Christian Oxonitsch
Christian Oxonitsch (* 21. Dezember 1961 in Wien) ist ein österreichischer Politiker (SPÖ) und war von 2009 bis 2015 amtsführender Stadtrat für Bildung, Jugend, Information und Sport der Stadt Wien. Am 18. November 2015 wurde er (zum zweiten Mal) zum Klubchef des Wiener SPÖ-Gemeindesratsklubs gewählt.<ref>orf.at: Rot-Grüne Koalition besiegelt, Artikel vom 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.</ref><ref>orf.at: Oxonitsch zum neuen SPÖ-Klubchef gewählt. Artikel vom 18. November 2015, abgerufen am 18. November 2015.</ref> Am 24. April 2018 gab Oxonitsch seinen Rücktritt als SPÖ-Klubobmann bekannt, nachdem er bereits längere Zeit als Ablösekandidat gegolten hatte.<ref>Josef Gebhard: Christian Oxonitsch tritt zurück. 24. April 2018 (kurier.at [abgerufen am 24. April 2018]).</ref> Im Juni 2018 wurde Josef Taucher zu seinem Nachfolger als SPÖ-Klubobmann gewählt, im September 2018 folgte Taucher Oxonitsch in dieser Funktion nach.<ref name="orf2018">orf.at: Taucher folgt Oxonitsch als SPÖ-Klubchef. Artikel vom 29. Juni 2018, abgerufen am 29. Juni 2018.</ref> Im Dezember 2022 folgte Oxonitsch auf Nurten Yilmaz als Ottakringer Abgeordneter zum Nationalrat.<ref>Kinderfreunde freuen sich über weiteren Kinderfreund in Parlament. Abgerufen am 15. Dezember 2022.</ref>
Schulische und berufliche Laufbahn
Christian Oxonitsch stammt aus einer Hausbesorger-Familie und besuchte zunächst die Volksschule in der Julius-Meinl-Gasse und absolvierte danach die AHS Maroltingergasse in Wien-Ottakring. Er war hier Schulsprecher und beendete die Schule mit der Matura. Im Anschluss leistete Oxonitsch seinen Zivildienst in der Kinderbetreuung ab und studierte danach einige Semester Geschichte und Germanistik. Während seines Studiums arbeitete Oxonitsch bei den Österreichischen Kinderfreunden als pädagogischer Mitarbeiter.
Politische Laufbahn
Christian Oxonitsch wurde 1986 zum Bundesvorsitzenden der Roten Falken Österreichs gewählt und war ab 1991 Bezirksrat in Ottakring. Im Jänner 1996 wurde er Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Gemeinderates, schied jedoch nach der Wahl am 13. Oktober 1996 wieder aus dem Landtag und Gemeinderat aus. Christian Oxonitsch engagierte sich in der Folge wieder als Bezirksrat und war Vorsitzender der Bezirksentwicklungskommission. Zwischen 1992 und 1997 war er Sekretär der SPÖ Ottakring und wurde im September 1997 zum Vorsitzenden der Ottakringer SPÖ gewählt. Im Juni 1997 zog Oxonitsch wieder in den Landtag und Gemeinderat ein und war ab 1998 Mitglied im Gemeinderatsausschuss für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung. Von 20. April 2001 bis März 2009 und ein zweites Mal von November 2015 bis Ende August 2018 war Oxonitsch Vorsitzender des Wiener SPÖ-Gemeinderatsklubs.
Von 26. November 2007 bis 16. November 2011 war er Präsident des Verbandes der Öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG). In dieser Funktion löste er Caspar Einem ab.<ref>Rathauskorrespondenz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Christian Oxonitsch neuer Präsident des VÖWG. ( vom 22. April 2016 im Internet Archive) 27. November 2007</ref> Am 16. November 2011 übergab er diese Funktion an Renate Brauner.<ref>Rathauskorrespondenz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Brauner übernimmt Präsidentschaft des VÖWG. ( vom 17. Juni 2014 im Internet Archive) 17. November 2011.</ref>
Mit Wirkung vom 26. März 2009 wurde Oxonitsch amtsführender Stadtrat für Bildung, Jugend, Information und Sport der Stadt Wien und löste in diesem Amt Grete Laska ab.<ref name="orf2009">Christian Oxonitsch wird Stadtrat. In: ORF. 23. März 2009.</ref> Er blieb bis zur Wahl 2015 Stadtrat.
