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Haus der Barmherzigkeit

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Haus der Barmherzigkeit
Datei:Haus-der-Barmherzigkeit-Logo-Claim.png
Logo
Ort Wien, Kirchstetten, Wiener Neustadt, Horn, Poysdorf

Bundesland WienDatei:Wien Wappen.svg Wien, NiederosterreichDatei:Niederösterreich CoA.svg Niederösterreich
Staat OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich
Institutsdirektoren Univ.-Prof. Christoph Gisinger, Roland König
Betten ca. 1.700
Mitarbeiter ca. 2.000<ref>Haus der Barmherzigkeit Fact Sheet. (PDF) In: hb.at. Abgerufen am 20. Januar 2026.</ref>
Fachgebiete Geriatrie, Behindertenhilfe, Gesundheits- und Krankenpflege
Gründung 23. Juli 1875
Website hb.at

Das gemeinnützige Haus der Barmherzigkeit zählt zu den größten privaten Betreuungseinrichtungen von schwer pflegebedürftigen Menschen in Österreich.

Historische Einrichtung

Als erstes Haus wurde am 23. Juli 1875 das Geriatrische Pflegekrankenhaus in Währing im heutigen 18. Wiener Gemeindebezirk in der Vinzenzgasse eröffnet.<ref>Haus der Barmherzigkeit im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref> Das Haus der Barmherzigkeit in der Vinzenzgasse verfügte über 23 Betten. Gestiftet wurde das Spital von der „Bruderschaft von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit zur Pflege armer Unheilbarer“, bei der sich katholische Privatmänner unter der Führung von Franz Eipeldauer sozial engagierten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gedenkstunde als Mahnung (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. Oktober 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hdb-wien.at in News vom 23. Okt. 2002, abgerufen am 18. Dez. 2009.</ref>

Die Pflege übertrugen sie dem Orden der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul.

Von Anfang an wurden bisher als unheilbar geltende Kranke nicht nur pflegerisch, sondern auch medizinisch versorgt. Dieser Umstand machte das Haus der Barmherzigkeit später zum Vorbild für ähnliche Institutionen im In- und Ausland und zur „Geburtsstätte der Geriatrie“.<ref>Christoph Gisinger: Haus der Barmherzigkeit: Birthplace of Geriatrics. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. 13. Oktober 2025 (springer.com).</ref> So wurde 1904 das Versorgungsheim Lainz nach dem Vorbild des Hauses der Barmherzigkeit gegründet. Dieses besuchte 1908 der aus Wien stammende und am New Yorker Mount Sinai Hospital arbeitende Arzt Ignatz Leo Nascher. Er prägte anhand dieser Institutionen den Begriff „Geriatrie“.<ref>Lothar Nickels: Geriatrie – Medizin für alte Menschen. In: Planet Wissen. 28. Januar 2020, abgerufen am 9. August 2024.</ref>

Zahlreiche Persönlichkeiten besuchten das Haus in der Vinzenzgasse:

Kaiser Franz Joseph I. (1900), Kardinal Theodor Innitzer und Fürstin Elsa von Liechtenstein (1935), Fürstin Gina von Liechtenstein (geborene Georgina von Wilczek) (1970), Kardinal Franz König und Bundespräsident Rudolf Kirchschläger (1975), Papst Johannes Paul II. (1983)<ref>JOHANNES PAUL II: ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II. AN DIE ALTEN IM «HAUS DER BARMHERZIGKEIT». In: Vatican. Libreria Editrice Vaticana, 11. September 1983, abgerufen am 8. September 2024.</ref>, Fürstin Marie von Liechtenstein (geborene Marie Kinsky von Wchinitz und Tettau) (2004),<ref>Mag. Eva Bauer: Fürstin von und zu Liechtenstein besucht Haus der Barmherzigkeit. In: APA ORIGINALTEXT. APA-OTS, 24. März 2004, abgerufen am 9. August 2024.</ref> Kardinal Christoph Schönborn und Bürgermeister Michael Häupl (2005).<ref>Dr. Martin Gabriel: Häupl zu Besuch im Haus der Barmherzigkeit in Ottakring. In: Presse-Service | Rathauskorrespondenz. Stadt Wien, 7. September 2005, abgerufen am 9. August 2024.</ref>

