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Banaba

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 10. März 2026 um 12:47 Uhr durch imported>Vivat Nauru (Japanische Herrschaft während des Zweiten Weltkrieges).
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Vorlage:Hinweisbaustein

Banaba

Datei:Banaba.png
Satellitenbild von Banaba
Gewässer Pazifischer Ozean
Geographische Lage 0° 51′ 34″ S, 169° 32′ 13″ OKoordinaten: 0° 51′ 34″ S, 169° 32′ 13″ O
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Datei:LocationBanaba.PNG
Lage von Banaba
Länge 3,5 km
Breite 2,7 km
Fläche 6,29 km²
Höchste Erhebung 81 m
Einwohner 333 (2020<ref></ref>)
53 Einw./km²
Hauptort Antereen
Datei:Banaba Island - Marplot Map with Contours (1-20,000).jpg
Karte von Banaba
Karte von Banaba

Banaba, früher Ocean Island genannt, ist eine zur Inselrepublik Kiribati gehörende Insel im Pazifischen Ozean. Sie besaß neben Nauru eine der bedeutendsten Phosphat-Lagerstätten des Pazifiks.

Geographie

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Banaba liegt vergleichsweise isoliert rund 430 km südwestlich der Gilbertinseln sowie 290 km östlich von Nauru. Es ist ein gehobenes Atoll mit einem Durchmesser von etwa 3,5 km sowie einer Fläche von 6,29 km².<ref></ref> Die Insel erreicht eine Höhe von bis zu 81 m über dem Meer und stellt somit die höchste Erhebung Kiribatis dar.

Auf der Insel leben rund 300 Einwohner, die sich auf drei (ehemals vier) Dörfer verteilen.<ref></ref>

1900 1995 2005<ref></ref> 2010<ref></ref> 2015<ref></ref> 2020<ref>Kiribati – Population and Housing Census 2020. Einwohnerzahlen aller Dörfer. In: microdata.pacificdata.org. Pazifische Gemeinschaft, 25. Juni 2024, abgerufen am 1. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Tabiang (Antereen) 60 16 108Vorlage:AccessibleTooltip 83Vorlage:AccessibleTooltip 102Vorlage:AccessibleTooltip 146Vorlage:AccessibleTooltip
Uma (Umwa, Ooma) 138 269 135Vorlage:AccessibleTooltip 155Vorlage:AccessibleTooltip - 158Vorlage:AccessibleTooltip
Tabwewa (Tabewa, Tapiwa) 133 54 58Vorlage:AccessibleTooltip 57Vorlage:AccessibleTooltip 166Vorlage:AccessibleTooltip 29Vorlage:AccessibleTooltip
Buakonikai 120 - - - - -
Banaba 451 339 301Vorlage:AccessibleTooltip 295Vorlage:AccessibleTooltip 268Vorlage:AccessibleTooltip 333Vorlage:AccessibleTooltip

Bis 1900 wurden die Distrikte Te Aonaonne und Toakira zum neuen Distrikt Buakonikai zusammengelegt.

Geschichte

Vorkoloniale Geschichte

Datei:00-243 Banaba.png
Historische Distrikte von Banaba (ab ca. 1600)

Laut mündlicher Überlieferung der Einwohner Banabas wurde die Insel in drei Wellen besiedelt. Die Erstbesiedlung erfolgte durch den melanesischen Clan der Te Aka, die vermutlich von den Banks-Inseln stammten. Im 16. Jahrhundert besiedelte ein zweiter Clan namens Auriaria die Insel. Die Ursprünge dieses Clans werden auf der heute zu Indonesien gehörenden Insel Halmahera vermutet. Im 17. Jahrhundert siedelten schließlich Gilbertesen von der Insel Beru auf Banaba.

Die fünf auf der Karte gezeigten historischen Distrikte (village districts) wurden in 85 kawa ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), etwa „Weiler“, mit jeweils vier oder fünf Gehöften oder Wohnstätten) gegliedert:<ref>H. C. & H. E. MAUDE: THE SOCIAL ORGANIZATION OF BANABA OR OCEAN ISLAND, CENTRAL PACIFIC. In: The Journal of the Polynesian Society, Volume 41 1932, S. 262–301</ref>

