Zum Inhalt springen

Simpson-Index

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. September 2023 um 09:29 Uhr durch imported>Kratinaha (Erläuternder Satz zur Interpretation des Simpson-Indizes wurde geändert: ...Individuen NICHT der gleichen Art entsprechen. Zudem wurde die Formel in D=1-... umgeändert. Durch diese Änderungen sind die Formel und deren Erläuterung in einer Linie mit der Angabe zur Interpretation, dass ein hoher Wert für eine hohe Biodiversität steht).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Der Simpson-Index ist ein Diversitätsindex in der Ökologie.

Er wurde 1949 von Edward H. Simpson zur Beschreibung der Diversität (vgl. Biodiversität) entwickelt und ist neben dem Shannon-Index und der daraus berechneten Evenness einer der am häufigsten benutzten Diversitätsindizes.

Der Simpson-Index drückt die Wahrscheinlichkeit aus, dass zwei aus allen Individuen einer Aufnahme zufällig ausgewählte Individuen nicht der gleichen Art angehören. Dazu werden die Wahrscheinlichkeiten, eine bestimmte Art <math>i</math> auszuwählen und diese Art nochmals auszuwählen (dabei steht das erste Individuum nicht mehr zur Wahl) multipliziert und anschließend dieses Produkt für alle Arten summiert.

Der Simpson-Index <math>D</math> wird also wie folgt berechnet:

<math qid="Q2033793">D =1-\sum_{i=1}^S{\frac{n_i (n_i-1)}{n (n-1)}}</math>

wobei <math>n_i</math> die Zahl der Individuen einer Art <math>i</math> ist und <math>n</math> die Gesamtzahl der Individuen wiedergibt. Der Wert für den Simpson-Index bewegt sich zwischen 0 und 1. Je höher der berechnete Wert von D ist, desto höher ist die Diversität.<ref>Jens Boenigk: Boenigk, Biologie : der Begleiter in und durch das Studium. Berlin 2021, ISBN 978-3-662-61270-5, S. 892 f., doi:10.1007/978-3-662-61270-5.</ref>

In Vegetationsaufnahmen werden in der Regel keine Individuen gezählt, sondern Flächenanteile („Deckung“) der einzelnen Arten geschätzt. Es geht nun also um die Wahrscheinlichkeit, an zwei zufällig gewählten Punkten innerhalb einer Aufnahmefläche nicht die gleiche Art anzutreffen. Mit Deckungswerten statt Individuen vereinfacht sich die Formel, weil die Wahrscheinlichkeiten für den ersten und zweiten Punkt die gleichen sind:

<math>D = 1-\sum_{i=1}^S{p_i^2}</math>

wobei <math>p_i</math> den Anteil der Art <math>i</math> an der Summe aller Einzeldeckungen wiedergibt.

Literatur

Einzelnachweise

<references />