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Uterusruptur

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Klassifikation nach ICD-10
O71.1 Uterusruptur während der Geburt
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Die Uterusruptur (oder Gebärmutterriss) ist ein Zerreißen des Uterus meist während der Geburt. Die Häufigkeit beträgt ca. 1:1500 Geburten.

Ursachen

Die häufigste Ursache ist eine vorangegangene Operation an der Gebärmutter. Spontanrupturen können auftreten bei

  • Fehlbildungen wie Uterus bicornis,
  • Lageanomalien oder bei Missverhältnis
  • Überdosierung von Wehenmitteln (infolge dessen Wehensturm)<ref name="DOI10.1007/978-3-540-32868-1">Klaus Diedrich, A. Schultze-Mosgau, Wolfgang Holzgreve, W. Jonat, Klaus-Theo M. Schneider, Jürgen Weiß: Gynäkologie und Geburtshilfe. In: Springer-Lehrbuch. 2006 doi:10.1007/978-3-540-32868-1.</ref><ref name="DOI10.1007/978-3-642-25096-5">W. Distler, Axel Riehn: Notfälle in Gynäkologie und Geburtshilfe. In: Springer eBooks. 2012 doi:10.1007/978-3-642-25096-5.</ref>
  • Rudimentäres Uterushorn<ref name="DOI10.1007/978-3-540-32868-1"/>
  • Multiparität (mehrere vorangegane Geburten)<ref name="DOI10.1007/978-3-540-32868-1"/>
  • geburtshilfliche Operationen<ref name="DOI10.1007/978-3-642-25096-5"/>

Traumatische Zerreißungen der Gebärmutter können in seltenen Fällen bei starker äußerer Gewalteinwirkung, z. B. Verkehrsunfällen auftreten.<ref name="DOI10.1007/978-3-642-25096-5"/>

Formen

Man unterscheidet die komplette Uterusruptur, bei der das Kind in der Bauchhöhle liegt, und die gedeckte Uterusruptur, bei der es zur Dehiszenz einer Uterusnarbe ohne offene Verbindung zur Bauchhöhle kommt.

Symptome

Symptome der drohenden Ruptur sind eine Erhöhung der Wehenfrequenz bis Wehensturm, innere Unruhe und Angstzustände sowie ein starker Druckschmerz im unteren Uterinsegment. Es kommt zu einem Geburtsstillstand und der Bandl-Ring steigt über Nabelhöhe. Es ist Blut im Urin (Hämaturie) feststellbar.

Bei einer eingetretenen Ruptur fällt die kindliche Herzfrequenz ab und die Wehentätigkeit hört schlagartig auf. Die Patientin hat ein Gefühl des innerlichen Zerreißens. Durch den Blutverlust kommt es zu Schockanzeichen (Tachykardie, Hypotonie, blasse, kalte und kaltschweißige Haut, zunehmende Bewusstseinseintrübung). Eine vaginale Blutung ist feststellbar. Das Kind kann unter der Bauchdecke ertastet werden.

Therapie

Zur Therapie gehört eine sofortige intravenöse Tokolyse und eine notfallmäßige Schnittentbindung.

Quelle

  • Henning Schneider, Peter Husslein: Die Geburtshilfe: [Praxisorientierung, Prüfungswissen, Zusammenhänge; 7 neue Top-Themen]; mit 175 Tab. 2. Auflage. Springer-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-540-44032-1.

Einzelnachweise

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