Zum Inhalt springen

Rinaldo di Capua

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 27. April 2024 um 14:53 Uhr durch imported>Rodomonte (Sonstige Werke: Dublette entfernt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Rinaldo di (da) Capua (* um 1710 in Capua; † um 1770 in Neapel) war ein italienischer Komponist. Nur wenige seiner Werke sind erhalten. Sie gehören dem neapolitanischen Stil an und beeinflussten die Entwicklung der frühen Opéra-comique.<ref name="honegger">Honegger/Massenkeil: Das große Lexikon der Musik, Herder, Freiburg 1976, Band 7, S. 92.</ref>

Leben

Über seine Herkunft, Leben und Werdegang wird viel spekuliert. Dem Musikhistoriker Charles Burney zufolge war Rinaldo ein uneheliches Kind einer hochgestellten Familie.<ref name="honegger" /> Der Namenszusatz „di Capua“ bezeichnet daher vermutlich seinen Geburtsort.<ref name="grove">Claudio Gallico: Rinaldo di [da] Capua. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich).</ref> Anfänglich nutzte er seine Begabung als reinen Zeitvertreib. Nachdem er seinen Vater beerbt hatte und das Geld allmählich zur Neige gegangen war, war Rinaldo gezwungen, den Beruf des Komponisten ernsthaft weiterzuverfolgen – dies mit beachtlichem Erfolg, denn spätestens 1737 nach seiner Vertonung von Ciro riconosciuto war er in Italien in aller Munde. Rinaldos bekanntestes Werk Vologeso, re de’ Parti, uraufgeführt 1739 in Rom, bezeichnete Burney als perfektes Beispiel für die dramatische Komposition. 1740 weilte er in Lissabon, wo er drei Opera seria schrieb. 1742 kehrte Rinaldo nach Rom zurück. In Paris wurden seine beiden Intermezzi La donna superba (1752) sowie La zingara (1753) aufgeführt. Letzteres spielte eine bedeutende Rolle im Buffonistenstreit und war bei seinen Zeitgenossen sehr beliebt.<ref>David DiChiera und Peter Schleuning: Rinaldo di Capua in Die Musik in Geschichte und Gegenwart, S. 63154 (vgl. MGG Bd. 11, S. 535 ff.) Bärenreiter-Verlag 1986 (Digitale Bibliothek Band 60).</ref> Seine letzte Opera seria war Adriano in Siria von 1758. Anschließend widmete er sich ganz der komischen Oper. Die letzten Jahre seines erfüllten Lebens verbrachte Rinaldo in einem melancholischen und unproduktiven Lebenswandel. Als ihn Burney 1770 in Rom aufsuchte, fand er Rinaldo in einer bedrückenden wirtschaftlichen Situation. 1778 wurde mit La Giocondina seine letzte komische Oper uraufgeführt. Die Motive seines „ungerathenen“ Sohnes, einen großen Teil von Rinaldos Nachlass „für Makulatur zu verkaufen“, darunter viele unveröffentlichte Manuskripte, sind nur schwer nachzuvollziehen.<ref>Charles Burney: Tagebuch einer Musikalischen Reise durch Frankreich und Italien, Rom, Dienstags, den 25sten September. Beschreibung Rinaldo di Capuas.</ref><ref>Rinaldo di Capua in Grove's Dictionary of Music and Musicans, edited by J. Fuller Maitland, Volume 4 (Q to S), Macmillan and Co. Ltd., 1908 dito mit 1914, S. 105 f.</ref>

Möglicherweise ist Rinaldo di Capua der Vater des Komponisten Marcello Bernardini (Marcello di Capua).<ref name="grove" />

Werke

Insgesamt wurden ungefähr 40 Bühnenwerke Rinaldos identifiziert. Von diesen sind zwei zweifelhaft. Einige seiner Werke wurden später bearbeitet und unter anderen Namen veröffentlicht. Außerdem gibt es gelegentlich Verwechslungen mit den Werken von Marcello di Capua. Die meisten dieser Werke sind verloren.<ref name="grove" /> Die folgende Liste basiert auf den Angaben bei Grove Music Online und Corago.

Opern

Zweifelhafte Werke und Bearbeitungen

Musik in Pasticcio-Opern

  • Merope, dramma per musica; Karneval 1746, Genua, Teatro Sant’Agostino<ref>Merope (Anonym) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 26. April 2024.</ref>
  • Nerone, dramma per musica; London
  • einzelne Arien

Sonstige Werke

  • mehrere Oratorien
  • Per la natività della Beatissima Vergine, Kantate; 1753, Rom
  • eine Kantate für fünf Stimmen
  • Componimento drammatico, Kantate; 1745, Rom
  • Il pontefice Iaddo, Kantate; 1758, Rom
  • Elia al Carmelo; 1761, Rom
  • Il roveto ardente; 1762, Rom
  • L’arca del Testamento; 1763, Rom
  • Eva riparata; 1765, Rom
  • L’angelo di Tobia; 1768, Rom
  • fünf Sinfonien und mehrere Ouvertüren

Literatur

  • Claudio Gallico: Rinaldo di Capua [da]. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich).
  • Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Friedrich Blume, Band 11 (Rasch-Schnyder von Wartensee), Bärenreiter, 1963, S. 535 ff
  • The New Grove Dictionary of Music and Musicans, edited by Stanley Sadie, Volume 16 (Riegel-Schusterfleck), Macmillan Publishers Limited, 1980, S. 42 f

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein