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Disilan

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Strukturformel
Strukturformel des Disilans
Allgemeines
Name Disilan
Andere Namen

Disilicoethan

Summenformel Si2H6
Kurzbeschreibung

farbloses Gas mit unangenehmem Geruch<ref name="GESTIS"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 216-466-5
ECHA-InfoCard 100.014.970
PubChem 74123
ChemSpider 66736
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 62,22 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte
Schmelzpunkt

−132,5 °C<ref name="GESTIS"/>

Siedepunkt

−14,5 °C<ref name="GESTIS"/>

Dampfdruck

0,33 MPa (21 °C)<ref name="GESTIS"/>

Löslichkeit

Zersetzung mit Wasser<ref name="GESTIS"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 220​‐​280
P: 210​‐​377​‐​381​‐​403<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Disilan (n-Si2H6) ist eine chemische Verbindung, die zur Gruppe der Siliciumwasserstoffe (Silane) gehört und dort das Analogon zum Kohlenwasserstoff Ethan bildet.

Gewinnung und Darstellung

Disilan kann durch Säurezersetzung von Magnesiumsilicid oder durch Einwirkung elektrischer Entladungen auf Monosilan und anschließende fraktionierte Kondensation des erhaltenen Silangemisches gewonnen werden. Die direkte Gewinnung durch Reduktion von Hexachlordisilan mit Lithiumaluminiumhydrid ist jedoch vorzuziehen.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 657.</ref>

<math>\mathrm{2 \ Si_2 Cl_6 + 3 \ LiAlH_4 \longrightarrow 2 \ Si_2 H_6 + 3 \ LiCl + 3 \ AlCl_3}</math>

Eigenschaften und Verwendung

Disilan ist ein farbloses, unangenehm riechendes Gas<ref name="Legrum">Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft, Vieweg + Teubner Verlag (2011) S. 68–69, ISBN 978-3-8348-1245-2.</ref>, das sich bei Luftkontakt von selbst entzündet, wobei Siliciumdioxid und Wasser entstehen. Beim Zusammenbringen mit Wasser wird Disilan hydrolysiert. Bei Kontakt mit Halogenen oder Halogenkohlenwasserstoffen, Sauerstoff, Basen und Oxidationsmitteln erfolgt explosionsartige Reaktion. Ab 300 °C zersetzt sich Disilan zu Silicium und Wasserstoff.

Industriell wird Disilan zur Beschichtung von Produkten mit amorphen Siliciumschichten (CVD-Verfahren) sowie bei der Produktion und zur Reinigung von Silicium-haltigen Wafern (für Integrierte Schaltkreise) verwendet.

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Klappleiste/Anfang Monosilan | Disilan | Trisilan | Tetrasilan | Pentasilan | Hexasilan Vorlage:Klappleiste/Ende