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Propemptikon

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Propemptikon (Plural Propemptika, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), eigentlich ein Adjektiv, zu dem {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) zu ergänzen ist, zusammengesetzt aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚nach vorne‘ und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚schicken‘) ist der wissenschaftliche Terminus für eine Gedichtform, in der einem Abschiednehmenden Glück für seine Reise (meistens über das Meer) gewünscht wird.

Inhalt und Belege

Zu den Topoi der Gattung gehören die Klage des Verlassenen, das Lob der Heimat, die Beschwörung der Gefahren während der Reise und die Aufzählung der Unbilden am Ziel. Schließlich werden dem Reisenden aber doch die besten Wünsche nachgesandt.

Als Vorstufe können die Geleitworte in alten Epos und Drama gelten; in der Lyrik liegt das erste Beispiel bei Sappho vor. Als selbstständige Literaturgattung erscheint die Form erst im Hellenismus, mit Belegen bei Kallimachos (Frg. 400 Pf.) und Theokrit (7, 52-70). Wie die meisten anderen Gattungen der griechischen Literatur wurde auch das Propemptikon von den römischen Autoren aufgenommen. Am bekanntesten sind zwei Gedichte des Horaz, 1,3 und 3,27, von denen das erstere an seinen Freund Vergil gerichtet war. Im 10. Gedicht des Epodenbuchs kehrt er, entsprechend der Gattung, das Motiv um, indem er seinem Feind einen Fluch nachsendet. Weitere Reisegedichte sind von Properz (1,8) und Statius (Silvae 3,2) überliefert.

Ein Beispiel aus christlicher Zeit ist das Carmen 17 von Paulinus von Nola,<ref>Robert Kirstein: Paulinus Nolanus, Carmen 17. Schwabe, Basel 2000 (Chresis 8) ISBN 3-7965-1374-3</ref> der mit Carmen 12 auch eines der ersten christlichen Reisegebete schrieb. Diese Art der Gelegenheitsdichtung war bis in die Neuzeit beliebt.<ref>Kristi Viiding: Die Dichtung neulateinischer Propemptika an der Academia Gustaviana (Dorpatensis) in den Jahren 1632–1656. Univ. Press, Tartu 2002, ISBN 9985-56-699-8.</ref>

In der Spätantike gab es auch die Prosaform des {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).

Apopemptikon

Das Gegenstück zum Propemptikon ist das Apopemptikon, das ein Abschiedsgedicht des Fortgehenden an die Zurückbleibenden bezeichnet.

Literatur

  • Helmut Höge: Propemptikon für einen Professor. In: Bettina Wassmann, Joachim Müller (Hrsg.): L’invitation au voyage zu Alfred Sohn-Rethel. Heft 1. Wassmann, Bremen 1979, ISBN 3-9800243-0-X.
  • Felix Jäger: Das antike Propemptikon und das 17. Gedicht des Paulinus von Nola. Niedermayr, Rosenheim 1913 (Diss. München).
  • Emmet Robbins: Propemptikon. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 10, Metzler, Stuttgart 2001, ISBN 3-476-01480-0, Sp. 414–415.
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur (= Kröners Taschenausgabe. Band 231). 8., verbesserte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2001, ISBN 3-520-23108-5, S. 639.

Weblinks

  • Beschreibung der Welt. Zur Poetik der Reise- und Länderberichte. Vorträge. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).

Einzelnachweise

<references />