Landnutzung
Als Landnutzung (auch Flächennutzung)<ref>Landnutzung. In: Lexikon der Geographie. Spektrum Akademischer Verlag, abgerufen am 17. Oktober 2017.</ref><ref>Flächennutzung. In: Glossar. Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Oktober 2017; abgerufen am 17. Oktober 2017.</ref> wird die Art der Inanspruchnahme von Böden und Landflächen (Teilen der festen Erdoberfläche) durch den Menschen bezeichnet. Auch die Abgrenzung zu Landverbrauch ist unscharf und weist Schnittmengen auf. Bei speziell landwirtschaftlicher Nutzung (von Acker- und Weideland) spricht man auch von Bodennutzung<ref>Allgemeines zur Bodennutzung. Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, abgerufen am 20. August 2025</ref>, während die forstwirtschaftliche Bodennutzung sich auf einen Forst oder Wirtschaftswald bezieht.<ref>Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Forstwirtschaftliche Bodennutzung - Holzeinschlagsstatistik -. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 20. August 2025</ref> Gelegentlich wird der Begriff Bodennutzung auch synonym zu Landnutzung verwendet.
Die verschiedenen Nutzungsarten von Land- und Forstwirtschaft, Industrie, Siedlungswesen, Verkehr, Brachland usw. – die z. B. in Deutschland Anteile von 55 %, 29 %, 11 % und 5 % ausmachen – werden in Form einer schematischen Klassifizierung erfasst, die in Industrieländern relativ genau und aufwendig erfolgt und etwa 20 bis 50 Klassen umfasst, während sich Entwicklungsländer auf etwa 10 bis 15 Nutzungsklassen beschränken.
Die Art der Boden- und Landnutzung hat sich in Europa seit dem Mittelalter<ref>Ulrich Willerding: Landnutzung im Umfeld städtischer und ländlicher Siedlungen des Mittelalters. In: Peter Dilg, Gundolf Keil, Dietz-Rüdiger Moser (Hrsg.): Rhythmus und Saisonalität. Kongreßakten des 5. Symposions des Mediävistenverbandes in Göttingen 1993. Sigmaringen 1995, S. 377–402.</ref> durch die Industrialisierung merklich gewandelt und ist seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zunehmend zum Thema der Raumplanung geworden. Sowohl in den Verdichtungsgebieten als auch im ländlichen Raum ergeben sich Nutzungskonflikte aus der Überlagerung und Konkurrenz unterschiedlicher Nutzungsarten sowie ihren direkten und indirekten Auswirkungen. Neben dem menschlichen Alltag, den kulturräumlichen Strukturen und der Wirtschaft ist auch der Naturhaushalt betroffen, insbesondere der Boden- und Wasserhaushalt, lokales Klima, Ökosystem und Artenvielfalt, z. B. durch die nutzungsbedingten stofflichen und strukturellen Belastungen. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung ländlicher Gebiete als Ausgleichsraum der urbanen Räume und durch Auslagerung städtischer Funktionen ins Umland zu. Daher ist eine periodische Feststellung der Landnutzung und ihrer Veränderungen erforderlich.
Die Erfassung der Landnutzung ging historisch meist von der Finanzverwaltung aus (Ertrags- und Grundsteuer), während sie heute eine interdisziplinäre Aufgabe ist, zu der vor allem die Landwirtschaft, die Geographie, die Geodäsie und Fernerkundung sowie die Raumplanung beitragen, in geringerem Maß Bodenkunde, Forstwirtschaft, regionale Agrarpolitik und staatliche Agrarförderung.
Aktuelle und historische Zahlen für Deutschland
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Das Umweltbundesamt berechnete bei der Erhebung vom 31. Dezember 2015 folgende Flächennutzung in Deutschland:<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Flächennutzung in Deutschland ( vom 30. September 2017 im Internet Archive) umweltbundesamt.de</ref>
- 51,6 % landwirtschaftliche Fläche
- 30,6 % Waldfläche
- 13,7 % Siedlungs- und Verkehrsfläche
- 2,4 % Wasserfläche
- 1,7 % sonstige Flächen
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Vergleichend dazu die Veränderungen zur Erhebung von 1936 (Deutschland in den damaligen Grenzen):<ref>Paul Wiel: Raum, Wirtschaft, Volk, Staat. 2. Auflage. Verlag Dr. Max Gehlen, Berlin 1936, Seite 26.</ref>
- 43,6 % Ackerland
- 27,3 % Wald
- 17,4 % Wiesen und Weiden
- 4,9 % Wege, Wasser und Eisenbahn
- 3,8 % Ödland
- 1,4 % Siedlungsfläche
Anmerkung: Auffällig starke Veränderungen gab es im Bereich der Siedlungs- und Verkehrsflächen. Inklusive der annähernd gleich gebliebenen Wasserflächen, stiegen diese um das 2,5-Fache. Zu berücksichtigen ist, dass die Bevölkerungszahl „nur“ um etwa 26 % im gleichen Zeitraum gestiegen ist. Die Verkleinerung der Staatsfläche von Deutschland ist dagegen in dieser Verhältnisaufstellung von untergeordneter Bedeutung.
