Huffpost
Huffpost (Eigenschreibweise HuffPost, bis 2017 The Huffington Post, auch HuffPo)<ref name="Britannica" /> ist eine US-amerikanische Onlinezeitung mit verschiedensprachigen Regionalausgaben. Sie wurde von Arianna Huffington, Kenneth Lerer, Andrew Breitbart und Jonah Peretti gegründet und ging am 9. Mai 2005 als Nachrichten- und Nachrichtenkommentarplattform online. Laut Encyclopædia Britannica wurde sie als liberale Alternative zum Drudge Report, einer konservativen Nachrichten- und Kommentarwebsite von Matt Drudge, gegründet.<ref name="Britannica">The Huffington Post. In: Encyclopædia Britannica Online. Abgerufen am 8. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nachdem die Huffington Post seit 2011 wechselnde Besitzer hatte, gehört sie seit November 2020 zu BuzzFeed.<ref>»Buzzfeed« übernimmt »HuffPost« spiegel.de, 19. November 2020.</ref>
2012 erhielt die Huffington Post als erste Onlinezeitung einen Pulitzer-Preis.<ref>Pulitzerpreis für „Huffington Post“ und „Politico“ zeit.de, 17. April 2012.</ref> Die am 10. Oktober 2013 zusammen mit Hubert Burda Media gestartete deutsche Ausgabe wurde zum 31. März 2019 eingestellt.<ref name="spiegel" />
Publikationsmodell
Die Huffpost vereint verschiedene Autorenmodelle, unter anderem eigene Artikel, externe Links zu Nachrichtenquellen und -kolumnisten sowie Inhalte von freien Journalisten und Bloggern. Ein schwankender Anteil der Beiträge wird von unbezahlten, freiwilligen Autoren verfasst. Teilweise wird dabei Inhalt dritter Anbieter neu aufgearbeitet und verlinkt. Daneben stehen hauseigene Kolumnen von Huffington selbst und einem Kernteam von Mitarbeitern. Zudem publiziert die Huffpost Beiträge von Prominenten aus dem Bereich Politik, Journalismus, Wirtschaft und Unterhaltung (u. a. Norman Mailer, John Cusack, Bill Maher).
Geschichte
Entwicklung ab 2008
Ab 2008 begann Huffington auf der Basis des wirtschaftlichen Erfolgs ihr Unternehmen umzustrukturieren. Sie engagierte namhafte Journalisten von etablierten Medien und baute eine Redaktion auf, die eigenständigen Journalismus betreibt.
Im Februar 2011 verkaufte Huffington ihr Unternehmen für 315 Millionen US-Dollar als Ganzes an AOL.<ref>Carsten Knop: AOL kauft „Huffington Post“ – Gedopter Journalismus. In: faz.net. 7. Februar 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. April 2013; abgerufen am 30. April 2013.</ref> In der Folge wurden sämtliche journalistischen Bereiche beider Unternehmen unter dem Dach AOL Huffington Post Media Group und der Leitung Huffingtons zusammengeführt.<ref name="pompeo">Joe Pompeo: The Road Ahead for the Huffington Post – Nine Months and a Merger Later, ‘Capital-J Journalism’ Is Still a Work in Progress. In: Capital New York. 16. November 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. November 2011; abgerufen am 17. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im August 2016 kündigte Huffington ihren Rücktritt als Chefredakteurin an.<ref>FAZ.net</ref> Sie wird seit 6. Dezember 2016 durch Lydia Polgreen ersetzt, die von der New York Times kam. AOL wurde – nach der Übernahme durch Verizon – im September 2017 mit dem Webportal Yahoo zu Oath fusioniert, das im Januar 2019 in Verizon Media umbenannt wurde. Inzwischen firmiert dieses Unternehmen, das nicht mit mehr mit der ursprünglichen Gesellschaft Yahoo (danach Altaba) in Verbindung steht, wieder als Yahoo. Im November 2020 wurde die Huffpost an BuzzFeed verkauft.<ref>»Buzzfeed« übernimmt »HuffPost« spiegel.de, 19. November 2020.</ref>
