Erwin Schrott
Erwin Esteban Schrott Baladon (* 21. Dezember 1972 in Montevideo, Uruguay<ref name=":2">Erwin Schrott im Munzinger-Archiv, abgerufen am 22. Januar 2023 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref>) ist ein uruguayischer Opernsänger (Bassbariton), zusätzlich besitzt er seit 2010 die spanische Staatsbürgerschaft.<ref name=":5" />
Leben und Wirken
Erwin Schrott stammt aus einer Familie mit deutschen Vorfahren, er wurde als Sohn eines Arbeiters in Montevideo geboren.<ref name=":2" /> In seiner Familie wurden kulturelle Interessen gepflegt und musiziert. Schrott sang während seiner Kindheit und Jugend im Chor und trat auch als Solist auf. Neben Klavier- und Gesangsunterricht spielte er Flöte, Gitarre und Schlagzeug.<ref name=":2" /> Nach dreijähriger Gesangsausbildung am Konservatorium in Montevideo studierte er ein Jahr in Buenos Aires,<ref name=":6">Anthony Tommasini: A Rake, Sure, but a Thoughtful One. In: The New York Times. 25. September 2008, abgerufen am 23. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> zu seinen Lehrern zählte zum Beispiel die italienische Mezzosopranistin Franca Mattiucci.<ref name=":2" />
Im Alter von 22 Jahren debütierte Schrott in Montevideo als Roucher in Andrea Chénier und sang bald darauf verschiedene Hauptrollen am Teatro Municipal in Santiago de Chile, darunter Timur in Turandot, Sparafucile in Rigoletto und Ramfis in Aida.<ref name=":3">Erwin Schrott. In: Klassik Akzente. Abgerufen am 22. Januar 2023.</ref> Nach der Übersiedelung nach Italien im Jahr 1996 setzte er seine Studien mit einem Stipendium fort,<ref name=":3" /> unter anderem bei Katia Ricciarelli.<ref name=":5">Erwin Schrott: Konzerte, Artikel, Rezensionen & Termine. In: Concerti. Abgerufen am 21. Januar 2023.</ref> Er gewann mehrere Wettbewerbe, der 1. Preis des Operalia-Wettbewerbs im Jahr 1998 führte zu internationaler Bekanntheit.<ref name=":4">Staatsoper Berlin: Erwin Schrott. Abgerufen am 22. Januar 2023.</ref>
Sein Debüt an der Metropolitan Opera gab er im Jahr 2000 als Colline in La Bohème. Drei Jahre später sang er dort Escamillo in Carmen und in den folgenden Jahren die Titelrollen in Don Giovanni und in Le nozze di Figaro sowie Dulcamara in L’elisir d’amore.<ref>Erwin Schrott im Archiv der Metropolitan Opera.</ref> Am Londoner Royal Opera House debütierte er 2002 als Banco in Macbeth und sang weiters die Titelrolle sowie Leporello in Don Giovanni, die Titelrolle in Le nozze di Figaro, Procida in Les vêpres siciliennes, Mephistopheles in Faust. und Scarpia in Tosca.<ref>Performance Database Royal Opera House. Suche nach Erwin Schrott.</ref><ref name=":0">Opera Online: Erwin Schrott. Abgerufen am 22. Januar 2023.</ref> An der Wiener Staatsoper war er bereits 1999 als Banco aufgetreten und war dort später in zahlreichen Vorstellungen als Leporello, Mephistopheles, Escamillo, Dulcamara, Scarpia, Enrico VIII. in Anna Bolena, Alidoro in La Cenerentola und Le nozze di Figaro (als Figaro und Graf Almaviva) zu hören.<ref>Spielplanarchiv der Wiener Staatsoper: Vorstellungen mit Erwin Schrott. Abgerufen am 21. Januar 2023.</ref>
Weitere Gastspiele führten ihn unter anderem an die Mailänder Scala (als Don Giovanni, Escamillo, Pharaon in Moïse et Pharaon, Alvise Badoero in La Gioconda und Selim in Il turco in Italia<ref name=":1">Operabase</ref><ref>Erwin Schrott im <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archiv des Teatro alla Scala ( des Vorlage:IconExternal vom 22. Januar 2023 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..</ref>), das Teatro dell’Opera di Roma, das Teatro Real in Madrid, das Gran Teatre del Liceu, das Teatro Colón, die Pariser Oper, das Théâtre des Champs-Élysées, die Opera de Lyon, die Oper Brüssel, die Los Angeles Opera, Boston Lyric Opera, San Francisco Opera und die Washington National Opera, das Opernhaus Zürich, die Königliche Oper Kopenhagen, die Oper Breslau und die Ungarische Staatsoper.<ref name=":1" /> In Deutschland gastierte er mehrfach an der Bayerischen Staatsoper, der Berliner Staatsoper und an der Semperoper.<ref name=":4" /><ref name=":0" /><ref name=":1" />