Tabwewa District Tabiang District Te Aonoanne District Toakira District Uma District
  1. Te Karia—Taekarau
  2. Kabi-ni marata
  3. Tabongea
  4. Namanai
  5. Tekerau
  6. Aobike
  7. Te Maiu
  8. Ao-n te marae
  9. Te Karieta—Mangati
  10. Uma na kainnako
  11. Karongoa
  12. Te Kainga
  13. Ao-n te bonobono
  14. Tabo-n te marae
  15. Karibariki
  16. Mixed Karia and Karieta
        —Aurakeia Marakei
          Te I-Namoriki
  1. Nokuao
  2. Te aba uareke
  3. Te aba ni mate
  4. Oraka
  5. Eta-ni Banaba
  6. Bare bongawa
  7. Ata-ni Banaba
  8. Nakieba
  9. Tarakabu
  10. Tabo-n te marae
  11. Tabo-ni buota
  12. Tabo Matang
  13. Buki
  14. Bare buairake
  15. Neingkambo
  16. Nanimanomano
  17. Tabiang
  18. Nei Rao
  19. Buariki
  20. Taiki
  21. Tangi-n te ba
  22. Te Aba-n aine
  23. Te Kammamma
  1. Te Mara-ni kaomoti
  2. Te Katuru
  3. Te Maeka-n anti
  4. Ao-n natiabouri
  5. Terike
  6. Te Ababa
  7. Toka mauea
  8. Bakatere
  9. Ao-n te katoutou
  10. Norauea
  11. Te Aka
  12. Taborake
  13. Te Angaba
  1. Toakira maeao
  2. Toakira mainiku
  3. Niniki
  4. Te Roko-ni borau
  5. Te Bubunnai
  6. Te Kamaruarua
  7. Nei Tang
  8. Nakieba
  9. Tangi-n te ba
  10. Te Uma reburebu
  1. Nang Kouea
  2. Rariki-n te kawai
  3. Naruku
  4. Te Reineaba
  5. Te Toka
  6. Te Rawa i-eta
  7. Nuka
  8. Te Banga-ni U
  9. Te Maneaba
  10. Te Mangaua
  11. Te Tarine
  12. Tonga i-eta
  13. Te Wae
  14. Bare tarawa
  15. Aoniman
  16. Taboiaki
  17. Naria kaina
  18. Bwibwi-n toora
  19. Ata-n te Maneaba
  20. Tabo-n te ba
  21. Te Uma-ni mane
  22. Te Rawa i-nano
  23. Ao-n te marae

Europäische Entdeckung und Kolonialismus

Datei:Map Banaba Island 1936-en.svg
Karte von Banaba (früher Ocean Island), 1936

Am 3. Januar 1801 wurde die Insel vom Kapitän des amerikanischen Schiffes Diana, Jared Gardner, zum ersten Mal von einem Europäer gesichtet. Zuerst hielt er die Insel für das etwa 770 km östlich gelegene Nikunau. Nachdem er erkannte, eine neue Insel entdeckt zu haben, nannte er sie schließlich Rodman’s Island. 1804 sichtete der Kapitän John Mertho vom britischen Schiff Ocean zufällig die Insel und nannte sie Ocean Island. Doch blieb die Gemeinschaft der Einwohner, die sich aus verschiedenen Menschen aus dem Pazifikgebiet zusammensetzte, für die Kolonialmächte ohne Interesse. Im Jahre 1900 jedoch entdeckten sie, dass das gesamte Felsgestein aus versteinertem Vogelkot (Guano), somit fast ausschließlich aus Phosphat, bestand.

Banaba war damit neben Nauru die zweite Insel im Westpazifik, auf welcher große Phosphatlager nachgewiesen wurden. 1901 besetzten Briten die Insel, annektierten sie und ordneten sie ihrer Kolonie Gilbert- und Elliceinseln zu. Banaba erhielt den Namen Ocean Island. Die Pacific Islands Company aus Sydney begann unmittelbar mit dem Abbau des Rohstoffes, für den es als Dünger in Australien und Neuseeland eine enorme Nachfrage gab. Für den Transport zum Hafen wurde eine etwa drei Kilometer lange Schmalspurbahn gebaut. Die Pacific Islands Company legitimierte sich mit einem Abkommen mit dem „König von Banaba“. Dieser habe ihnen die Abbaurechte für 999 Jahre zum Preis von 50 Pfund jährlich verpachtet. Allerdings existierte auf Banaba nie ein feudales System und auch kein König, der derartige Zusagen hätte treffen können.