Das historische Haus wurde durch zwei Neubauten in Ottakring und Donaustadt abgelöst.<ref>Pflegeheim Tokiostraße: Großer Umbau für "Haus der Barmherzigkeit". In: Der Standard. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H., 29. September 2004, abgerufen am 9. August 2024.</ref> Am 12. Oktober 2006 verließ die letzte Patientin die Vinzenzgasse.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Haus der Barmherzigkeit (Memento des Vorlage:IconExternal vom 20. November 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hausderbarmherzigkeit.at Historie der Vinzenzgasse</ref>

Organisationsstruktur

Das Haus der Barmherzigkeit besteht aus Einrichtungen an sieben Hauptstandorten (Pflegekrankenhäuser und -heime) und 23 weiteren Einrichtungen wie Wohngemeinschaften und Tageszentren. Die Organisation ist in die Bereiche Pflegeeinrichtungen Wien, Pflegeheime Niederösterreich, Habit – Haus der Barmherzigkeit Inklusionsteam sowie verschiedene Unterstützungsbereiche gegliedert. Es handelt sich um ein Institut öffentlichen und kirchlichen Rechts, die als eigenständige Rechtspersönlichkeit agiert. Der Institutsdirektor steht dem Unternehmen vor.<ref>Es lebe das Leben. Festschrift 150 Jahre Haus der Barmherzigkeit. Wien 2025, ISBN 978-3-200-10449-5, S. 170 f. (hb.at).</ref>

Einrichtungen:

Pflege und Betreuung

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Das Haus der Barmherzigkeit in der Seeböckgasse 30a, Wien-Ottakring

Im Mittelpunkt der interdisziplinären Langzeitbetreuung steht der chronisch kranke bzw. mehrfachbehinderte Mensch mit seinen Wünschen und Bedürfnissen. Alle Einrichtungen des Haus der Barmherzigkeit sind nach dem international anerkannten Qualitätsmanagementsystem ISO 9001 zertifiziert.<ref>ISO-Zertifikat für Häuser der Barmherzigkeit. In: OTS-ORIGINALTEXT. APA-OTS, 28. November 2007, abgerufen am 9. August 2024.</ref>

Geriatrie:

In den geriatrischen Pflegeheimen und Pflegekrankenhäusern werden hochbetagte, chronisch kranke sowie Patienten mit fortgeschrittener Multiple Sklerose oder im Wachkoma sowie Kinder mit chronischen Erkrankungen intensiv betreut. Die wichtigsten zur Anwendung kommenden Pflegekonzepte sind: Bezugspflege, Aktivierende Pflege, Validation (nach Naomi Feil), Basale Stimulation und Kinästhetik. Die medizinischen Schwerpunkte liegen auf: Innere Medizin mit allgemeiner Geriatrie, Palliativmedizin, geriatrische Rehabilitation sowie Gerontoneurologie und neurologische Rehabilitation. Bei Aufnahme des Patienten wird ein umfassendes geriatrisches Assessment durchgeführt. In der Therapie kommen Physiotherapie, physikalische Therapie, Ergotherapie, Diätetik, Musiktherapie, Psychotherapie, klinische Psychologie, Logopädie, Kunsttherapie und Tiertherapie zum Einsatz.