Von 2011 bis 2021 war Oxonitsch Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde.<ref>Österreichische Kinderfreunde: Presseaussendung. 2. Oktober 2021.</ref>
Im SPÖ-Parlamentsklub wurde er im Dezember 2022 SPÖ-Bereichssprecher für Kinder und Kinderrechte.<ref name="OTS_20221215_OTS0041">SPÖ-Klub beschließt neue Bereichssprecher*innen für Integration und Kinder. In: ots.at. 15. Dezember 2022, abgerufen am 16. Dezember 2022.</ref> Im Wiener Landtag und Gemeinderat rückte Susanne Haase für ihn nach.<ref name="OTS_20221221_OTS0093">SPÖ-Rathausklub heißt Susanne Haase herzlich willkommen im Wiener Gemeinderat! In: ots.at. 21. Dezember 2022, abgerufen am 22. Dezember 2022.</ref> Mitte 2023 folgte er Petra Tanzler als Integrationssprecher nach.<ref name="orf3322806">Ex-Staatssekretärin Duzdar folgt auf Rendi-Wagner. In: ORF.at. 5. Juli 2023, abgerufen am 5. Juli 2023.</ref> Im März 2026 folgte ihm Susanne Haase auch als Bezirksparteivorsitzende der SPÖ Ottakring nach.<ref>Lukas Ipirotis: SPÖ Ottakring: Oxonitsch tritt zurück, Haase zur neuen Parteivorsitzenden gewählt. In: meinbezirk.at. 17. März 2026, abgerufen am 18. März 2026.</ref>
Politische Schwerpunkte
In die Amtszeit als Stadtrat fiel u. a. die Aufarbeitung des Heimerziehung in Wien durch eine Historikerkommission unter Vorsitz des Historikers Reinhard Sieder sowie durch eine Untersuchungskommission über die Zustände im Kinderheim am Wilhelminenberg<ref>Kinderheim Wilhelminenberg im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref> unter dem Vorsitz der Richterin Barbara Helige<ref>Barbara Helige, Rudi Leo: Das Kinderheim am Wilhelminenberg im Spiegel der Medien. In: Barbara Helige, Michael John, Helge Schmucker, Gabriele Wörgötter, Marion Wisinger (Hrsg.): Endbericht der Kommission Wilhelminenberg. Manuskript. Wien 2013.</ref>, die Etablierung des Campus+-Modelles im Schulbau<ref>Die Presse: Schule: Campus plus für alle unter 10 Jahren.</ref> und zahlreiche neue Schulbauten (u. a. Campus Sonnwendviertel<ref>orf.at: Bildungscampus mit Marktplätzen.</ref>, Campus Gertrude Fröhlich-Sandner in der Leopoldstadt, Campus Seestadt Aspern<ref>Kurier: Bildungscampus als Herzstück für Seestadt</ref>, Bildungscampus Donaufeld<ref>orf.at: Dritter Bildungscampus ab Herbst.</ref> …) mit gemeinsamen (Lern)räumen von Kindergarten und Schule sowie der Neubau des Rapidstadions<ref>orf.at: Allianz-Stadion: Schatzkiste unter Elferpunkt.</ref>. Die Einführung des Gratiskindergartens in Wien<ref>orf.at: Fünf Jahre Gratis-Kindergarten.</ref>, die Einführung des Energiecontractings<ref>vienna-online: Wiener Bäder sparen Wasser und Energie</ref> in den Wiener Bädern und das Schulsanierungs und -ausbauprogramm<ref>orf.at: 180 Schulen werden im Sommer saniert.</ref><ref>apa: Schulerweiterungsoffensive der Stadt Wien geht in die nächste Runde</ref> waren weitere Schwerpunkte. Heftigen Angriffen und Rücktrittsaufforderungen war Oxonitsch im Zuge der Sanierung des Stadthallenbades<ref>orf.at: Hick-Hack um Stadthallenbad</ref> ausgesetzt. Dabei kam es durch Baumängel zu Bauverzögerungen und seitens der Opposition vermuteten Kostenexplosion,<ref>DerStandard: Nach Baustopp: Stadthallenbad könnte die Wiener teuer kommen.</ref> die sich aber letztendlich als unrichtig herausstellte.<ref>DerStandard: Stadthallenbad-Sanierung in Wien kostete mehr als 18 Millionen Euro.</ref>
Von 2011 bis 2021 war Oxonitsch Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde.[8] Im September 2021 übergab er diese Funktion an Jürgen Czernohorszky. Im Oktober 2021 wurde er Vorsitzender der Wiener Kinderfreunde.
Privates
Christian Oxonitsch hat eine Tochter (* 2003) und war bis 2008 mit der Wiener Stadträtin Ulli Sima verheiratet<ref>Neue Stadtregierung steht fest. In: ORF. 22. Jänner 2007</ref><ref>Beziehungs-Aus bei Bures und Sima. In: Österreich. 11. Oktober 2008</ref><ref name="orf2009"/>. 2020 machte Oxonitsch die Ausbildung zum Krisenpflegevater<ref>Krone: Wiener Ex-Stadtrat ist jetzt Krisenpflege-Papa</ref>.
Publikationen
- Buntes Ottakring. SPÖ Ottakring, 2002
- Mehr Buntes aus Ottakring. SPÖ Ottakring, 2004
- Noch mehr Buntes aus Ottakring. SPÖ Ottakring, 2006
- mit Michael Häupl und Gerd Millmann: Wiener Jahrbuch für Politik 2003/2004. echomedia, 2004
- mit Michael Häupl und Gerd Millmann. Wiener Jahrbuch für Politik 2004/2005. echomedia, 2005
- Aufstieg. Kampf. Erneuerung. 75 Jahre SPÖ Ottakring. Echomedia, 2021
Weblinks
- Offizielle Website
- Christian Oxonitsch auf den Seiten der Stadt Wien
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Christian Oxonitsch ( vom 28. Mai 2019 im Internet Archive) auf den Seiten der SPÖ Wien
- Ein getreuer Genosse der neuen Generation, Porträt von Martina Stemmer im Standard, 29. Oktober 2010
- Christian Oxonitsch auf www.meineabgeordneten.at
- Christian Oxonitsch auf der Website des österreichischen Parlaments
Fußnoten
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Oxonitsch, Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Politiker (SPÖ) und Klubobmann im Wiener Landtag und Gemeinderat |
| GEBURTSDATUM | 21. Dezember 1961 |
| GEBURTSORT | Wien |
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