Intensive/Extensive Landnutzung
Bei der Unterscheidung nach der Intensität der Flächennutzung bestehen fließende Übergänge zwischen beiden Formen, denn jede Landnutzung weist einen eigenen Grad an Intensivierung auf.
intensive Landnutzung Bewirtschaftungsformen mit verschiedenen (kosten)intensiven Investitionen und Maßnahmen zur Melioration der Flächen und Steigerung des Bodenertrags wie:
- dichtes Wegenetz
- Anlegung einer effektiven Ent- und Bewässerung
- starker Einsatz von Düngemitteln
- Flurbereinigungmaßnahmen
- starker Maschineneinsatz
- Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und leistungsfähigen Sorten
- oft hoher Grad an Spezialisierung
Beispiele: Konventionelle Landwirtschaft, Gewächshausanbau, Massentierhaltung, die meisten Plantagen, Reisterrassen
extensive Landnutzung Die Nutzung von Landflächen mit nur geringen bis fehlenden Geldinvestitionen in Flächen wie:
- geringer bis fehlender Düngemitteleinsatz
- viel Einsatz von Handarbeit, schonende Bodenbearbeitung
- Kleinparzellige Strukturen
- Anbau traditioneller Sorten
- Verzicht auf Pflanzenschutzmittel
- oft hohe Vielfalt an Betriebsfeldern
Beispiele: viele traditionelle Landnutzungssysteme (aber nicht alle), Wanderfeldbau, Dreifelderwirtschaft, Plenterwald, Almen, mobile Weidewirtschaft, Nomadismus.
nachhaltige Landnutzung Nachhaltige Landnutzung ist die Nutzung von Flächen in einer Weise, bei der die wesentlichen Eigenschaften, die Stabilität und die natürliche Regenerationsfähigkeit der Flächen bewahrt bleibt. Viele traditionelle (nicht alle) und einige intensive Landnutzungen gelten als nachhaltig.
Nachhaltigkeit ist das wesentliche Ziel der biologischen Landwirtschaft, das u. a. durch Ausschluss von Kunstdünger und Gentechnik, Schonung des Grundwassers, Belassung natürlicher Feldraine und Böschungen oder Gewässerrückbau erreicht werden soll.
Nutzungsklassen
In Europa wird die Landnutzung seit etwa 1800 terrestrisch (durch systematische Begehung) erfasst – z. B. in Deutschland und Österreich-Ungarn im Zuge der Steuer- und Landesvermessung als „Kulturklasse“. Sie geht seit damals auch in die Steuerbemessung ein und wird seit den 1970er Jahren zunehmend durch Satelliten- und Remote-sensing-Methoden ergänzt bzw. verfeinert.
Mitte der 1980er Jahre wurde die Klassifizierung der Landflächen (allerdings Bodenbedeckung) auf eine EU-weit einheitliche Typisierung umgestellt und aktualisiert. Im Rahmen des CORINE-Programms werten Experten in jedem Mitgliedsland der EU digitale Satellitenbilder aus. Die Daten werden in einem Geoinformationssystem (GIS) aufbereitet und liegen nun als digitale Karten etwa im Maßstab 1:100.000 vor.
Die 13 Hauptklassen der Bodenbedeckung (landcover), die für alle EU-Länder den Rahmen bilden, sind:
- Siedlungsflächen (inkl. Verkehrsflächen)
- Ackerflächen
- Dauerkulturen
- Grünland
- Laub- und Mischwald
- Nadelwald
- Alpine Matten
- Latschen, Krummholz
- Felsflächen
- Spärliche Vegetation
- Gletscher
- Feuchtflächen
- Wasserflächen.
