Mercaptoethanol
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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| Struktur von Mercaptoethanol | ||||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Name | Mercaptoethanol | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C2H6OS | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 78,14 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flüssig<ref name="GESTIS"/> | |||||||||||||||||||||
| Dichte |
1,12 g·cm−3<ref name="GESTIS"/> | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
< −50 °C<ref name="GESTIS"/> | |||||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
157 °C<ref name="GESTIS"/> | |||||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
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| pKS-Wert |
9,72 (25 °C)<ref name="CRC90_8_42">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Dissociation Constants of Organic Acids and Bases, S. 8-42.</ref> | |||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Brechungsindex |
1,4985 (20 °C)<ref name="RÖMPP"/> | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C | ||||||||||||||||||||||
Mercaptoethanol (nach IUPAC-Nomenklatur: 2-Sulfanylethanol, auch als Thioglycol bezeichnet) ist eine organisch-chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der Thiole und der Alkohole. Der Stoff hat einen äußerst unangenehmen Geruch nach Schwefelwasserstoff.
Gewinnung und Darstellung
Zur großtechnischen Synthese von Mercaptoethanol setzt man Ethylenoxid mit Schwefelwasserstoff bei Temperaturen von 140–180 °C und Drücken von 10–25 bar um.<ref name="VERFAHREN">Patent WO2016024012: Verfahren zur Herstellung von 2-Mercaptoethanol. Veröffentlicht am 18. Februar 2016, Anmelder: BASF SE, Erfinder: Ralf Böhling, Michael Hayer, Alwin Rehfinger, Andreas Deckers, Michael Triller.</ref>
Als Katalysator und Lösungsmittel wird Thiodiglycol verwendet. Die komplette Reaktion läuft dabei in adiabatisch betriebenen Rührkessel- oder Rohrreaktoren ab. Die Reinigung und Aufarbeitung des Produkts erfolgt meist durch Vakuumdestillation in nachgeschalteten Kolonnen.<ref name="VERFAHREN" />
Eigenschaften
Physikalische Eigenschaften
Mercaptoethanol hat eine relative Gasdichte von 2,69 (Dichteverhältnis zu trockener Luft bei gleicher Temperatur und gleichem Druck) und eine relative Dichte des Dampf-Luft-Gemisches von 1,01 (Dichteverhältnis zu trockener Luft bei 20 °C und Normaldruck). Außerdem weist 2-Sulfanylethanol einen Dampfdruck von 1,38 hPa bei 20 °C, 2,91 hPa bei 30 °C, 5,77 hPa bei 40 °C und 10,80 hPa bei 50 °C auf. Des Weiteren beträgt die dynamische Viskosität 3,4 mPa·s bei 20 °C.<ref name="GESTIS" />
Chemische Eigenschaften
2-Sulfanylethanol ist eine schwer entzündbare, farblose Flüssigkeit aus der Stoffgruppe der Thiole und der Alkohole. In Wasser sowie mit den meisten organischen Lösungsmitteln ist es gut löslich. Außerdem ist Mercaptoethanol hygroskopisch und spaltet bei Kontakt mit Wasser oder Säure schnell hochgiftigen Schwefelwasserstoff ab. Auch bei Kontakt mit Oxidationsmitteln können heftige Reaktionen eintreten. Eine wässrige Lösung der Konzentration 500 g/l weist bei 20 °C einen pH-Wert im Bereich von 4,5 – 6 auf.<ref name="GESTIS" />
Verwendung
Mercaptoethanol wird in der organischen Chemie als Nucleophil in Substitutions- und Additionsreaktionen sowie als Schwefel-Donor eingesetzt. Des Weiteren wird er auch zur Synthese von Heterocyclen wie 1,3-Oxathiolanen eingesetzt. Diese wiederum dienen als Schutzgruppen für Aldehyde und Ketone.
Ein weiteres Anwendungsgebiet von 2-Sulfanylethanol ist die Polymermodifikation. Hier wird es als Kettentransfer-Reagenz, zur Modifikation von Endgruppen sowie als Vernetzer eingesetzt.
In der Biochemie wird Mercaptoethanol als Enzymmodulator eingesetzt und dient hier z. B. als Stimulator der Glutathion-Biosynthese. Daneben findet der Stoff auch Anwendung in der Reinigung von Enzymen, DNA und RNA und wird häufig Kulturmedien zugesetzt, um Wachstum und Differenzierung zu fördern.<ref name="RÖMPP" /> In der PVC-Industrie wird 2-Sulfanylethanol auch oft als Zinn-Stabilisator eingesetzt.<ref>2-Mercaptoethanol. In: BASF Produktsuche. BASF SE, 2014, abgerufen am 17. Februar 2019.</ref>
Um Proteine zu reduzieren und somit Disulfidbrücken zu zerstören, wird Mercaptoethanol ebenfalls eingesetzt. Dadurch wird die Tertiärstruktur zerstört, was beispielsweise bei der SDS-Page von Vorteil sein kann. Es reagiert mit Proteinen wie folgt:
Sicherheitshinweise
Die Dämpfe von Mercaptoethanol können mit Luft beim Erhitzen über den Flammpunkt explosive Gemische bilden. Der Stoff wird als gewässergefährdend eingestuft. Hauptsächlich wird Mercaptoethanol über die Atemwege und die Haut aufgenommen. Dabei kommt es zu starken Reizwirkungen und Verätzungen der Schleimhäute und der Haut. Außerdem ist eine Störung des Zentralnervensystems nachgewiesen. Bei In-vitro-Tests an Zellkulturen wurde eine mutagene Wirkung erkannt. Mercaptoethanol weist eine untere Explosionsgrenze (UEG) von ca. 2,3 Vol.-% und eine obere Explosionsgrenze (OEG) von ca. 18 Vol.-% auf. Die Zündtemperatur beträgt 295 °C. Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T3. Mit einem Flammpunkt von 68 °C gilt Mercaptoethanol als schwer entflammbar.<ref name="GESTIS" />
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank abweichend
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Giftiger Stoff bei Hautkontakt
- Hautreizender Stoff
- Sensibilisierender Stoff
- Ätzender Stoff
- Stoff mit Verdacht auf reproduktionstoxische Wirkung
- Gesundheitsschädlicher Stoff (Organschäden)
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Ethanol
- Thiol