Ehrenbach
Ehrenbach Stadt Idstein
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(313)&title=Ehrenbach 50° 12′ N, 8° 13′ O
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dim=10000 | globe= | name=Ehrenbach | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 349 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 4,66 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 313 (31. Dez. 2021)<ref name=DF>Zahlen-Daten-Fakten. In: Webauftritt. Stadt Idtein, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Dezember 2020.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 67 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 65510 | |||||
| Vorwahl: | 06126 | |||||
Ehrenbach ist ein Stadtteil von Idstein im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis.
Geographische Lage
Ehrenbach liegt südwestlich von Idstein in einer als Langer Grund bezeichneten Talmulde des Ehrenbachs, die durch die Zuflüsse des Malbach und des Geisenbach begrenzt wird. Der Limes bildet die Südgrenze der Gemarkung, die im Südwesten bis vor das Kastell Zugmantel an der Bundesstraße 417 reicht. Höchste Erhebung ist der 472 Meter hohe bewaldete Scheid im Nordwesten der Gemarkung.
Durch Ehrenbach führt die Kreisstraße K 707 als Zugmantelstraße von der B 417 im Südwesten zur Anschlussstelle Idstein der Bundesautobahn 3 im Nordosten.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die erste urkundliche Erwähnung ist im Jahr 1371 unter dem Namen Ernbach belegt. 1463 bestand Ehrenbach aus den Dörfern Niederehrenbach und Oberehrenbach, damals als die zwey Ermbach bezeichnet. Aus einem Weistum des Auroffer Grundes von 1475 geht hervor, dass die Grafschaft Nassau-Idstein oberster Herr in beiden Ehrenbach sei.<ref name="lagis" /> Im Dreißigjährigen Krieg wurden beide Ehrenbach nahezu vollständig zerstört und danach an der heutigen Stelle wieder aufgebaut.<ref name="KuLaDig" />
Das Ehrenbacher Wahrzeichen wurde 1780 ursprünglich als Hirtenhaus auf einer felsigen Anhöhe gebaut. Das als Türmchen bekannte Haus wurde 1982 renoviert und in eine evangelische Kapelle umfunktioniert. 1890 erfolgte der Bau der ortseigenen Schule, da die Kinder bis dahin im Nachbarort Oberauroff zur Schule gehen mussten. Neben dem in der Ortsmitte gelegenen Backhaus mit Brunnen befand sich bis zum Ersten Weltkrieg auch eine der weit verbreiteten Dorflinden.<ref name="KuLaDig" />
Vom Ende des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war die Stadt Idstein Standort einer bedeutenden Lederindustrie. Aufgrund eines verheerenden Hochwassers 1956 kam diese nach und nach jedoch zum Erliegen. Eine der Idsteiner Lederfabriken war auch in Ehrenbach ansässig und ist die letzte, in der noch bis heute Leder verarbeitet wird.
Im Juni 2002 fand der 42. Hessentag in Idstein statt, in dessen Zuge zahlreiche Fachwerkgebäude in Ehrenbach saniert wurden und seitdem insbesondere in der Zugmantelstraße ein malerisches Ensemble bilden.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich die bis dahin selbständige Gemeinde Ehrenbach am 1. Juli 1971 zeitgleich mit zwei weiteren Gemeinden der Stadt Idstein an.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 17. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 5,0 MB]).</ref><ref></ref> Für den Stadtteil Ehrenbach wurde, wie die übrigen Stadtteile von Idstein, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 36; kB) §; 5. In: Webauftritt. Stadt Idstein, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Oktober 2020; abgerufen im Februar 2019.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Ehrenbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1721: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Idstein, Amt Idstein
- ab 1721: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Ottweiler, Amt Idstein
- ab 1728: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Amt Idstein
- 1787: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
- ab 1806: Herzogtum Nassau,<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte.</ref> Amt Idstein
- 1812: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein
- ab 1816: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Wehen
- ab 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreisamt Langen-Schwalbach<ref group="Anm.">Abtrennung der Justiz (Justizamt Wehen) bis 1854.</ref>
- ab 1854: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Justiz- und Verwaltungsamt Wehen
- ab 1867/68: Königreich Preußen,<ref group="Anm.">Infolge des Deutschen Krieges.</ref> Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis<ref group="Anm.">Endgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Wehen) und Verwaltung.</ref>
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Untertaunuskreis
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Untertaunuskreis
- ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis, Stadt Idstein<ref group="Anm.">Am 1. Juli 1971 als Stadtteil zu Idstein.</ref>
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis, Stadt Idstein
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
- 1566: 12 nassauische Haushaltungen<ref name="lagis" />
- 1609: 10 Haushalte<ref name="lagis" /> in Niederehrenbach und 12 weitere in Oberehrenbach<ref name="KuLaDig" />
| Ehrenbach: Einwohnerzahlen von 1821 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1821 | 117 | |||
| 1834 | 142 | |||
| 1840 | 145 | |||
| 1846 | 133 | |||
| 1852 | 136 | |||
| 1858 | 143 | |||
| 1864 | 142 | |||
| 1871 | 136 | |||
| 1875 | 130 | |||
| 1885 | 129 | |||
| 1895 | 129 | |||
| 1905 | 122 | |||
| 1910 | 133 | |||
| 1925 | 125 | |||
| 1939 | 125 | |||
| 1946 | 209 | |||
| 1950 | 180 | |||
| 1956 | 160 | |||
| 1961 | 166 | |||
| 1967 | 186 | |||
| 1970 | 225 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 291 | |||
| 2014 | 306 | |||
| 2020 | 316 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Stadt Idstein:<ref name="EW" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ehrenbach 291 Einwohner. Darunter waren 24 (8,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 45 Einwohner unter 18 Jahren, 135 zwischen 18 und 49, 57 zwischen 50 und 54 und 54 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 132 Haushalten. Davon waren 54 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 33 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 24 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 93 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1895: | 128 evangelische (= 99,22 %), ein katholischer (= 0,78 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 144 evangelische (= 86,75 %), 21 katholische (= 12,65 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Sehenswürdigkeiten
Für die Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Ehrenbach.
- Oberhalb des Dorfes befindet sich das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörige Kastell Zugmantel mit restauriertem Limes-Turm.
- Die Gesamtanlage der Zugmantelstraße
- Sehenswert ist das 1982 in eine evangelische Kapelle umfunktionierte ehemalige Hirtenhaus sowie die ehemalige Schule.
-
Evangelische Kapelle
-
Zugmantelstraße in Ehrenbach
Infrastruktur
- Den öffentlichen Personennahverkehr stellen die Buslinien 224 und 241 der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft sicher.
- Im Ort gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Ehrenbach, Rheingau-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="EW">Zahlen-Daten-Fakten (aus Webarchiv). In: Webauftritt. Stadt Idstein, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im Dezember 2020. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 44 und 98, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021. </ref> <ref name="KuLaDig">Stadtteil Ehrenbach (Idstein). In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. KuLaDig, abgerufen am 25. September 2024. </ref> </references>
Weblinks
- Stadtteile In: Webauftritt der Stadt Idstein.
- Ehrenbach, Rheingau-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib
- Foto von Ehrenbach
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