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Schlepperkrieg

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Datei:2009 05 00 Tugs k.JPG
Niederländische (roter Rumpf) und deutsche Schlepper am Liegeplatz Neumühlen, Hamburger Hafen 2009

Als Schlepperkrieg wurde ein Konflikt zwischen deutschen und niederländischen Schleppreedereien bezeichnet, der 1996 begann und sich 2002 durch eine Entscheidung der EU-Kommission beruhigte.<ref>Jan Mordhorst: Schlepper. Einsatz im Hafen und auf hoher See. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2008, S. 108–127</ref><ref name="abend">http://www.abendblatt.de/daten/2002/06/20/37659.html</ref>

Anfang

Die Niederlande begünstigte seit 1996 Schlepper steuerlich<ref name="kloen">@1@2Vorlage:Toter Link/www.kloenschnack.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2016. Suche im Internet Archive )</ref> mit der Absicht, sie auf internationalem Gewässer gegenüber Billigflaggen konkurrenzfähig zu machen. Dieses Vorgehen hatte die EU-Kommission bewilligt. Dadurch gestärkt, stellten niederländische Reedereien ihre Schlepper auch in deutschen Nordseehäfen ab und lösten einen Preiskampf aus, in dem deutsche Reedereien ohne vergleichbare Zuschüsse nicht bestehen konnten.<ref name="abend" /> Dies stellte die jeweils für alle in einem Hafen vertretenen Branchen gültigen Tarifverträge in Frage und schuf so auch bei Hafenarbeitern außerhalb der Schleppreedereien Unruhe.<ref name="ötv">http://www.arbeiterpolitik.de/Zeitungen/PDF/1996/arpo-3-1996.pdf</ref>

Höhepunkt

In der Folge kam es zu Konfrontationen. Höhepunkt war, dass in Hamburg ein Mærsk-Line-Frachter in niederländischem Schlepp von deutschen Schleppern blockiert wurde und durch einen Bummelstreik solidarischer Hafenarbeiter erst stark verspätet und unvollständig beladen auslaufen konnte. Zudem stellten Hamburger Reedereien 1999 ihrerseits Schlepper am Europoort ab<ref name="welt">https://www.welt.de/print-welt/article433201/Konkurrenten-beenden-den-Schlepperkrieg.html</ref> und erreichten so auch dort verfallende Preise und Arbeitskräfteabbau.<ref name="öko">http://www.oeko-net.de/Kommune/kommune9-98/kolecka9.htm</ref>

Beilegung

Da die fraglichen Schlepper nicht im internationalen Seeverkehr eingesetzt wurden, sondern in einem anderen EU-Land, machte die EU-Kommission ihre Entscheidung 2002 rückgängig und verfügte die Rückforderung der erteilten Beihilfen,<ref name="abend" /> was zu einer spürbaren Entspannung führte.<ref name="ver.di">@1@2Vorlage:Toter Link/www.verdi.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2016. Suche im Internet Archive )</ref>

Literatur

  • Jan Mordhorst: Schlepper. Einsatz im Hafen und auf hoher See. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2008, ISBN 978-3-7822-0974-8

Einzelnachweise

<references />