Jerusalem aus Gold
Jerusalem aus Gold ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein populäres israelisches Lied der Sängerin und Komponistin Naomi Schemer aus dem Jahr 1967.
Entstehung und Bedeutung
Der Titel des Liedes geht laut Schalom Ben-Chorin auf einen talmudischen Ausdruck zurück: „Rabbi Akiba schenkte seiner Frau ein ‚Goldenes Jerusalem‘; offenbar handelte es sich um ein Schmuckstück, eine Kamee oder Gemme, vielleicht auch ein Amulett“.<ref name="Ben-Chorin.152">Schalom Ben-Chorin: Ich lebe in Jerusalem. dtv, München 1988, S. 152.</ref> Die Formulierung findet sich im Raschi-Kommentar zum Traktat Nedarim 50a im Babylonischen Talmud.
Naomi Schemer komponierte den Song kurz vor dem Sechstagekrieg. Damals, in den Jahren von 1948 bis 1967, war die Jerusalemer Altstadt, die im Palästinakrieg von der Arabischen Legion besetzt worden war, für Israelis noch unzugänglich. Der Text handelt von der mehrtausendjährigen Geschichte der Juden und ihrer Sehnsucht nach Jerusalem. In ihm heißt es u. a.:
<poem style="font-style:italic; margin-left:2em;"> Die Brunnen sind leer von Wasser, Der Marktplatz wie ausgestorben, Der Tempelberg dunkel und verlassen Dort in der Altstadt …<ref name="translation">Übersetzung nach Yael Levine: Jerusalem of Gold – Translations. In: jerusalemofgold.co.il. 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. November 2016; abgerufen am 17. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> </poem>
Am 15. Mai 1967 wurde Jerusalem aus Gold, das die Sängerin Shuly Nathan am Vortag auf einem Festival erstmals vorgetragen hatte, als „Lied des Jahres“ preisgekrönt.<ref name="Trost">Trost: David und Goliath. S. 196 f.</ref> Es wurde sehr schnell populär und in dem Krieg, der nur drei Wochen später ausbrach, zu einem Schlachtruf der israelischen Truppen. Am 7. Juni 1967 stimmten es Fallschirmjäger vor der Klagemauer in der Altstadt an, die sie an diesem Tag eingenommen hatten. Dabei verwendeten sie einen spontan entstandenen neuen Text, der den Refrain – „Jerusalem aus Gold, aus Bronze<ref>nach anderen Übersetzungen: Kupfer</ref> und aus Licht, siehe, ich bin eine Laute für all Deine Lieder“<ref name="translation" /> – auf den Kopf stellte:
<poem style="font-style:italic; margin-left:2em;"> Jerusalem von Stahl, Eisen und Finsternis, Durch Deine Mauern haben wir Dich befreit, Die Soldaten rannten hinein in Blut und Rauch, Und nach dem Tod kam die Trauer …<ref name="Trost" /> </poem>
Daraufhin wandelte die Komponistin Naomi Schemer ihrerseits eine der Strophen ab, um die Wiedervereinigung Jerusalems zu feiern:
<poem style="font-style:italic; margin-left:2em;"> Die Brunnen sind wieder mit Wasser gefüllt, Der Platz mit einer freudigen Menge, Vom Tempelberg ertönt über die Stadt Laut der Schofar …<ref name="translation" /> </poem>
Bei ihrem Tod 2004 hinterließ Naomi Schemer ein Schreiben, wonach die Melodie nicht von ihr selbst komponiert, sondern – unbewusst – von einem baskischen Wiegenlied namens Pello Joxepe übernommen worden sein soll. Allerdings soll sie zu Lebzeiten Ähnlichkeiten mit diesem Lied immer wieder abgestritten haben.<ref name="Avnery" /><ref>Idit Avrahami u. a.: Naomi Shemer had no reason to feel bad, says Basque singer. In: Haaretz. 6. Mai 2005, abgerufen am 17. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Luistxo Fernandez: Hear the Basque original lullaby for Naomi Shemer’s Jerusalem of Gold. In: Eibar.org. 6. Mai 2005, abgerufen am 6. Mai 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rezeption
Der israelische Friedensaktivist Uri Avnery schrieb später: „Über Nacht wurde das Lied Jeruschalajim schel Sahav zum höchsten Ausdruck der Nationalgesinnung, zum Symbol des Sieges, der als Erlösung angesehen wurde.“<ref name="Avnery">Uri Avnery: Ein Mythos stirbt: Jeruschalajim schel Sahaw. In: haGalil. 17. Mai 2005, abgerufen am 17. Dezember 2021.</ref> Avnery, damals Abgeordneter der Knesset, schlug Jerusalem aus Gold als Nationalhymne für den Staat Israel vor, auch wenn er sich an den „angehängten nationalistischen Phrasen“ störte. Über diese Eingabe wurde jedoch nie abgestimmt, so blieb es bei HaTikwa. Avnery spricht dem Lied jedoch den „inoffiziellen Status einer zweiten Nationalhymne“ zu.<ref name="Avnery" />
Nach Schalom Ben-Chorin<ref name="Ben-Chorin.152" /> erlangte das Lied „in zahllosen Übersetzungen: englisch, französisch, deutsch, ja sogar finnisch eine ungeheure Popularität. Amerikanisch-jüdische Reformgemeinden nahmen das Lied in ihre Liturgie auf, und die populäre Zeitschrift Reader’s Digest widmete ihm einen ganzen Artikel.“
Im deutschsprachigen Raum wurde Jerusalem aus Gold vor allem durch die Schlussszene des Filmes Schindlers Liste bekannt. Da das Lied in Israel aber mit dem Sechstagekrieg verbunden wird, wird diese Stelle in der israelischen Filmversion musikalisch mit Eli, Eli (A Walk to Caesarea) untermalt.
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Zur selben Melodie wird das deutschsprachige Neue Geistliche Lied Ihr Mächtigen, ich will nicht singen gesungen. Der Text von Christine Heuser (1930–2020) ist, gerade in Hinblick auf das Sehnsuchts- und Heimkehrmotiv, an Jerusalem aus Gold angelehnt, bezieht sich jedoch auf das „Himmlische Jerusalem“. Der Text stellt keine – auch keine freie – Übersetzung des Originals dar.<ref>Ihr Mächtigen, ich will nicht singen. (pdf, 44 kB) In: Keller.fateback.com. 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Februar 2014; abgerufen am 6. Mai 2017.</ref>
Literatur
- Ernst Trost: David und Goliath. Die Schlacht um Israel 1967. Fritz Molden, Wien 1967.
Weblinks
- D. Gall: Jiruschaajim schel Sahaw. In: haGalil. 2014 (deutsche Übersetzung).
- Naomi Shemer: Yerushalaim Shel Zahav (Jerusalem of Gold) auf YouTube
- Shuli Nathan: “Yeroushalayim shel zahav” – {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) auf YouTube
- Jonathan Scheiner: „Yerushalayim Shel Zahav“: Lied aus Gold. In: Jüdische Allgemeine. 25. Mai 2017.
Einzelnachweise
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