine Faszination. Herder, 1984. ISBN 3-451-08018-4
  • Vorlage:LuiseBMS
  • Marion Röwekamp: Freda Wuesthoff (1896–1954). In: Simon Apel u. a. (Hrsg.): Biographisches Handbuch des Geistigen Eigentums, Verlag: Mohr Siebeck, Tübingen 2017, ISBN 978-3-16-154999-1, S. 279–282.

Weblinks

Commons: Freda Wuesthoff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein