Kundus
| کندوز Kundus | ||||||
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| Koordinaten | 36° 44′ N, 68° 52′ O
{{#coordinates:36,73|68,86|primary
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| Basisdaten | ||||||
| Staat | Afghanistan | |||||
| Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink | Kundus | |||||
| Distrikt | Kundus | |||||
| ISO 3166-2 | AF-KDZ | |||||
| Höhe | 397 m | |||||
| Einwohner | 356.536 (Berechnung 2019<ref>Estimated settled population of Kunduz province by administrative unit, urban, rural and sex in 2019–20. (PDF) National Statistic and Information Authority, 18. November 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. Juni 2020; abgerufen am 6. März 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) | |||||
Kundus (paschto/persisch کندوز {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), auch قندوز {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ursprünglich Qhunduz) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Kundus. Sie befindet sich im Nordosten von Afghanistan im Tal des Zuflusses Kundus zum Amudarja nahe der tadschikischen Grenze, rund 250 km nördlich von Kabul. In der Stadt leben im Jahr 2019 etwa 350.000 Einwohner. Kundus liegt auf einer Höhe von 397 m.
Die Region ist sehr fruchtbar und für Afghanistan ungewöhnlich grün. Das vom Fluss Kundus durchflossene Tal ist an drei Seiten unmittelbar und an einer Seite mittelbar von hohen Bergen umgeben, den Ausläufern des Hindukuschs. Kundus verfügt über einen kleinen Flugplatz, den Flughafen Kundus.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Kunduz Airport.] Afghanistan Ministry of Transport and Civil Aviation, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Kundus wird seit der politischen ‚Paschtunisierung‘ Anfang des 20. Jahrhunderts hauptsächlich von Paschtunen bewohnt.<ref name="nps">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Kunduz Province.] (PDF) In: Program for Culture & Conflict Studies. Naval Postgraduate School, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 12. Januar 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig 2003 National Geographic Population Map.] (PDF) In: Thomas Gouttierre, Center For Afghanistan Studies, University of Nebraska at Omaha; Matthew S. Baker, Stratfor. National Geographic Society, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 18. Juni 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Außer ihnen wohnen Tadschiken und Usbeken in der Stadt. Kundus ist das Zentrum der vier nordöstlichen Provinzen Kundus, Badachschan, Baghlan und Tachar.
Geschichte
Die Stadt hieß einst Drapsaka und war ein wichtiger Ort, der unter anderem um 330 v. Chr. von Alexander dem Großen bei seinem Feldzug gegen Bessos, den selbst ernannten König der Baktrier, als Heerlager genutzt wurde. In der Zeit der Timuriden (1370–1507) wurde die Stadt mit dem Namen Kunduz erwähnt. Dieser ist abgeleitet von Persisch quhan-diz, „alte Zitadelle“.
Ab 1680 wurde die lokale Herrschaft der Qatagan sichtbarer<ref>Jürgen Paul: Zentralasien. Frankfurt am Main 2012 (Neue Fischer Weltgeschichte, Band 10), S. 358</ref>.
Unter dem Gouverneur Schir Chan Naschir (Nasher) wurde die Provinz Kundus im 20. Jahrhundert zur reichsten Provinz Afghanistans. Hauptgrund war Naschirs Gründung der Spinzar Cotton Company, die im Nachkriegs-Afghanistan noch immer existiert und ihre Produktion wieder aufgenommen hat. Zeitweise war Mohammad Omar Safi Gouverneur der Provinz Kundus.<ref>https://www.khaama.com/mohammad-omar-safi-appointed-new-governor-of-kunduz-9083</ref> 2021 fielen Provinz und Stadt wieder an die Taliban.<ref>n-tv Nachrichten: Ein symbolträchtiger Ort für die Bundeswehr. Abgerufen am 21. Mai 2025.</ref>
Wirtschaft
In Kundus werden unter anderem Baumwolle, Reis, Weizen, Mais und Melonen angebaut. Letztere haben den Ruf, die besten des Landes zu sein, und werden häufig in abenteuerlich beladenen Lkw und Pkw in andere Provinzen einschließlich Kabul exportiert. Generell ist die Landwirtschaft auf eher vorindustriellem Niveau, Traktoren sieht man selten. Die Äcker werden meist mit Ochsengespannen bearbeitet. Kundus war Standort des Afghan German Management College.
Klima
In Kundus herrscht ein Kontinentalklima, und es ist in der Regel ein paar Grad wärmer als in Kabul. Im Sommer kann die Temperatur zeitweise 50 °C überschreiten; meist liegt sie jedoch knapp über 40 °C, was wegen der trockenen Luft vergleichsweise erträglich ist. Im Winter kann es schneien.