Inklusion: HABIT (Haus der Barmherzigkeit Inklusionsteam) betreut Menschen mit schweren Behinderungen und hohem basalen Unterstützungsbedarf in familienähnlichen Wohngemeinschaften und Tageszentren. In der täglichen Betreuungsarbeit werden folgende Konzepte angewendet: Lebensqualität durch pädagogisches und pflegerisches Handeln, nachvollziehbarer Alltag, unterstützte Kommunikation, sprachbegleitende Gebärdensprache, Basale Stimulation und pädagogisch integrierte Pflege.<ref>HABIT - Haus der Barmherzigkeit Inklusionsteam, für schwer mehrfachbehinderte Menschen. In: Stadt Wien Sozialinfo. Stadt Wien, 6. Oktober 2025, abgerufen am 20. Januar 2026.</ref><ref>Ernst Mauritz: HABIT: Mit allen Sinnen kommunizieren. In: Kurier.at. KURIER, 7. Juni 2012, abgerufen am 9. August 2024.</ref>

Pädiatrie: Das Kinderpflegedomizil Fridolina in Wien bietet spezialisierte Pflege für Kinder und Jugendliche mit komplexen und lebensverkürzenden Erkrankungen. Es kombiniert moderne medizinische Technik mit einem familiären Umfeld. Ein Team aus Pflegekräften, Therapeuten und Ärzten arbeitet eng mit den Familien zusammen. Neben der medizinischen Versorgung gibt es pädagogische und therapeutische Angebote. Das Kinderpflegedomizil ist das erste stationäre Pflegeangebot dieser Art in Wien.<ref>Pflegezentrum für kranke Kinder eröffnet. In: orf.at. Österreichischer Rundfunk, Stiftung öffentlichen Rechts, 13. Dezember 2023, abgerufen am 9. August 2024.</ref><ref>Anna Perazzolo: Ein neues Zuhause für chronisch kranke Kinder in Wien. In: kurier.at. k-digital Medien GmbH & Co KG, 5. September 2023, abgerufen am 9. August 2024.</ref><ref>Mario Aberl / Ombudsfrau: Fridolina: Ein Zuhause für schwer kranke Kinder. In: Krone.at. Krone Multimedia GmbH & Co. KG, 30. März 2024, abgerufen am 9. August 2024.</ref>

Lehre und Forschung

Gemeinsam mit der Donau-Universität Krems entwickelte das Haus der Barmherzigkeit den „Masterlehrgang für Geriatrie“. Seit 2009 ist das Haus der Barmherzigkeit Lehrkrankenhaus der MedUni Wien.<ref>Lehrkrankenhäuser. In: MedUni Wien. Medizinische Universität Wien, abgerufen am 9. August 2024.</ref> In einem Praktikum der Lehrveranstaltung „Soziale Kompetenz“ in den geriatrischen Pflegekrankenhäusern Seeböckgasse und Tokiostraße erfahren die Studenten den empathischen Umgang mit schwer kranken oder mehrfachbehinderten Menschen.<ref>Soziale Kompetenz im Lehrplan für Medizinstudium fest verankert. In: MedUni Wien. Medizinische Universität Wien, 10. Januar 2024, abgerufen am 9. August 2024.</ref> 2019 eröffnete das Seminarzentrum „Campus Collegialität“ als neue Drehscheibe für Wissenstransfer.<ref>Seminarzentrum Campus Collegialität Presseaussendung zur Eröffnung am 4. Oktober 2019.</ref> Die am Haus der Barmherzigkeit angesiedelte Akademie für Altersforschung widmet sich der Forschung und Lehre im Bereich Gerontologie und Geriatrie. Ziel ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen und diese durch Bildungsangebote in die Praxis zu bringen.<ref>Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit. In: Akademie für Altersforschung. Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit, abgerufen am 9. August 2024.</ref>

Auszeichnungen (Auswahl)

Rezeption

Ivan Cankars Roman: Hiša Marije Pomočnice (deutsch: Das Haus der Barmherzigkeit; ISBN 978-3-7084-0699-2) hat die Einrichtung als Handlungsort.

Weblinks

Commons: Haus der Barmherzigkeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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