Louis Dreyfus Company
| Louis Dreyfus Company
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Louis dreyfus logo.svg | |
| Rechtsform | B.V. |
| Gründung | 1851 |
| Sitz | Rotterdam, Datei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande (Rechtlich)
Genf, Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz (Operativ) |
| Leitung | Margarita Louis-Dreyfus |
| Mitarbeiterzahl | 19'000 |
| Umsatz | 50.6 Milliarden US-Dollar |
| Branche | Mischkonzern |
| Website | louisdreyfus.com |
Die Louis Dreyfus Company B.V. (LDC) ist ein niederländischer, privater Mischkonzern mit Firmensitz in Rotterdam und operativem Hauptsitz in Genf. Das Unternehmen ist im Agrarbereich (u. a. Zitrusfrüchte, Zucker, Kaffee, Baumwolle), Metall- und Energiesektor, Schiffbau, Finanzen sowie im Immobilienmarkt tätig. Das Unternehmen besitzt und verwaltet Hedge-Fonds, Seeschiffe, entwickelt und betreibt Telekommunikationsinfrastrukturen und ist auch an der Entwicklung, Verwaltung und dem Besitz von Immobilien beteiligt.<ref>What We Do || Louis Dreyfus Company. In: Global. Abgerufen am 11. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Unternehmen wurde von Léopold Louis-Dreyfus (1833–1915) gegründet und später von Pierre Louis-Dreyfus geführt.<ref>About Louis Dreyfus Company || Louis Dreyfus Company. In: Global. Abgerufen am 11. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es ist neben Archer Daniels Midland, Bunge und Cargill Teil des "ABCD" -Unternehmensquartetts, das den weltweiten Handel mit Agrarrohstoffen dominiert.<ref>Gus Trompiz: Louis Dreyfus sells big stake to Abu Dhabi fund after investor hunt. In: Reuters. 11. November 2020 (Online [abgerufen am 11. November 2020]).</ref> Beim Orangensaft beträgt der Weltmarktanteil rund 15 Prozent.<ref name="publiceye-2020-06-15" />
Geschichte
1851 wurde das Unternehmen im Elsass in Frankreich von Léopold Dreyfus, einem 18-jährigen elsässischen, aschkenasischen Sohn eines Bauern aus Sierentz, gegründet. Das Unternehmen trug den Namen seines Vaters Louis Dreyfus. Léopold kaufte Weizen von einheimischen Bauern im Elsass und transportierte ihn in das 13 Kilometer entfernte Basel in der Schweiz. Léopold erwarb bereits als Teenager ein Vermögen durch grenzüberschreitenden Getreidehandel.<ref name=":0">Our Heritage and Story at LDC || Louis Dreyfus Company. In: Global. Abgerufen am 11. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er diversifizierte rasch in die Bereiche Schifffahrt, Waffenherstellung, Landwirtschaft, Öl und Bankwesen und gründete so eine der reichsten Handelsdynastien in Europa. Die Firma ist bis heute im Besitz seiner Nachkommen.<ref name=":0" /> Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Familie Louis-Dreyfus als eine der fünf reichsten Familien Frankreichs bezeichnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde jedoch ein Großteil des Familienvermögens vom Vichy-Regime beschlagnahmt und einige Familienmitglieder flohen nach Amerika.<ref>Wilkins, Mira.: The history of foreign investment in the United States, 1914-1945. Harvard University Press, Cambridge, Mass 2004, ISBN 978-0-674-04518-7, S. 479.</ref>
2006 wurde der Konzern von der Financial Times auf Platz 111 der Liste der größten nicht-börsennotierten Unternehmen Europas geführt.<ref>Financial Times: FT Non-Public 150 - the full list, veröffentlicht: 14. Dezember 2006; aufgerufen am 7. Juli 2009</ref>
2007 wurde der Bereich Schifffahrt als Louis Dreyfus Armateurs abgespalten.
Nach dem Tod ihres Ehemannes Robert Louis-Dreyfus im Jahr 2009 übernahm Margarita Louis-Dreyfus die Kontrolle über die Louis Dreyfus Group und ist seitdem Vorsitzende des Aufsichtsrats der Unternehmensgruppe. Sie ist russischer Herkunft, geboren als Margarita Olegowna Bogdanowa in Leningrad (heute St. Petersburg) und besitzt die Schweizer Staatsbürgerschaft.<ref name=":11" />
Im Oktober 2017 gründeten ehemalige Topmanager der Louis Dreyfus Company in der Schweiz ein neues Agrarhandelsunternehmen, die Sierentz & Cie Sàrl, das seinen Fokus auf den Handel mit Getreide und Agrarrohstoffen legte. Diese Abspaltung entstand aus einem anderen Zweig der Louis-Dreyfus-Dynastie sowie aus dem Kreis ehemaliger LDC-Manager. Trotz der formalen Trennung wiesen Journalisten darauf hin, dass einzelne Topmanager zeitweise weiterhin gleichzeitig in beiden Unternehmensstrukturen tätig waren.<ref name=":11" />
2018 wurde das erste Geschäft auf Blockchain-Basis durch den Verkauf einer Ladung Sojabohnen aus den USA an die Shandong Bohi Industry Co. In China abgewickelt.<ref>Blockchain hält Einzug in den Lebensmittel-Handel. DWN, 22. Januar 2018, abgerufen am 28. August 2025.</ref>
Während des Krieges in der Ukraine schloss Sierentz mit der ukrainischen MHP Food Trading LLC mehrere Maislieferverträge. Im Jahr 2023 berief sich Sierentz unter Hinweis auf den Krieg in der Ukraine auf höhere Gewalt (force majeure) und verweigerte die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen. Gleichzeitig setzte das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit in der Russischen Föderation fort und leitete die Liquidation seiner russischen Tochtergesellschaft erst im Jahr 2024 ein. Im Jahr 2025 entschied das internationale Schiedsgericht der Grain and Feed Trade Association (GAFTA) zugunsten der ukrainischen Vertragspartner und verpflichtete Sierentz zur Zahlung von Schadenersatz.<ref name=":11">Vertreter der Agrarhandelsdynastie Louis Dreyfus hinter Sierentz & Cie Sarl versuchen, GAFTA-Schiedsspruch zugunsten ukrainischer Firma zu umgehen. klamm.de, 26. Januar 2026, abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references> <ref name="publiceye-2020-06-15">Silvie Lang: Louis Dreyfus Company Reports 2024 Financial and Sustainability Performance Results. Abgerufen am 28. August 2025.</ref> </references>