Schrott war zu Gast bei verschiedenen Festivals, so bei den Opernfestspielen Arena di Verona, beim Maggio Musicale Fiorentino, beim Rossini Opera Festival Pesaro, bei den Münchner Opernfestspielen, beim Gstaad Menuhin Festival, beim Festival Smetanas Litomyšl, beim Grafenegg Festival und bei den Pfingsfestspielen Baden-Baden.<ref name=":3" /><ref name=":0" /><ref name=":1" /> Zu seinem Konzertrepertoire zählen zum Beispiel Rossinis Stabat Mater, Verdis Messa da Requiem und L’enfance du Christ von Berlioz.<ref name=":1" />
Bei den Salzburger Festspielen trat er erstmals im Jahr 2008 als Leporello auf, später als Figaro und Ramfis. Er sang dort ebenfalls in Rossinis Stabat Mater, wirkte in Benefiz- und Galakonzerten mit und präsentierte sein Tango-Programm mit Werken von Astor Piazzolla und anderen.<ref>Erwin Schrott im Spielplanarchiv der Salzburger Festspiele.</ref>
Mit dem Programm Rojotango mit Tangos, Milongas und Volksliedern aus seiner südamerikanischen Heimat tritt er seit 2011 regelmäßig auf.<ref name=":5" /><ref>Erwin Schrott: Rojotango. In: Musik heute. 22. November 2013, abgerufen am 22. Januar 2023.</ref> 2012 wurde er mit einem Echo Klassik in der Kategorie Klassik ohne Grenzen für sein Album Rojotango ausgezeichnet, erschienen bei Sony Classical.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Homepage Echo Klassik ( vom 15. Juli 2012 im Internet Archive)</ref>
Privates
Erwin Schrotts erste Ehe in Uruguay wurde geschieden. Die gemeinsame Tochter Iara (* 1998)<ref name=":6" /> trat später als Sängerin in Musicals auf.<ref>Lucy en el cielo con diamantes. In: cartelera.com. Abgerufen am 23. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Online Merker: München: Opernfestspiele im Nationaltheater: „Cuba Amiga – Erwin Schrott & Friends“. 24. Juli 2015, abgerufen am 23. Januar 2023.</ref> Schrott war bis 2013 sechs Jahre lang mit der Sängerin Anna Netrebko liiert, mit der er auch verschiedentlich auftrat<ref>Anna Netrebko und Erwin Schrott haben sich getrennt. In: Der Spiegel. 25. November 2013, abgerufen am 21. Januar 2023.</ref> und einen Sohn hat (* 2008).<ref>Anna Netrebkos Sohn heißt Tiago Arua. In: vienna.at. 8. September 2008, abgerufen am 23. Januar 2023.</ref>
Schrott ist in zweiter Ehe mit der aus dem Iran stammenden Maskenbildnerin Niyousha Nasri verheiratet.<ref>Redakcja: Koncert z cyklu „Muzyka czyni cuda“ w Gdańsku. Erwin Schrott i jego muzyczne cuda [zdjęcia]. 11. Dezember 2018, abgerufen am 23. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ehrungen, Auszeichnung
- 1998: Operalia, erster Preis und Publikumspreis<ref>Winners. In: Operalia. Abgerufen am 23. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2012: Echo Klassik für sein Album Rojotango
- 2015: „Distinguished Citizen“ von Montevideo<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erwin Schrott es Ciudadano Illustre de Montevideo. ( des Vorlage:IconExternal vom 6. Mai 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Intendencia de Montevideo vom 14. August 2015, abgerufen am 10. August 2017.</ref>
- 2017: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erwin Schrott wird mit Goldenem Ehrenzeichen ausgezeichnet. ( vom 8. August 2017 im Internet Archive) Pressemeldung des Bundeskanzleramts vom 24. Juli 2017, abgerufen am 10. August 2017.</ref>
- 2017: Premio Illica, Italien<ref>La magia della piazza monumentale per il premio Illica 2017. In: Libertà vom 5. August 2017, abgerufen am 10. August 2017.</ref>