Japanische Herrschaft während des Zweiten Weltkrieges

Mit 500 Soldaten und einer halben Hundertschaft Zwangsarbeiter besetzte im Rahmen der Operation RY am 27. August 1942 Japan die Insel im Pazifikkrieg. Während die Briten bis auf fünf alle Europäer und die rund 800 chinesischen Arbeiter der Company bereits evakuiert hatten, ließen sie die ca. 700 Einheimischen und weitere 713 Arbeitsmigranten auf der Insel zurück. 349 überlebten das nun folgende Terrorregime nicht. „Erschießungen, Prügel mit Holzknüppeln, Folter mit Elektroschocks und Vergewaltigungen waren an der Tagesordnung. Selbst für kleinste „Vergehen“ wie das Abpflücken einer Kokosnuss verhängten die Japaner die Todesstrafe. Eltern schlugen sie vor den Augen ihrer Kinder die Köpfe ab.“<ref>Alle Zitate siehe: Unsere Opfer zählen nicht: die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg. R.J.B., Berlin 2005.</ref><ref>R. K. Sigrah, S. M. King: Banaba under Japanese Occupation WWII. Extracts: Chapter 27 – JAPANESE OCCUPATION "Te Rii Ni Banaba – The Backbone of Banaba". In: Come Meet the Banabans. 2001, abgerufen am 10. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der dabei überlebende Minenarbeiter Tikaouti Bonabati von den Gilbert-Inseln sagte: „Es wäre besser gewesen, Soldat zu sein statt ein gefangener Zivilist. Soldaten haben Waffen und damit eine Chance. Wir hatten keine. Wir waren Sklaven, und sie behandelten uns wie Schweine. Menschenrechte galten für uns nicht.“ Ituaso Lafai berichtet von der Köpfung zweier Männer von den Gilbert-Inseln, bei denen alle Einwohner anwesend sein mussten. Anlass war der Diebstahl einer Handvoll Reis.

Mitte August 1945 verschleppten die Japaner in einer nächtlichen Aktion alle bis auf 150 junge männliche Einwohner in ein pazifisches Arbeitslager. Sehr wahrscheinlich war es der 20. August 1945, als die Japaner die restlichen Einwohner zu einer Klippe in der Nähe des Dorfes Tabiang führten, ihnen die Augen verbanden und – nach einem UNESCO-Report – ein Massaker an 143 Banabaren verübten.

Am 1. Oktober 1945 landeten die Alliierten auf der Insel. Die Japaner erklärten, dass alle Einwohner evakuiert worden seien. Erst Anfang Dezember wurde der 28-jährige Kabunare aus Nikunau als einziger Überlebender des Massakers entdeckt und konnte von der Gräueltat berichten. Das Massaker wurde im Rahmen der Kriegsverbrecherprozesse in Neuguinea unter australischer Regie juristisch behandelt.

Den 1003 Bewohnern der Insel, die vorwiegend in japanischen Arbeitslagern bis Ende 1945 das Leiden überlebt hatten, wurde von den Briten die Rückkehr auf die Insel verweigert. Sie wurden auf die 2500 Kilometer entfernte Fidschi-Insel Rabi gebracht.

Kiribatische Oberhoheit nach dem Zweiten Weltkrieg

Erst nach politischen Protesten konnten die Bewohner ab 1979 wieder in ihre durch den britischen Phosphatabbau völlig zerstörte Heimat zurückkehren.

Inzwischen kehrten einige Banabaner wieder auf die Insel zurück, wovon aber etwa die Hälfte 1999/2000 wieder nach Rabi emigrierte. Versuche, Banaba als eigenständigen Staat von Kiribati zu lösen, schlugen bisher fehl.

Literatur

  • Katerina Martina Teaiwa: Consuming Ocean Island. Stories of People and Phosphate from Banaba. Indiana University Press, Bloomington, Indiana, 2015, ISBN 978-0-253-01460-3. Ausführliche Online-Vorschau
  • Raobeia Ken Sigrah, Stacey M. King: Te rii ni Banaba. Institute of Pacific Studies, University of the South Pacific, Suva, Fiji 2001, ISBN 982-02-0322-8 (Bibliografie S. 312–316). Ausführliche Online-Vorschau
  • Henry Evans Maude: The book of Banaba. From the Maude and Grimble papers and published works. Edited by H. C. and H. E. Maude. Institute of Pacific Studies, University of the South Pacific, (Suva) 1994, ISBN 0-646-20128-X.
  • Martin G. Silverman: The Resettled Banaban (Ocean Island) Community in Fiji: A Preliminary Report In: Current Anthropology. Vol. 3, No. 4 (Okt. 1962), S. 429–431.
  • Richard Neil Posnett: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ocean Island and the Banabans. A report to the Minister of State for Foreign and Commonwealth Affairs. 1978 (Memento vom 31. März 2011 im Internet Archive) (PDF; 4,1 MB), englisch.
  • Unsere Opfer zählen nicht: die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg. Rheinisches Journalistinnenbüro (R.J.B.), Berlin 2005, ISBN 3-935936-26-5.

Weblinks

Commons: Banaba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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