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Geberit

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Geberit AG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Geberit-Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0030170408
Gründung 1874
Sitz Rapperswil-Jona, Kanton St. GallenDatei:Coat of arms of canton of St. Gallen.svg St. Gallen
Leitung
  • Christian Buhl, CEO
  • Tobias Knechtle, CFO
Mitarbeiterzahl 11.278 (2025)<ref name="GB2025">Geschäftsbericht 2025. In: geberit.com. Abgerufen am 1. April 2026.</ref>
Umsatz 3’163 Mio. CHF (2025)<ref name="GB2025"/>
Branche Sanitärtechnik
Website geberit.com
Stand: 31. Dezember 2025

Die Geberit AG ist ein Hersteller von Sanitärtechnik mit Sitz Rapperswil-Jona.

Der Konzern befindet sich vollständig im Streubesitz.

Geschichte

Gründung und Anfang

Datei:Jona (SG) - Geberit IMG 1826.JPG
Firmensitz in Jona (SG)

Das Unternehmen wurde 1874 von Caspar Melchior Albert Gebert in Rapperswil in der Schweiz gegründet.<ref name="Häusler">Sandra Häusler (sah): Geberit – das ist ein Stück Heimat. In: Südkurier vom 3. September 2007.</ref> In seinem Installationsbetrieb stellte er im Jahr 1900 einen Spülkasten aus Holz her. Durch diese Idee und Weiterentwicklungen im Bereich der WC-Keramik in England konnten Toiletten in Häusern installiert werden. Im Jahr 1905 wurden die Spülkästen bereits in Serie gefertigt.<ref name="Häusler"/> 1952 wurde der erste Spülkasten aus Kunststoff eingeführt.<ref>Daniel Zulauf. Mit Pissoirs und WC-Schüsseln an die Weltspitze. Basler Zeitung, 23. Juli 2012.</ref> 1953 wurde Geberit als Markenname eingetragen.

Das alte Fabrikgebäude wurde 1962 stillgelegt. 1990 wurde die Gebert Stiftung für Kultur errichtet, um die alte Fabrik in ein Kulturzentrum umzuwandeln. Nach einem Umbau für die Stadtbibliothek Rapperswil-Jona wurde die neue Alte Fabrik 2014 eingeweiht.<ref>Alte Gebert Fabrik, Rapperswil</ref>

Vom Familienunternehmen zur Publikumsgesellschaft

1991 übernimmt mit Günter F. Kelm erstmals ein Manager von ausserhalb der Familie den Vorsitz der Gruppengeschäftsleitung. Sechs Jahre später beschliessen die Familienaktionärinnen und -aktionäre, das Unternehmen an Finanzinvestoren zu verkaufen, da sich kein Mitglied der Familie Gebert für eine Nachfolge an der Unternehmensspitze findet.<ref name=":0">Geberit International AG: Weltweite Produktion. In: Geberit Jubiläumswebsite. Geberit International AG, 1. Januar 2024, abgerufen am 27. März 2024.</ref>

Internationalisierung

Der PVC-Spülkasten von Geberit wird in den frühen 1950er-Jahren schnell populär. Der Verkaufserfolg kommt aber nicht von ungefähr: Heinrich Gebert zieht sämtliche verfügbaren Vermarktungsregister, um den Bekanntheitsgrad des neuen Spülkastens in der Sanitärbranche so rasch wie möglich zu erhöhen. Er baut ein tragfähiges Beziehungsnetz zum Grosshandel auf und bewirbt den Spülkasten in Fachmedien und an Messen.<ref name=":0" /> Nach dem geglückten Verkaufsstart in der Schweiz wagt Geberit die Expansion ins Ausland. Mit dem Kunststoffspülkasten ist man zur richtigen Zeit am richtigen Ort: In Deutschland herrscht nach dem Zweiten Weltkrieg ein Bauboom. Die Absatzzahlen wachsen rasant. Deutschland wird schnell zum wichtigsten Markt.

