Kirchenanwalt
Ein Kirchenanwalt ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), eigentlich Förderer der Gerechtigkeit; auch Justizpromotor; im CCEO teilweise als Anwalt des Rechtsinteresses übersetzt) vertritt in Streit- und Strafprozessen nach katholischem Kirchenrecht von Amts wegen das öffentliche Wohl. In Eheprozessen und Weihenichtigkeitssachen wird der Vertreter des öffentlichen Wohls demgegenüber als Bandverteidiger bezeichnet. Zum Staatsanwalt der Vatikanstadt ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) siehe Gerichtsorganisation (Vatikanstadt).
Der Kirchenanwalt wird laut Rechtsbestimmung (can. 1430 CIC, can. 1094 CCEO) bei Streit- und Strafsachen einberufen. Er genießt volle Akteneinsicht und muss vor dem kirchlichen Gericht, wie beispielsweise an der Apostolischen Signatur, gehört werden. Der Kirchenanwalt tritt als Prozesspartei auf und legt den Richtern sein Votum pro rei veritate (Wahrheit der Sache) vor. In Disziplinar- und Strafverfahren ist er als klagende Partei am Prozess beteiligt. Von Bedeutung ist dieses Rechtsamt u. a. im Selig- und Heiligsprechungsprozess, in dem der Kirchenanwalt gegen die Kanonisation argumentieren muss. Ein Kirchenanwalt an der Apostolischen Signatur ist einem Untersekretär eines Dikasteriums gleichgestellt und unterstützt insbesondere den Sekretär des Gerichts in der Erledigung der ordentlichen Leitungsaufgaben der Apostolischen Signatur.<ref>Deutscher wird beigeordneter Kirchenanwalt an der Signatur. vaticannews.va, 20. Januar 2023, abgerufen am 21. Januar 2023.</ref> Kirchenanwalt der Apostolischen Signatur ist seit 2023 der Pole Paweł Malecha;<ref>Supreme Court of Vatican City State. In: gcatholic.org. 29. Mai 2025, abgerufen am 29. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Kirchenanwalt des Dikasteriums für die Glaubenslehre seit 2014 der Amerikaner Robert Joseph Geisinger.<ref>Dicastery for the Doctrine of the Faith. In: gcatholic.org. 29. Mai 2025, abgerufen am 29. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Bis zur Reform im Jahr 1983 führte der Kirchenanwalt in Verfahren zur Selig- und Heiligsprechung den Titel Promotor fidei („Anwalt des Glaubens“; can. 2010 CIC/1917). Der lateinische Ausdruck {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Anwalt des Teufels“), wird umgangssprachlich für dieses Amt verwendet. Sein für die Kanonisation argumentierender Gegenspieler wurde analog als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Anwalt des Engels“) oder {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Anwalt Gottes“) bezeichnet.
Literatur
- Elmar Güthoff: Advocatus. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993, Sp. 175–176.
- Elmar Güthoff: Kirchenanwalt. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996, Sp. 1509.
Einzelnachweise
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