Flattermarke
Flattermarken sind gedruckte Markierungen auf Halbfabrikaten bei der Buch- und Verpackungsherstellung.
Buchherstellung
Die Flattermarke, auch Bogenrückensignatur genannt,<ref>Ursula Rautenberg (Hrsg.): Reclams Sachlexikon des Buches. Philipp Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-010520-X, S. 219 – 220.</ref> bezeichnet in der Buchherstellung eine Hilfsmarkierung zur Kontrolle der Vollständigkeit und richtigen Reihenfolge der zusammengetragenen Druckbogen. Die Flattermarke ist ein kleiner schwarzer Balken, der auf dem Druckbogen mitgedruckt wird und nach dem Falzen des Bogens auf dem Bogenrücken sichtbar ist. Bei Taschenbüchern, die durch eine Klebebindung zusammengehalten werden befindet sich die Markierung im Fräsrand – also im Rücken.
Zumeist wird ein schwarzer Balken in der Größe von 2 × 10 mm verwendet. Jeder gefaltete Druckbogen bekommt solch eine Marke, begonnen wird immer am Kopf. Zum Beispiel steht die Marke des ersten Bogens 10 mm von der oberen Bogenkante entfernt; die Marke des zweiten Bogens 20 mm, die des dritten 30 mm usw., d. h. laut diesem Beispiel also immer um den Wert einer Marke versetzt. Betrachtet man nun die Rückseite der gesammelten und gefalteten Bogen, so bilden die Flattermarken eine durchgänigeTreppe. Das ermöglicht es dem Buchbinder, beim Zusammentragen die richtige Reihenfolge der einzelnen Hefte zu erkennen.<ref>Flattermarke | Mediencommunity 2.0. Abgerufen am 15. April 2026.</ref> Sollte ein Bogen an einer falschen Position liegen, wäre diese Treppe unterbrochen.<ref>Digital Media For Artists - Buchbinderische Verarbeitung: Falzarten und Buchbindung. Abgerufen am 15. April 2026.</ref> Diesen Kontrollvorgang nennt man auch Kollationieren. Im fertig gebundenen Buch sind die Flattermarken unter dem Einband verborgen und nicht mehr sichtbar.
Verpackungsherstellung
Daneben werden Flattermarken auch in der Verpackungsindustrie verwendet. An den Kanten bedruckter Packmittel werden dazu charakteristische Markierungen angebracht, die beim Übereinanderstapeln der Packmittel, wie z. B. zusammengelegter Faltschachteln, eine oder mehrere durchgehende Linie bilden. Unerwünschte Vermischungen mit anderen bzw. anders bedruckten Packmitteln fallen so als Unterbrechungen dieser Linie schnell auf. So werden beispielsweise unterschiedliche Versionen bedruckter Packmittel mit unterschiedlichen Flattermarken versehen, um zu vermeiden, dass versehentlich Packungen mit einem inzwischen überholten Aufdruck in die Produktion gelangen. Im Gegensatz zu den Flattermarken bei Büchern sind diese Flattermarken in Form kleiner Balken häufig an den Kanten von Schachteln handelsüblicher Produkte zu sehen.<ref>Flattermarke. Abgerufen am 15. April 2026.</ref> Ein international gebräuchliche Begriff für diese Art der Markierung ist Identification mark.<ref>The folding carton dictionary</ref>
Einzelnachweise
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