Nach 1955 geht die Expansion rasch weiter. In Paris entstehen 1959 und in Wien 1965 neue Vertriebsgesellschaften. Die 1960er-Jahre bringen stetiges Wachstum und erhebliche Erweiterungen der Produktionskapazitäten. In Österreich wächst der Absatz so stark, dass sich der Bau eines Produktionswerks mitsamt grossem Lager in Pottenbrunn aufdrängt. Weitere Länder kommen hinzu, und Geberit befindet sich auf dem Weg zu einem europaweit agierenden Unternehmen. Mit dem Ende des Kalten Kriegs expandiert das Unternehmen in den 1990er-Jahren auch in die Länder des ehemaligen Warschauer Pakts und startet dort Vertriebs- und Beratungsaktivitäten.

Von den weltweit 26 Produktionswerken (10 Keramikwerke, 11 Werke für Kunststoff und Metall, 5 für Verbundwerkstoffe und Metall)<ref>Produktionswerke Geberit Gruppe Website Geberit Geschäftsbericht 2022. Abgerufen am 9. März 2023.</ref> von Geberit ist das 1955 im baden-württembergischen Pfullendorf gegründete mit rund 1'500 Mitarbeitern das grösste im Ausland.<ref name="Häusler" /> Um das Schweizer Unternehmen in Pfullendorf ansiedeln zu können, baute die Stadt Pfullendorf das Firmengebäude, das Geberit fünf Jahre später kaufte. Hier wird heute das komplette Spülkastenprogramm gefertigt.<ref name="Häusler" /> Geberit ist einer der grössten Gewerbesteuerzahler der Stadt.<ref>Siegfried Volk (siv): Das wirtschaftliche Fundament wird breiter. In: Südkurier vom 12. Juli 2007.</ref>

1999 wurde in Pfullendorf ein Hochregallager mit 10 vollautomatischen Fahrstrassen gebaut. Über 14 LKW-Rampen existieren. Der Versand mit der Bahn wurde 2002 eingestellt.<ref name="Häusler" /> Im Januar 2010 kam zu dem bereits in Pfullendorf befindlichen Logistikzentrum ein neues hinzu, welches die komplette europäische Logistik abwickelt. Es beliefert die rund 5'000 Vertriebshändler weltweit. Für den Bau des 27 Millionen Euro teuren und 35 Meter hohen Hochregallagers wurden 1500 Tonnen Baustahl verbaut, 28'000 Kubikmeter Erde bewegt und insgesamt 38'000 Quadratmeter Fläche überbaut.<ref>Siegfried Volk (siv): Stahlgerüst des neuen Hochregallagers wächst in den Himmel. In: Südkurier vom 11. November 2008.</ref> Die beiden Hochregallager verfügen über 51'000 Palettenplätze. Durchschnittlich erreichen und verlassen täglich 150 vollbeladene Lastwagen Pfullendorf. 2017 hatte Geberit den 40 Mio. CHF teuren Ausbau des zentralen Logistiklagers in Pfullendorf abgeschlossen.<ref>Teuerster Meilenstein der Geschichte. In: Schwäbische. (schwaebische.de [abgerufen am 16. Dezember 2025]).</ref>

1997 verkaufte die Familie Gebert das Unternehmen an den britischen Finanzinvestor Doughty Hanson & Co. Die Konzernleitung beteiligte sich zusammen mit weiteren Führungskräften am Unternehmen und konnte so die Eigenständigkeit der Geberit-Gruppe bewahren.