Eine ganz andere Klassifizierung ist das LCCS (Land Cover Classification System), welches die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO als globalen, aber nur groben Rahmen vorgeschlagen hat. Von den acht Hauptklassen beziehen sich je vier auf (un-)kultivierte Landflächen bzw. auf (un-)kultivierte Wasserflächen. Auch dieses System ist – vor allem für Ackerflächen – feiner unterteilbar.
Landnutzungsänderungen
Direkte und indirekte Landnutzungsänderung
Im Kontext der agrarischen Landnutzung, insbesondere beim Anbau von Energiepflanzen zur Erzeugung von Agrarkraftstoffen, wird zwischen direkter und indirekter Landnutzungsänderung ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), kurz dLUC, bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) oder iLUC) unterschieden. Erstere bezeichnet die Umwandlung von Land, das vorher nicht für den Anbau von Feldfrüchten genutzt wurde, in Anbauflächen von Pflanzenrohstoffen. Die indirekte Landnutzungsänderung beschreibt den Effekt, dass für den Anbau von Energiepflanzen Flächen genutzt werden, die ursprünglich für die Erzeugung von Nahrungsmitteln bestimmt waren. Somit steigen einerseits die Lebensmittelpreise aufgrund einer Angebotsknappheit und andererseits findet eine Verdrängung der Nahrungs- und Futtermittelproduktion statt, für die dann neue Flächen landwirtschaftlich erschlossen werden müssen.<ref name="Kiel Institute for the World Economy">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Review of IFPRI study: “Assessing the Land Use Change Consequences of European Biofuel policies and its uncertainties”.] (PDF; 3,7 MB) Kiel Institute for the World Economy, , S. 2, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Seit dem Inkrafttreten der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (2009/28/EG), die vorsieht, ab 2020 mindestens 10 Prozent der fossilen Kraftstoffnachfrage durch regenerative Energien zu ersetzen, werden so genannte Biotreibstoffe in der EU über gesetzliche Beimischungsquoten, Steuervergünstigungen und Subventionen stark gefördert.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig iLUC – indirekte Landnutzungsänderung.] Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V., , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. September 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Für den Einsatz der Biokraftstoffe wurde vor allem der Klimaschutz angeführt. Kritiker weisen jedoch auf die durch iLUC verursachten Treibhausgasemissionen hin (z. B. durch die Regenwaldrodung für Ölpalmplantagen zur Produktion von Biodiesel) und es wird diskutiert, ob und inwieweit diese so genannten iLUC-Faktoren auf die für die Produktion von Biotreibstoffen verwendeten Rohstoffe und deren Herkunft angerechnet werden sollen. Das Institute for European Environmental Policy kommt zu dem Ergebnis, dass der zusätzliche Bedarf von 15,1 Millionen Tonnen Rohöleinheiten Biotreibstoff bis 2020 (im Vergleich zu 2008) zu einer indirekten Landnutzungsänderung von 4,1 bis 6,9 Millionen Hektar führen würde (eine Fläche knapp größer als die Niederlande bzw. etwas kleiner als Irland).<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Anticipated Indirect Land Use Change Associated with Expanded Use of Biofuels and Bioliquids in the EU – An Analysis of the National Renewable Energy Action Plans.] (PDF; 395 kB) Institute for European Environmental Policy, , S. 2, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. September 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Die Europäische Kommission hat in diesem Zusammenhang mehrere Studien über indirekte Landnutzungsänderungen und deren Berücksichtigung in Auftrag gegeben, deren überarbeitete Versionen später teilweise nach öffentlichem Druck veröffentlicht wurden.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Renewable energy.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. September 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Studien kommen zu dem Ergebnis, dass indirekte Landnutzungsänderungen einen deutlichen Einfluss auf die Klimabilanz von Biokraftstoffen haben. Besonders Biodiesel aus Pflanzenölen wie Palmöl, Raps und Soja kann unter Umständen mehr Kohlenstoff freisetzen als fossiler Diesel.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Indirect Land Use Change from increased biofuels demand – Comparison of models and results for marginal biofuels production from different feedstocks.] (PDF; 1,3 MB) , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. September 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> In Reaktion auf die Ergebnisse sollen Biotreibstoffe wie das in Deutschland verkaufte E10 ab 2020 nicht mehr von der EU subventioniert werden.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Iluc“-Effekt – Brüssel schafft E10-Subventionen ab.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. September 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Ausmaß und Kartierung