Seit 2011 expandiert die Huffpost weltweit, zumeist mit Kooperation mit nationalen Medienhäusern.<ref>Huffington Post Targets Global Expansion bei ft.com vom 3. Januar 2012.</ref> So startete im Mai 2011 eine kanadische Huffpost, welche, je nach regionalem Fokus, in englischer und französischer Sprache (Le Huffington Post Québec) erscheint. Es folgten Länderversionen für Großbritannien im Juli 2011,<ref>BBC: Huffington Post Launches UK Edition vom 5. Juli 2011.</ref> Frankreich im Oktober 2011 (mit dem Partner Le Monde),<ref>Huffington Post startet französische Ausgabe bei journalism.co.uk vom 10. Oktober 2011.</ref> Spanien im Juni 2012 (mit dem Partner El País)<ref>Hola. Introducing El Huffington Post. In: Huffington Post vom 7. Juni 2012.</ref> und Italien im September 2012 (mit dem Partner Gruppo Espresso).<ref>Benvenuti a L’Huffington Post. In: Huffington Post vom 25. September 2012.</ref> Ab April 2013 gab es eine deutsche (siehe unten), und seit Mai 2013 auch eine japanische Version zusammen mit dem Partner Asahi Shimbun,<ref>Paul Sawers: The Huffington Post launches its local Japanese edition. In: thenextweb.com. 7. Mai 2013, abgerufen am 3. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> im Juni 2013 folgte die französischsprachige Ausgabe Al Huffington Post für die Staaten im nordafrikanischen Maghreb.<ref>Huffington Post für die Maghreb-Staaten startet. In: Huffington Post vom 24. Juni 2013.</ref> Im Januar 2014 kam die portugiesische Ausgabe Brasil Post mit dem Partner Grupo Abril und im Februar die koreanische Huffington Post mit dem Partner Hankyoreh heraus.
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Huffpost Deutschland
Die deutsche Ausgabe der Huffpost wurde seit Ende 2011 von AOL geplant<ref>AOL plant deutsche „Huffington Post“. spiegel.de, 2. November 2011.</ref> und nahm im April 2013 konkretere Formen an, als zusammen mit der Burda-Tochter Tomorrow Focus der deutschsprachige Ableger gegründet wurde.<ref>Tomorrow Focus bringt die HuffPo nach Deutschland. focus.de, 29. April 2013.</ref> Am 10. Oktober 2013 startete die deutsche Ausgabe mit Sebastian Matthes als Chefredakteur<ref>Sebastian Matthes wird Chefredakteur der deutschen Huffington Post. In: Focus Online. 20. September 2013, abgerufen am 20. September 2013.</ref> und Cherno Jobatey als Herausgeber. Redaktionssitz wurde München.<ref>Vom Moderator zum Herausgeber – Cherno Jobatey heuert bei der „Huffington Post“ an. In: tagesspiegel.de. 9. Oktober 2013, abgerufen am 2. Januar 2026 (DPA-Meldung).</ref> Zum 1. Januar 2018 wechselte Sebastian Matthes in die Handelsblatt-Chefredaktion. Die redaktionelle Leitung übernahmen die stellvertretenden Chefredakteure Benjamin Reuter und Kinga Rustler, der Chefredakteursposten blieb vakant.<ref>Kinga Rustler kommt zur HuffPost. Abgerufen am 30. Juli 2019.</ref>
Am 11. Januar 2019 wurde von Burda Forward die Einstellung der deutschen Ausgabe zum 31. März 2019 bekannt gegeben.<ref name="spiegel">"Huff Post Deutschland" wird eingestellt. In: Spiegel Online. 11. Januar 2019, abgerufen am 13. April 2019.</ref> Nach eigenen Angaben hätte Burda Forward das Portal gerne weitergeführt, aber der anscheinend in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckende amerikanische Mutterkonzern der HuffPost wollte offenbar nicht mehr weiter in den deutschen Ableger investieren und machte von einem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch, wobei sie den Lizenzvertrag für die deutsche HuffPost vorzeitig kündigten.<ref>David Hein: Huffington Post Deutschland wird eingestellt. In: Horizont. dfv Mediengruppe, 11. Januar 2019, abgerufen am 13. April 2019.</ref>
Editionen
- El Huffington Post (spanisch) für Spanien.
- Le Huffington Post (französisch) für Frankreich, in Zusammenarbeit mit Le Monde.
- The Huffington Post (griechisch) für Griechenland, in Zusammenarbeit mit 24 Media.
- L’Huffington Post (italienisch) für Italien, in Zusammenarbeit mit L’Espresso.
- The Huffington Post (japanisch) für Japan, in Zusammenarbeit mit Asahi Shimbun.
- The Huffington Post (koreanisch) für Südkorea.
- The Huffington Post (englisch) für das Vereinigte Königreich.
- The Huffington Post (englisch) für die Vereinigten Staaten.
