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Hallenbad

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Datei:Hallenbad Huetteldorf 02.JPG
Hallenbad Hütteldorf
Datei:Herschelbad Halle 2.jpg
Denkmalgeschütztes Herschelbad in Mannheim
Datei:Bundesarchiv Bild 183-61979-0001, Rostock, Schwimmhalle "Neptun".jpg
Schwimmhalle „Neptun“ in Rostock (1959)

Ein Hallenbad oder Schwimmhalle ist ein in geschlossenen Räumen angelegtes Schwimmbad.

Hallenbäder werden unterteilt in öffentliche und private Schwimmhallen. Hotel-Schwimmhallen und Therapiebäder sind Sonderformen der öffentlichen Schwimmhalle. Für die Benutzung öffentlicher Anlagen wird normalerweise eine Gebühr erhoben, wobei diese bei den meisten kommunalen Bädern nicht kostendeckend ist.

Ausstattung

Öffentliche Hallenbäder bestehen im Allgemeinen aus folgenden Raumgruppen:

  • Schwimmhalle mit einem oder mehreren Schwimmbecken (z. B. Schwimmerbecken und Nichtschwimmerbecken, gelegentlich auch ein Sprungbecken) und den Beckenumgängen
  • Technik (vor allem die Wasseraufbereitung) und technische Nebenräume
  • Nebenräume für den Badegast (etwa Foyer, Umkleideräume, Toiletten, Duschen, oftmals auch gastronomische Einrichtungen)
  • Nebenräume für das Personal (etwa Personalumkleideräume)
Datei:Schwimmbad Idar-Oberstein.jpg
Grundsaniertes Hallenbad Idar-Oberstein mit Edelstein in Fassade

Einige Hallenbäder sind auch als Erlebnis- oder Wellnessanlagen mit Sauna, Dampfbad, Solarien, Wasserrutschen, künstlichen Tropenlandschaften, Sprungturm, Tauchbecken, Fitnessbereichen und Wellenbecken eingerichtet.

Energieversorgung

Aus gesundheitlichen und Komfortgründen werden Wasser und Raumluft in Hallenbädern auf Temperaturen zwischen 25 und 38 °C beheizt. In Kombination mit den Hallengebäuden führt dies zu einem hohen Bedarf an Heizwärme, für weitere Systeme (Wasseraufbereitung, Saunabeheizung, Wellenmaschinen, Pumpen für Wasserrutschen oder Sprudelanlagen) wird entsprechend elektrische Leistung benötigt. Die meisten Hallenbäder in Mitteleuropa decken ihren Energiebedarf mit in Kraft-Wärme-Kopplung betriebenen Blockheizkraftwerken.

Gebäudehülle und Bauphysik in Schwimmhallen

Datei:Müllersches Volksbad Munich at Dusk, July 2018.jpg
Müllersches Volksbad, München, eröffnet 1901

Die Gebäudehülle eines Hallenbades besteht im Wesentlichen aus Wänden, Fenstern und Dach oder einer Decke zu einem Obergeschoss.

Aufgrund der erhöhten Temperatur und Luftfeuchte sowie möglicher korrosiver Bestandteile in der Luft ist der bauphysikalischen Sicherheit besonders Rechnung zu tragen. Alle Bauteile müssen so gestaltet sein, dass schädliche Feuchte- bzw. Schimmelpilzbildung vermieden wird.

Hallenbäder bzw. Schwimmhallen werden üblicherweise mit gleichbleibend konstantem Klima betrieben, z. B. 30 °C Raumtemperatur und 60 % relativer Luftfeuchte. Aus diesem Grund ist die Diffusionsrichtung nahezu ganzjährig von innen nach außen gerichtet. Feuchteregulierende Innenputze, die z. B. im Wohnbad zu Stoßzeiten Feuchte aufnehmen und später wieder in den Raum abgeben, sind beim gleichbleibenden Dauerklima unwirksam, da die Feuchte nicht wieder abgegeben werden kann. Deshalb ist hier eine absolute Dampfsperre z. B. Aluminiumfolie auf der Innenseite der umschließenden Bauteile sinnvoll. Die Dampfsperre hat den weiteren Vorteil, dass sie die Baukonstruktion auch vor Chlorideintrag schützt.

Besonders wichtig ist auch ein ausreichender Wärmeschutz, um Schimmelpilzbildung zu vermeiden. Dafür muss sichergestellt sein, dass die Oberflächentemperatur auch im hintersten Eck immer über 25,1 °C liegt.

Als Prototyp wird im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart die Aquabox Stuttgart errichtet. Dabei handelt es sich um ein komplett rückbaubares Hallenbad, das temporär in Holzmodulbauweise aufgestellt wird, während das bestehende Hallenbad saniert bzw. neu gebaut wird. Für Stuttgart ist geplant, die Aquabox mit einem 25-Meter-Becken nacheinander an drei Standorten aufzustellen.<ref>Mobiles Hallenbad in Stuttgart-Zuffenhausen. In: IBA27.de. Abgerufen am 7. April 2026.</ref>

Sicherheit

Aus Sicherheitsgründen werden vor allem die Becken von Aufsichtspersonen überwacht. Insbesondere wird auf drohendes Ertrinken von Personen geachtet. Die Bodenverfliesung bietet durch strukturierte Oberfläche auch nassen Füßen eine gewisse Haftung. Regeln wie „kein Laufen“ und „kein Hineinspringen ins Becken“ sollen Unfallverletzung durch Stürzen, Zusammenprallen, Anprallen und Aufeinanderspringen vermeiden helfen. Startsockel an einem Ende jeder Schwimmbahn erlauben bei etwa 10–12° Neigung zur Bahn hin, mit rauer oder strukturierter Oberfläche und typisch 55 cm Breite und 75 cm Länge jeweils einer Person den Startsprung in die Bahn.

Der Materialwahl für sicherheitsrelevante Bauteile (Deckenabhängungen) sollte bereits bei der Planung eine erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden (Spannungsrisskorrosion).<ref>M. Faller, P. Richner: Sicherheitsrelevante Bauteile in Hallenbädern, Schweiz. Ing.-Arch. 2000 (16), S. 364–370 (online (3,7 MB))</ref>

Jugendstil-Hallenbäder

Datei:GellertUszoda2.JPG
Gellértbad, Budapest
Datei:KleineSchwimmhalle.JPG
Kleines Bad der Elisabethhalle, Aachen
Datei:Volksbad Nürnberg, Plan 1. Obergeschoss, Februar 1915.jpg
Grundriss Volksbad in Nürnberg mit drei Schwimmhallen
Datei:Johannisbad Zwickau, Schwimmhalle.jpg
Johannisbad Zwickau
Datei:Hannover Fassade Goseriedebad.jpg
Goseriedebad in Hannover
Datei:Nya Badhuset i - Ystad-2015.jpg
Ystads neues Hallenbad.
Datei:Hallenbad im Erdgeschoss eines Einfamilienhauses.jpg
Hallenbad in einem privaten Einfamilienhaus

Nur wenige Hallenbäder haben beide Weltkriege und die mit der Zeit einhergehenden Korrosionsschäden überstanden. Die wenigsten sind derzeit noch in Betrieb. Die übrig gebliebenen Gebäude sind Zeugnis dafür, dass Jugendstil die ganze Lebensführung umfasste. Gesundheit als Anliegen in der Zeit wirtschaftlicher Prosperität war nicht selbstverständlich, sondern oft nur Sache weniger engagierter Bürger oder Sache von Mäzenen. Damals waren diese Schwimmbäder eher Badewannen-Ersatz als Freizeittempel.

Es sind noch in Nutzung:

Ungenutzt, umgenutzt oder abgerissen sind:

Literatur

  • Dietrich Fabian (Bearb.): Bäder. Handbuch für Bäderbau und Badewesen. München 1960.
  • Dietrich Fabian (Bearb.): Hallenbäder und Hallenfreibäder für Allgemeinheit, Schule und Sport (= entwurf und planung. 29). München 1975.
  • Jean-Marc Basyn: The Protection of the Public Swimming Pools in Brussels-Capital Region. (PDF). In: Karl-Eugen Kurrer, Werner Lorenz, Volker Wetzk (Hrsg.): Proceedings of the Third International Congress on Construction History. Neunplus, Berlin 2009, ISBN 978-3-936033-31-1, S. 143–150.
  • Iris Meder: Badefreuden. Eine Reise zu den außergewöhnlichsten Bädern in Mitteleuropa. Wien 2011, ISBN 978-3-99300-051-6.
  • Cornelius Hopp: Hallenbäder als Bauaufgabe der Nachkriegszeit in Schleswig-Holstein. In: Klaus Gereon Beuckers, Ulrich Schneider (Hrsg.): Moderne am Meer II. Künstlerische Positionen im dritten Viertel des 20. Jahrhunderts in Schleswig-Holstein. Imhof, Petersberg 2025, S. 259–276.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Hallenbad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Hallenbad – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen

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