Landnutzungsänderungen seit 1960 betreffen laut einer Studie 17 % der Landfläche. Wenn mehrmalige Änderungen berücksichtigt werden, sind es 32 %, „etwa das Vierfache“ früherer Schätzungen. Die Forscher untersuchten auch die Ursachen und identifizierten dabei den Landwirtschaft-beeinflussenden internationalen Handel als Haupttreiber.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: phys.org. Abgerufen am 13. Juni 2021 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref name="10.1038/s41467-021-22702-2">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Auswirkungen von Landnutzungsänderungen
Landnutzungsänderungen haben Auswirkungen auf den Klimawandel, die Nahrungsmittelsicherheit und die Biodiversität.<ref>Landnutzung und Biodiversität. Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, abgerufen am 17. August 2025.</ref>
Klima
Global werden drei Viertel der eisfreien Landoberfläche vom Menschen genutzt. Große Teile der Waldbedeckung wurden und werden in Ackerland umgewandelt oder durch Beweidung oder Holzernte genutzt. Die Art der Landnutzung hat einen erheblichen Einfluss auf das Erdsystem: In die Kreisläufe von Kohlenstoff, Nährstoffen und Wasser wird eingegriffen, und die Biodiversität wird in der Regel vermindert. Etwa ein Drittel des gesamten CO2-Ausstoßes im Zeitraum 1850–2000 ist auf Entwaldung zurückzuführen.<ref>Julia Pongratz, Sebastian Sonntag: Wald und Klima – Potenziale und Nebenwirkungen zukünftiger Aufforstung. In: mpimet.mpg.de. Max-Planck-Institut für Meteorologie, 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juli 2021; abgerufen am 21. März 2021. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Flächenverbrauch
Bei der Umwandlung von Gewässern, landwirtschaftlichen Flächen und Waldflächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen spricht man von Flächenverbrauch. In Deutschland war eine Verringerung des täglichen Flächenverbrauchs auf 30 ha bis zum Jahr 2020 eines der Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie.<ref>Ziele und Indikatoren. Umweltbundesamt, 11. März 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Oktober 2017; abgerufen am 18. Oktober 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Der Flächenverbrauch hat Auswirkungen auf die Artenvielfalt; zudem sind unmittelbare Folgen für das Landschaftsbild mit ihm verbunden. Tatsächlich lassen sich an konkreten regionalen Beispielen die unterschiedlichen Einflüsse des menschlichen Wirkens im Raum nachweisen und anhand von Karten und Diagrammen als Ursachen für Flächennutzungsänderungen und Flächenverbrauch ableiten und den Verursachenden zuordnen.<ref>Thomas Kausch: Landschaften. Was sie uns über das Artensterben und den Klimawandel verraten. München 2004, ISBN 978-3-98726-131-2.</ref>
Landverbrauch
In der globalen Betrachtung wird der Verlust von biologisch produktiven Flächen häufig auch mit dem Begriff Landverbrauch beschrieben. Hierunter fällt auch das Problem, dass auf Anbauflächen oder Abbauflächen Produkte für den Export erzeugt werden, wobei die einheimische Bevölkerung in keiner Weise profitiert. Der Begriff Landverbrauch steht in enger Beziehung zu dem Modell des ökologischen Fußabdrucks.<ref>Kein Land in Sicht. (PDF, 6 MB) Wie viel Land benötigt Europa weltweit zur Deckung seines hohen Konsums. Global 2000, Friends of the Earth Europe, REdUSE, SERI, 20. Februar 2013, S. 3, abgerufen am 17. August 2025.</ref>
Siehe auch
- Extensive Landnutzung in Mitteleuropa
- Landnutzung in den Tropen
- Kulturareale der Erde: Spiegelbild der Vegetationszonen und traditionellen Landnutzung
Literatur
- JEK: Handbuch der Vermessungskunde. Band Ia. J.B. Metzler, Stuttgart 1955.
- Johannes Müller: Landschaftselemente aus Menschenhand. Spektrum-Verlag, Heidelberg 2005.
- Landnutzung und Klima.
- Walter Kühbauch (1993): Intensität der Landnutzung im Wandel der Zeit. In: Die Geowissenschaften. Band 11, 4, S. 121–129, doi:10.2312/geowissenschaften.1993.11.121.
Weblinks
- Landnutzung nach CORINE, Tirol-Atlas
- Erich Tasser, Ulrike Tappeiner: Wenn der Bauer mäht… Ökologische Folgen von Landnutzungsänderungen.
Einzelnachweise
<references />