Mitte Juli 2017 kündigte Geberit nach monatelangen Verhandlungen mit den Gewerkschaften an, zwei Keramikwerke in Frankreich zu schliessen. Die Keramikproduktion in Digoin wird eingestellt und das Werk in La Villeneuve-au-Chêne geschlossen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tagblatt vom 13. Juli 2017 (Memento vom 8. Mai 2018 im Internet Archive)</ref>

Börsengang

Seit 1999 ist das Unternehmen an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert. Geberit wurde im November 2004 in den neuen SMI MID Performance Index (SMIM) aufgenommen. Die Aktien von Geberit sind zudem im Swiss Leader Index (SLI) und seit dem 14. Juni 2012 im Swiss Market Index (SMI) enthalten.<ref>Indexanpassungen anlässlich der Dekotierung von Synthes N. In: SIX vom 6. Juni 2012 (PDF-Datei; 189 kB).</ref>

Akquisitionen

Das Unternehmen erwarb 2002 die Chicago Faucets Company, USA, und 2004 die Mapress Holding GmbH, Deutschland.

Im Februar 2015 hat Geberit den finnischen Sanitärkeramikhersteller Sanitec für 9,7 Milliarden schwedische Kronen (rund 1,06 Milliarden Euro) übernommen.<ref>Das große Geschäft, Handelsblatt, 14. Oktober 2014</ref>

Unternehmen

Strategie

Das Unternehmen stützt sich auf vier strategische Pfeiler: Fokus auf Sanitärtechnologie, Bekenntnis zur Innovation, selektive geographische Expansion und kontinuierliche Geschäftsprozess-Optimierung.<ref>Geberit Geschäftsbericht 2022: Strategie und Ziele der Geberit Gruppe. Abgerufen am 9. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Seit Jahren setzt das Unternehmen auf das dreistufige Vertriebsmodell bzw. die Push-Pull-Strategie. Konkret werden die Produkte von Geberit über den Grosshandel vertrieben. Das Unternehmen schult aber jährlich mehr als 100'000 Installateure und Entscheidungsträger in einem der weltweit 25 Ausbildungszentren oder an externen Schulungen.

Für die Innovationskraft des Unternehmens, die Gestaltung der Produkte sowie die konsequente Orientierung zu Nachhaltigkeit erhielt Geberit schon verschiedene Auszeichnungen.<ref>Geberit Webpage <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Auszeichnungen (Memento vom 29. Juni 2013 im Internet Archive)</ref>

Produktionsstandorte

Auswahl:<ref>Group companies as at 31 December 2023. Abgerufen am 16. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":0" />

Schweiz:

  • Geberit Apparate AG, Rapperswil-Jona
  • Geberit Fabrication SA, Givisiez
  • Geberit Produktions AG, Rapperswil-Jona

Deutschland:

Österreich:

Italien:

  • Geberit Produzione S.p.a., Villadose

Slowenien:

  • Geberit Sanitarna tehnika d.o.o., Ruse

Indien:

  • Geberit India Manufacturing Pvt. Ltd., Bangalore

China:

  • Geberit Plumbing Technology Co. Ltd., Schanghai

USA:

  • Starline Manufacturing, Milwaukee
  • The Chicago Faucet Company, Des Plaines

Produkte

Geberit-Produkte sind in über 100 Ländern weltweit anzutreffen.<ref>Produkte. Abgerufen am 27. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

  • Der Produktbereich Installations- und Spülsysteme umfasst die gesamte Sanitärinstallationstechnik sowie Spüllösungen für WCs und ist in die beiden Produktlinien Installationssysteme und Spülkästen & Innengarnituren unterteilt.
  • Der Produktbereich Rohrleitungssysteme umfasst die gebäudeinterne Rohrleitungstechnik für Trinkwasser, Heizung, Gas und andere Medien und ist in die Produktlinien Gebäudeentwässerungssysteme und Versorgungssysteme unterteilt.
  • Der Produktbereich Badezimmersysteme umfasst Einrichtungen in einem Badezimmer und ist unterteilt in die Produktlinien Badezimmerkeramiken & Möbel, Duschen & Badewannen, Armaturen & Steuerungen sowie Dusch-WCs Geberit AquaClean (Nachfolgegeneration des Dusch-WCs Balena)<ref>Produktespektrum. Abgerufen am 27. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Weblinks

Commons: Geberit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

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