Rezeption
- Laut dem Marktforschungsunternehmen Comscore hatte Huffpost im Mai 2013 monatlich 77,2 Millionen Seitenbesucher weltweit, davon entfallen 47,8 Mio. Besucher auf die US-amerikanische Ausgabe.
- Die Tageszeitung spricht vom meistvernetzten politischen Blog des Internets.<ref>Niklas Hofmann: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erfolgsblog aus den USA. Huffingtons Online-Terminator. ( vom 29. Juni 2008 im Internet Archive) In: Die Tageszeitung, 26. November 2007.</ref>
- Spiegel Online nennt die Huffpost die wichtigste Informationsquelle für Millionen von US-Amerikanern und das einflussreichste Alternativmedium der USA.<ref>Marc Pitzke: Amerikas Alpha-Bloggerin mischt den Wahlkampf auf. In: Spiegel Online, 10. April 2008.</ref>
- Vom Time Magazine wird Arianna Huffington in der Liste der 100 einflussreichsten Personen geführt.<ref>Al Franken: The 2006 Time 100 – Arianna Huffington. In: time.com. 8. Mai 2006, abgerufen am 4. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Jürn Kruse bezeichnete die politische Ausrichtung der Huffpost Deutschland in Der Tageszeitung als „wirtschaftsliberal“ und „konservativ“.<ref>Huffington Post Deutschland: Hässliche Konkurrenz. In: taz, 10. Oktober 2013.</ref>
- Stefan Niggemeier veröffentlichte im Oktober 2013 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen kritischen Artikel (ein Kernsatz lautet: „Journalisten hingegen sehen sich plötzlich damit konfrontiert, dass ihnen an jeder Stelle Aufmerksamkeit angeboten wird, aber immer häufiger die Möglichkeiten fehlen, sie in Euro umzutauschen“).<ref>Ein Angebot, das man ablehnen kann. In: FAZ.net.</ref>
- Der Huffington-Post-Blogger Thilo Specht veröffentlichte im Oktober 2013 einen Artikel, der kolportiert, die Huffpost sei kein klassisches Nachrichtenformat, sondern vielmehr eine Engagement-Plattform (Zitat: „Die Huffington Post ist ein Content Management System mit angeschlossener 15-köpfiger Redaktion und Community.“)<ref>Denk ich an Journalismus in der Nacht.</ref>
- Cicero bezeichnete den deutschsprachigen Ableger der Huffpost als „neues Einfallstor für Lobbyismus“ in das Internet. Die Autorin des Artikels bezog sich hierbei auf die am ersten Tag des Angebots unter „Empfohlene Blog-Beiträge“ veröffentlichte „Lobeshymne auf den russischen Energieriesen“ Gazprom durch den Chef der Exportsparte desselben Unternehmens, Alexander Medwedew.<ref>Petra Sorge: Die PR-Postille. In: Cicero, 10. Oktober 2013, abgerufen am 11. Oktober 2013.</ref>
- Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte, dass Gastautoren der Huffpost Deutschland „nicht nur kostenlos arbeiten, sondern (fast) komplette Rechte übertragen und auch noch die Haftung übernehmen“.<ref>Autoren sitzen auf rechtlich heißem Stuhl. Deutscher Journalisten-Verband, 11. Oktober 2013.</ref>
- Laut Spiegel Online zeichnete sich die deutschsprachige Startausgabe eher durch eine gewisse Nähe zu den Unionsparteien aus; die amerikanische Ausgabe sei dagegen als linksliberales Gegengewicht zu Medien wie Fox News konzipiert.<ref>"Huffington Post" startet mit Unions-Bloggern. Abgerufen am 10. Oktober 2013.</ref>
Kolumnisten/Blogger
Für die Huffpost schreiben viele bekannte Kolumnisten (als Blogger bezeichnet), unter ihnen:
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Auszeichnungen
- 2006 gewann die Online-Zeitung ihren ersten Webby Award für den besten politischen Blog.<ref>10th Annual Webby Awards (2006). Abgerufen am 17. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2012 gewann die Huffpost den Pulitzer-Preis in der Kategorie „nationale Berichterstattung“ für eine Artikelserie ihres Militärkorrespondenten David Wood über verwundete US-amerikanische Kriegsveteranen.<ref>David Wood: Beyond the Battlefield: From a Decade of War, an Endless Struggle for the Severely Wounded. In: The Huffington Post. 10. Oktober 2011, abgerufen am 17. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="ZeitPulitzer">Pulitzerpreis für „Huffington Post“ und „Politico“. In: Zeit Online. 17. April 2012, abgerufen am 17. April 2012.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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