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Saadi

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Datei:Sadi in a Rose garden.jpg
Saadi (rechts) schlägt seinem Freund vor, den Rosengarten zu schreiben. Mogulische Miniatur nach Saadis Einleitung, ca. 1645.
Datei:Aramgah-e-saadi shiraz.jpg
Saadis Grabmal in Schiras
Datei:The tomb of Saadi 1.jpg
Andere Ansicht von Saadis Grabmal

Saadi oder Sa'di (persisch سعدی, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); * um 1210; † um 1292<ref>Saʿdī. In: Encyclopædia Iranica</ref>), mit vollem Namen Abu Moḥammad Mošarref ad-Din Moṣleḥ bin ʿAbd-Allāh bin Mošarref Širāzi,<ref>persisch ابو محمّد مُشرف الدين مُصلح بن عبدالله بن مشرّف سعدى شيرازى, auch nur persisch مصلح الدين سعدى, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) mit dem Ehrentitel Šaiḫ.</ref> war ein persischer Dichter und Mystiker. Er ist insbesondere für seine beiden Werke Bustān und Golestān („Rosengarten“) bekannt. Saadi stammte aus Schiras (im heutigen Iran), wo er auch viele Jahre seines Lebens verbrachte. Bis heute vielbesucht ist sein dortiges Mausoleum.

Leben und Werk

Saadis Leben ist insgesamt nicht sehr gut bekannt. Nicht einmal die korrekte Form seines Namens ist mit Sicherheit zu rekonstruieren. „Saadi“ war ein Künstlername (Tachallus), den er sich unter Bezug auf einen der salghuridischen Herrscher von Schiras gegeben hat.

Für sein Geburtsjahr gibt es verschiedene Angaben. Es ist wahrscheinlich, dass er um 1210 geboren worden ist. Als junger Mann begab er sich nach Baghdad, wo er an der sehr anerkannten Nezamiyya, einer islamischen Hochschule (madrasa), studierte. Nach seiner Zeit in Baghdad begab sich Saadi auf ausgedehnte Reisen. Es gilt als sicher, dass er nach Syrien und Palästina, auch auf die Arabische Halbinsel und in den Irak reiste; ob er auch bis in den Osten Irans und nach Indien gekommen ist, gilt als zweifelhaft. Um 1257 kehrte er nach Schiras zurück. Dort verfasste er kurz nacheinander Bustān („Duftgarten“) und Golestān („Rosengarten“), die beiden Werke, für die er in der Nachwelt am bekanntesten ist. Vor allem in Iran erfreut sich insbesondere der Golestān bis heute sehr großer Beliebtheit und ist so bekannt, dass aus ihm in allen Lebenslagen zitiert wird.

Neben diesen beiden Hauptwerken hat Saadi auch lehrhafte Schriften sowie eine Sammlung von mit Versen durchsetzten Prosa-Erzählungen (meist „Dīwān“ genannt) verfasst. Saadis Œuvre lässt sich zum Teil dem Genre der Fürstenspiegel zuordnen, umfasst aber auch lustige und zum Teil anzüglich-derbe Episoden und Verse. Es lassen sich auch Einflüsse durch den Sufismus feststellen.

Manche seiner Schriften unterliegen wegen ihrer deftigen Ausdrucksweise bis heute der Zensur; so ist die Gesamtausgabe seiner Werke zwar in der Qadjarenzeit (19. Jh.) als Lithographie vollständig veröffentlicht worden, es gibt aber bis heute keine vollständige kritische Edition.

Saadi hat einen großen Einfluss auf die spätere persische Literatur ausgeübt, wurde aber auch außerhalb Irans rezipiert. So wurde beispielsweise der osmanische Hofdichter Hayâlî in seiner Jugend stark von den Gedichten Saadis beeinflusst.

In Europa wurde Saadi erstmals durch André du Ryers französische Übersetzung des Golestan (1634) bekannt. Ins Deutsche wurde er unter anderem 1846 durch Karl Heinrich Graf übersetzt.

