Klaus Rinke
Klaus Rinke (* 29. April 1939 in Wattenscheid; † 20. Januar 2026<ref name="OÖN">Der „visuelle Philosoph“ Klaus Rinke ist mit 86 Jahren gestorben. In: Oberösterreichische Nachrichten vom 22. Jänner 2026, S. 18, Rubrik Kultur und Leben.</ref>) war ein deutscher Künstler und Hochschullehrer.
Leben und Werk
Rinke bildete sich in den Jahren 1954 bis 1957 zum Dekorations- und Plakatmaler in Gelsenkirchen aus. Nach dem Studium der Malerei von 1957 bis 1960 an der Folkwang-Schule in Essen unterhielt er in den Jahren 1960 bis 1964 verschiedene Ateliers in Paris und Reims. 1962 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Le Portulan in Le Havre.
1965 kehrte er nach Deutschland (Düsseldorf) zurück und gab die Malerei auf, um sich ersten Wasserarbeiten („12 Faß geschöpftes Rheinwasser“, 1969) und ersten „Primärdemonstrationen“ zu widmen. Er begann eine rege internationale Ausstellungstätigkeit. Von 1970 bis 1976 veranstaltete er Performances und gemeinsame Ausstellungen mit Monika Baumgartl.
Von 1974 bis 2004 war Rinke Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. 1980 gründete er ein Zentrum für Kontemplation in Haan und unterhielt ab 1981 ein Atelier und eine Wohnung in Los Angeles. Von 1993 bis 1998 war Klaus Rinke Vorsitzender des Künstlervereins Malkasten und seit 1998 Ehrenmitglied.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ehrenmitglieder im Künstlerverein Malkasten: Klaus Rinke ( vom 7. April 2016 im Internet Archive), auf malkasten.org, abgerufen am 7. April 2016.</ref> 2007 zog Rinke von Haan bei Düsseldorf, wo er seit fast 30 Jahren lebte und arbeitete, nach Neufelden in Österreich.<ref>Frank Becker: Klaus Rinke verlässt Haan und sagt: „Ich gehe ja gar nicht“. In: wz.de. 14. Dezember 2007, abgerufen am 23. Januar 2026.</ref>
Er gestaltete 1983 die Fassade des Kaufhauses Tabor in Steyr und 1984 die von PRO-Kaufland in Linz-Urfahr.<ref name="OÖN" /> Das Steyrer Kaufhaus wurde bis 2020 umgebaut.<ref>Mein Bezirk - Steyr & Steyr-Land: Das „neue“ Taborland eröffnet am 19. November. Artikel vom 19. Oktober 2020, aufgerufen am 22. Jänner 2026.</ref> Mit dem Verkauf des PRO-Kauflands wurde der dortige Fassadenschmuck mit „Planeten und Wassertropfen“ auf Veranlassung des Neuhauser Schlossherrn Otto Plappart nach St. Martin im Mühlkreis gebracht.<ref name="OÖN" /> Die Installation Donau Zentrum Sonnenstrahl in Wien (beim Westfield Donauzentrum) stammt aus dem Jahr 2011. Sie besteht aus einem großformatigen Wandbild mit Wassertropfen und einer 30 Meter hohen Sonnenstrahl-Skulptur, die von 64 Tropfen umgeben ist.<ref>Donauzentrum enthüllt neues Wahrzeichen auf Vienna.at. Beitrag vom 27. Oktober 2011, aufgerufen am 25. Jänner 2026</ref>
Klaus Rinke starb im Januar 2026 im Alter von 86 Jahren.<ref>È morto Klaus Rinke, maestro del tempo e del corpo. In: exibart.com. 20. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er lebte im Schloss Neuhaus bei St. Martin im Mühlkreis.<ref>Seine Kunst veredelte das PRO-Kaufland: Künstler Klaus Rinke ist mit 86 Jahren gestorben. In: nachrichten.at. 21. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026.</ref>
Ausstellungen (Auswahl)
- 1969: Galerie Konrad Fischer, Düsseldorf
- 1972: Klaus Rinke. Der Versuch meine Arbeiten zu erklären, Kunsthalle Tübingen
- 1972: Biennale di Venezia, Venedig
- 1972: documenta 5, Kassel
- 1973: Museum of Modern Art (MoMA)
- 1975: Museum Wiesbaden<ref>us [Bruno Russ], Einsame Kreise, Die Aktion Rinke/Rabinowitch, Wiesbadener Kurier, Donnerstag, 2. Oktober 1975, S. 8.</ref>
- 1976: Museum Wiesbaden<ref>us [Bruno Russ], Rinke und seine Schüler, 10. Aktion im Raum 27, Wiesbadener Kurier, Montag, 22. März 1976, us [Bruno Russ], Düsseldorfer Kunstakademie – und was aus ihr hervorgeht, Wiesbadener Kurier, Mittwoch, 24. März 1976, Düsseldorfer Happyning im Museum Wiesbaden, Wiesbadener Kurier, Samstag, 27. März 1976.</ref>
- 1977: Biennale di Venezia, Venedig
- 1977: documenta 6, Kassel
- 1984: Klaus Rinke im Neandertal. Über den Ursprung der Kunst. Skulpturen und Zeichnungen, Neandertal und Museum, Neandertal/Mettmann. – Erkrath
- 1985: Instrumentarium, Centre Pompidou, Paris
- 1992: Kunsthalle Düsseldorf
- 2006: Hagia Sophia Museum, Istanbul (Einzelausstellung)
- 2011: Städel Museum, Frankfurt<ref>Klaus Rinke. In: staedelmuseum.de. Abgerufen am 23. Januar 2026.</ref>
- 2016: The memories belong to me, Thomas Brambilla Gallery, Bergamo, Italien
- 2017: Solo Show, Art Basel Unlimited, Basel, Schweiz
- 2017: Derzeit, Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal
- 2017: Instrumentarium, The Nave, CCCOD Tours, Frankreich
- 2019: Die vierte Kraft, Museum Küppersmühle, Duisburg<ref>Klaus Rinke: Die vierte Kraft. In: www.stiftungkunst.de. Abgerufen am 11. April 2019.</ref>
Auszeichnungen
Literatur
- Klaus Rinke. Katalogpublikation Städtisches Museum Schloß Morsbroich Leverkusen, 1970
- Götz Adriani (Hrsg.): Klaus Rinke, Zeit Time, Raum Space, Körper Body, Handlungen Transformations. Katalogpublikation Kunsthalle Tübingen, Köln 1972.
- Bernd Fäthke, Klaus Rinke und David Rabinowitch, Ausst. Kat.: 9. Aktion im „Raum 27“, Museum Wiesbaden, 30. Sept. – 4. Okt. 1975.
- Bernd Fäthke, Rinkes Klasse im „Raum 27“, Ausst. Kat.: 10. Aktion im „Raum 27“, Letztes Mal hast du doch gesagt, daß du keine Kunst machst, Museum Wiesbaden, 21. März – 28. März 1976.
- Ursula Eisenbach, Hans-Werner Schmidt (Hrsg.): Klaus Rinke, retroaktiv (1954 - 1991), Richter Verlag, Düsseldorf 1992
- Ursula Eisenbach (Hrsg.): Klaus Rinke gemacht gedacht. Texte & Interviews, Grupello, Düsseldorf 2004.
- Hannelore Kersting (Bearb.): Kunst der Gegenwart. 1960 bis 2007. Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach 2007, ISBN 978-3-924039-55-4.
Weblinks
- klausrinke.com
- Literatur von und über Klaus Rinke im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Meisterwerke. Klaus Rinke „Zeitfeld“, WDR-Sendung von Martina Müller, 15. Januar 2013
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rinke, Klaus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Künstler |
| GEBURTSDATUM | 29. April 1939 |
| GEBURTSORT | Wattenscheid |
| STERBEDATUM | Januar 2026 |