Afghanistan-Krieg
Nach dem Sturz der Taliban-Regierung 2001 begann zunächst der Militäreinsatz OEF, danach der Einsatz der Internationalen Sicherheits- und Unterstützungskräfte (ISAF) in Afghanistan. Nach Ausweitung des ISAF-Mandats auf die nördlichen Provinzen übernahm im Januar 2004 die Bundeswehr eine US-amerikanische Liegenschaft mitten in der Stadt, in der bis Ende Mai 2006 das Wiederaufbau-Team für die Provinz Kundus ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), unter Beteiligung verschiedener Nationen (Belgien, Niederlande, Ungarn, Rumänien, USA), stationiert war. Seit Juni 2006 war das PRT in der Nähe des Flughafens im deutschen Feldlager Kundus untergebracht. Am 6. Oktober 2013 wurde das Feldlager und die Region Kundus in eine regionale Sicherheitsverantwortung übergeben.
Am Morgen des 28. Septembers 2015 drangen etwa 1000 Kämpfer der Taliban in das Stadtzentrum vor und besetzten wichtige Regierungsgebäude. Bis zum Abend gelang es ihnen, das gesamte Stadtgebiet unter ihre Kontrolle zu bringen (siehe auch: Schlacht um Kundus). Die afghanischen Sicherheitskräfte zogen sich zum Flughafen außerhalb der Stadt zurück.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Taliban haben Kundus-Stadt erobert.] In: Die Welt. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. September 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Taliban haben Kundus vollständig erobert.] In: Zeit Online. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. September 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Damit fiel seit dem Sturz der Taliban im Oktober 2001 erstmals eine Provinzhauptstadt Afghanistans in die Hände der ehemaligen Machthaber. Berichten von Amnesty International zufolge begingen die Taliban in kürzester Zeit schwerste Verbrechen und errichteten so mit Morden an Zivilisten, Gruppenvergewaltigungen, Entführungen und dem Einsatz von Todesschwadronen in wenigen Tagen eine „Schreckensherrschaft“ in der Stadt.<ref>Bericht von Amnesty International: Taliban begehen schwerste Verbrechen in Kundus. In: Stuttgarter-Zeitung.de. 1. Oktober 2015, abgerufen am 4. Oktober 2015.</ref> Am 1. Oktober 2015 brachten afghanische Truppen einen Teil der Stadt wieder unter staatliche Kontrolle.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Schwere Verluste für Taliban: Afghanische Spezialtruppen erobern Kundus zurück.] In: Focus. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 1. Oktober 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Nach Meldungen vom 3. Oktober 2015 wurden durch einen US-amerikanischen Luftangriff auch ein Krankenhaus getroffen und dabei mehrere Zivilisten getötet.<ref>Luftangriffe in Kunduz: „Das US-Militär wusste, wo unser Krankenhaus liegt“. In: Spiegel Online, 3. Oktober 2015.</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Luftangriff in Kundus Absicht oder Versehen? Kritik an US-Angriff auf Klinik.] In: Der Tagesspiegel. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. Oktober 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Am 13. Oktober 2015 wurde vermeldet, dass die Stadt wieder in der Hand der afghanischen Regierung sei.<ref>Zwei Wochen nach Invasion : Taliban geben Kundus wieder frei. Ihr Einmarsch in Kundus hatte viele geschockt – nun ziehen sich die radikal-islamischen Taliban nach eigenen Angaben wieder aus der nordafghanischen Stadt zurück. Dennoch hat ihre wiedergewonnene Stärke die Regierung in Kabul unter Druck gesetzt. In: tagesschau.de. ARD, 13. Oktober 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Oktober 2015; abgerufen am 20. Oktober 2015.</ref><ref>Matthew Rosenberg, Michael D. Shear: In Reversal, Obama Says U.S. Soldiers Will Stay in Afghanistan to 2017. New York Times, 15. Oktober 2015, abgerufen am 19. Oktober 2015.</ref>
Die letzten Soldaten der Bundeswehr wurden am 26. November 2020 aus Kundus abgezogen.<ref>tagesschau.de: Bundeswehr zieht letzte Soldaten aus Kundus ab. Abgerufen am 26. November 2020.</ref> Die Taliban eroberten die Stadt am 8. August 2021 wieder vollständig.<ref>Taliban erobern Kundus. Spiegel.de, 8. August 2021.</ref>
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Siehe auch
Literatur
- C. E. Bosworth: Kunduz. In: The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Band 5, 1986, S. 388f
Weblinks
Einzelnachweise
<references />