Werke (Auswahl)

  • „Bustan“ (persisch بوستان, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Der Duftgarten‘)
  • Golestān“ (persisch گلستان, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Der Rosengarten‘)
    • Neuausgabe auf Deutsch: Rosengarten: (Golestan), in der Übersetzung von Karl Heinrich Graf. Hofenberg, Berlin 2018, ISBN 978-3-7437-2301-6.
  • „Persische und arabische Qasiden“ (von arabisch قصيدة, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚Elegie‘)
  • „Ghazaliat“ (arabisch غزليات, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚lyrische Gedichte‘), das in vier Bände unterteilt ist
  • „Tardschi'band“ (persisch ترجيع بند, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Refrain‘, Gedichte bestehend aus zwei reimenden Halbversen)
  • „Qata'at“ (arabisch قطعات, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚Stücke [von Gedichten]‘)
  • „Roba'iat“ (arabisch رباعيات, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)Vierzeiler‘)
  • „Mofradat“ (arabisch مفردات, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚Einzelne Doppelverse‘)
  • „Suknameh“ (persisch سوكنامه, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Trauergedicht‘)
  • „Molamma'at wa mosallasat“ (von arabisch ملمعات ومثلثات, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), zweisprachige arabisch-persische Gedichte)

Beispiele

<poem> Wenn einer in dem Volke töricht handelt, So fällt Verachtung gleich auf groß und klein. Oft kann ein einz’ger Ochse auf der Weide Verderber einer ganzen Herde sein.<ref>Von den Gesinnungen der Derwische</ref> </poem>

<poem> Zuwider ist mir ganz der Freunde Umgang, Die mir mein Schlechtes stets als Gutes zeigen, Im Fehler nur Verdienst und Vorzug sehen, Den Dorn als Jasmin und als Rose zeigen. Weit lieber unverschämte freche Feinde, Die mir ganz offen meine Fehler zeigen.<ref>Von den Vorteilen des Stillschweigens</ref> </poem>

Das Gedicht Alle Völker sind Glieder eines Körpers aus dem Zyklus Golestan ist auf dem Portal der Vereinten Nationen zu New York zu finden.<ref>Simone Kaiser: Im Garten der Sprache. In: Der Spiegel. 29. März 2010, abgerufen am 7. Juli 2025.</ref>

<poem> Die Menschenkinder sind ja alle Brüder Aus einem Stoff wie eines Leibes Glieder Hat Krankheit nur einzig Glied erfasst So bleibt anderen weder Ruh und Rast Wenn anderer Schmerz dich nicht im Herzen brennt Verdienst du nicht, dass man noch Mensch dich nennt

</poem>

Siehe auch

Literatur, Werkausgaben und Übersetzungen

  • Karl Heinrich Graf: Aus Sa'di's Diwan. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, Band 9. 1855. S. 92–135 (Digitalisat).
  • Rudolf Gelpke: Hundertundeine Geschichte aus dem Rosengarten. Ein Brevier orientalischer Lebenskunst. Piper, München/Zürich 2004, ISBN 3-492-24334-7.
  • Hans Bethge: Saʿdi der Weise. Die Lieder und Sprüche des Saʿdi. Hrsg.: Regina Berlinghof (= Nachdichtungen orientalischer Lyrik. Band 12). Yinyang-Media-Verlag, Kelkheim 2001, ISBN 3-9806799-6-9.
  • Saʿdi: Der Rosengarten. Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig/Weimar 1982.
  • Friedrich Rückert: Saadi’s Bostan. Biblio-Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-0592-7 (Zuvor hrsg. von Wilhelm Pertsch. Leipzig 1882.).
  • Friedrich Rückert: Aus dem Diwan. Hrsg.: Annemarie Schimmel. Reclam, Stuttgart 1981, ISBN 3-15-007944-6.

Weblinks

Commons: Saadi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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