- 2018: Premio Excelentia a la Cultura, Spanien<ref>La Fundación Excelentia premia a Samsung, Gaes y Rolex, entre otros, con la IV edición de sus Premios a la Cultura In: La Vanguardia vom 20. Mai 2018, abgerufen am 22. Mai 2018.</ref>
- 2022: Ernennung zum Österreichischen Kammersänger<ref name="sn130692304">Erwin Schrott ist nun Kammersänger. In: Salzburger Nachrichten. 3. Dezember 2022, abgerufen am 3. Dezember 2022.</ref>
Opernrepertoire (Auswahl)
- Bellini: Sir Giorgio und Riccardo Forth in I puritani
- Bellini: Rodolfo in La sonnambula
- Berlioz: Mephistopheles in La damnation de Faust
- Berlioz: Narbal in Les Troyens
- Bizet: Escamillo in Carmen
- Boito: Titelrolle in Mefistofele
- Donizetti: Dulcamara in L’elisir d’amore
- Donizetti: Enrico VIII. in Anna Bolena
- Donizetti: Don Alfonso in Lucrezia Borgia
- Donizetti: Titelrolle in Don Pasquale
- Gounod: Mephistopheles in Faust
- Mozart: Titelrolle und Graf Almaviva in Le nozze di Figaro
- Mozart: Titelrolle und Leporello in Don Giovanni
- Offenbach: Lindorf/Coppélius/Miracle in Hoffmanns Erzählungen
- Ponchielli: Alvise Badoero in La Gioconda
- Puccini: Scarpia in Tosca
- Puccini: Colline in La Bohème
- Puccini: Timur in Turandot
- Rossini: Alidoro in La Cenerentola
- Rossini: Pharaon in Moïse et Pharaon
- Rossini: Selim in Il turco in Italia
- Rossini: Lindoro in L’italiana in Algeri
- Verdi: Banco in Macbeth
- Verdi: Ramfis in Aida
- Verdi: Procida in Les vêpres siciliennes
- Verdi: Titelrolle in Attila
- Verdi: Pagano in I Lombardi alla prima crociata
Literatur
- Rüdiger Heinze: Es geht über Stock und Stein. Salzburger Festspiele. Ein ‚Don Giovanni‘ im dunklen Tann. In: Augsburger Allgemeine. Nr. 175, 2008, S. 8.
Diskografie (Auswahl)
CD
- L’elisir d’amore (Dulcamara), Macerata Opera Festival, 2002, Dirigent: Niels Muus (Rai Trade; 2002)
- Arias by Mozart, Verdi, Berlioz, Gounod & Meyerbeer. Orquestra de la Comunitat Valenciana, Dirigent: Riccardo Frizza (Decca; 2008)
- Rojotango – Erwin Schrott. Mit Pablo Ziegler (Sony Classical; 2011)
- Arias – Erwin Schrott. Dirigent: Daniele Rustioni (Sony Classical; 2012)
Video (DVD/Blu-ray)
- L’elisir d’amore (Dulcamara), Macerata Opera Festival, Dirigent: Niels Muus (Rai Trade; 2002)
- Moïse et Pharaon (Pharaon), Teatro alla Scala, Dirigent: Riccardo Muti (TDK; 2003)
- Le nozze di Figaro (Mozart) Royal Opera House, Dirigent: Antonio Pappano (Opus Arte; 2008)
- Le nozze di Figaro (Mozart) Opernhaus Zürich, Dirigent: Franz Welser-Möst (EMI Music; 2009)
- Don Giovanni (Mozart) Salzburger Festspiele (Aufnahme 2008), Dirigent: Bertrand de Billy (Naxos; 2010)
- Rojotango – Live in Berlin (Sony Classical; 2013)
- Don Giovanni (Mozart) Festspielhaus Baden-Baden, Dirigent: Thomas Hengelbrock (Sony Classical; 2013)
- Les vêpres siciliennes (Verdi) Royal Opera House London (Aufnahme 2013), Dirigent: Antonio Pappano (Warner Music; 2015)
Weblinks
- Werke von und über Erwin Schrott im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Vorlage:Operabase
- Erwin Schrott bei Opera Online
- Erwin Schrott bei Discogs
- Vorlage:IMDb/1
- Website von Erwin Schrott
- Erwin Schrott bei YouTube
- Profil Erwin Schrott auf der Website jcarreras.homestead.com
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schrott, Erwin |
| ALTERNATIVNAMEN | Schrott Baladon, Erwin Esteban (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | uruguayisch-spanischer Opernsänger (Bassbariton) |
| GEBURTSDATUM | 21. Dezember 1972 |
| GEBURTSORT | Montevideo, Uruguay |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2023-12
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2024-12
- Bassbariton
- Opernsänger
- Echo-Klassik-Preisträger
- Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (1952)
- Österreichischer Kammersänger
- Uruguayer
- Spanier
- Geboren 1972
- Mann