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Sean Rainbird

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Sean Rainbird (* 1959 in Hongkong) ist ein englischer Kunsthistoriker. Er leitete von 2006 bis 2012 die Staatsgalerie Stuttgart und anschließend bis 2022 die National Gallery of Ireland in Dublin.

Leben und Wirken

Sean Rainbird studierte Kunstgeschichte und Deutsch am University College London, an der Universität Freiburg und an der Freien Universität Berlin. 1996 erwarb er ein Klavierlehrerdiplom und 2001 ein Diplom der Kingston University im Fach Verwaltungsmanagement. Rainbird unterrichtete Kunstgeschichte am University College in London, bevor er 1987 seine Tätigkeit als Kurator für die Tate Gallery in London aufnahm. Dort beschäftigte er sich schwerpunktmäßig mit der deutschen Kunst des frühen 20. Jahrhunderts sowie mit zeitgenössischer britischer und internationaler Kunst.<ref>Clare Henry: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Artforum, April 2000</ref> Ab 1990 organisierte er zahlreiche Ausstellungen, z. B. zu Wassily Kandinsky, Max Beckmann, Joseph Beuys, Gerhard Richter und Per Kirkeby. Rainbird sorgte für den Ankauf bedeutender Werke von Künstlern wie etwa Jeff Wall, Bill Viola, Rachel Whiteread, Thomas Struth und Georg Baselitz. In seinen Aufgabenbereich als Kurator der Tate Gallery fiel außerdem die Ausrichtung der jährlichen Ausstellung des jeweiligen Gewinners des Turner-Preises.<ref>Ulrich Raphael Firsching: Sean Rainbird neuer Chef der Staatsgalerie Stuttgart. kunstmarkt.com. 22. Juni 2005, abgerufen am 18. April 2026.</ref>

Direktor der Staatsgalerie Stuttgart

Im Juni 2005 gab der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger bekannt, dass Sean Rainbird als Nachfolger von Christian von Holst (* 1941) die Leitung der Staatsgalerie Stuttgart übernehmen werde. Rainbird trat sein Amt am 1. November 2006 an.<ref>Sean Rainbird wird Chef der Staatsgalerie Stuttgart. bildungsklick.de. Pressemitteilung vom 22. Juni 2005, abgerufen am 18. April 2026.</ref>

Rainbird sah sich bei seinem Amtsantritt mit zahlreichen Aufgaben konfrontiert, die die Kapazitäten für die Museumsarbeit einschränkten: Die Sanierung des Erdgeschosses der Alten Staatsgalerie, die von 2006 bis Ende 2008 andauerte,<ref>Die Staatsgalerie - Die Sammlung - Neue Räume - Neue Präsentation. OpenPR. 10. Dezember 2008, abgerufen am 18. April 2026.</ref> der wirtschaftliche Wandel der Staatsgalerie in einen Landesbetrieb<ref>Mitteilung des Rechnungshofs. Denkschrift 2010 zur Haushaltsrechnung 2008 (vgl. Drucksache 14/6600). Hier: Beitrag Nr. 29 – Haushalts- und Wirtschaftsführung der Staatsgalerie Stuttgart (Kapitel 1483) (PDF; 40 kB). Landtag von Baden-Württemberg, 14 Wahlperiode, Drucksache 14/6629 vom 15. Juli 2010, abgerufen am 18. April 2016.</ref> und der Umgang mit einem über einen längeren Zeitraum entwickelten Überhang an ungenehmigten Stellen.<ref>[1] Denkschrift 2006] (PDF). Rechnungshof Baden-Württemberg, 2006, S. 186, abgerufen am 18. April 2026.</ref> Gleichwohl konnte Rainbird bereits 2006 bei seinem Amtsantritt über ein Startkapital von knapp 1,6 Millionen Euro verfügen, welches noch sein Vorgänger Christian von Holst mit seiner sehr publikumswirksamen Monet-Ausstellung an Mehreinnahmen für die Staatsgalerie erwirtschaftet hatte.

Im Zusammenhang mit deutlich gesunkenen Besucherzahlen<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Stuttgarter Zeitung, 31. Januar 2008.</ref> schlug Rainbird im Januar 2008 den kostenlosen Eintritt zu den Sammlungen der Staatsgalerie Stuttgart vor.<ref>Freier Eintritt in die Sammlung vom 13.12.08 bis 01.06.09. OpenPR. 10. Dezember 2008, abgerufen am 18. April 2026.</ref> Mit Unterstützung von Sponsoren konnte nach der Wiedereröffnung der Alten Staatsgalerie im Dezember 2008 der freie Eintritt in die Sammlung des Museums für ein halbes Jahr umgesetzt werden. Dadurch wurden die Besucherzahlen in der Sammlung für diesen Zeitraum verdreifacht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Stuttgarter Zeitung, 25. Juni 2009.</ref>

Rainbirds Konzept, sich zunächst auf die Neuordnung der ständigen Ausstellung zu konzentrieren,<ref>Nikolai B. Forstbauer: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Stuttgarter Nachrichten, 13. März 2008.</ref> führte zu kontroversen Stellungnahmen des deutschen Feuilletons. Vom „Verfall einer Attraktion“<ref>Bernhard Schulz: Vom Witz zum Treppenwitz, Tagesspiegel, 15. Januar 2008.</ref> und vom „Stuttgarter Schüttelprinzip“<ref>Hans-Joachim Müller: Das Stuttgarter Schüttelprinzip, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Juli 2008.</ref> wurde ebenso geschrieben wie über eine „Neue Übersicht, neue Sicht“.<ref>Christian Gampert: Neue Übersicht, neue Sicht, Deutschlandradio Kultur, 25. Juli 2008.</ref> Allzu spärliche Ausstellungsideen ließen aber die Kunstszene in Stuttgart gegenüber Städten wie Frankfurt und München immer mehr ins Hintertreffen geraten.<ref>Georg Leisten: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pläne für 2010 – Die Staatsgalerie setzt ganz auf Grau. (Memento vom 11. Februar 2010 im Internet Archive) In: Stuttgarter Zeitung vom 5. Februar 2010, abgerufen am 14. Juli 2011.</ref>

Seit seinem Amtsantritt wurden zahlreiche Ausstellungsprojekte aus Sammlungsbeständen realisiert,<ref>[2] Staatsgalerie Stuttgart, Rückblick Ausstellungen</ref> wie 2011 Kollwitz – Beckmann – Dix – Grosz. Kriegszeit und Offenes Depot 01 – The Empty Plan.

Eduard Beaucamp würdigte die Arbeit Rainbirds in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 6. Mai 2011: „Ein besonderer Glücksfall ist Sean Rainbird, der englische Direktor der Staatsgalerie in Stuttgart, der sensibel, eindringlich und mit einer historischen Dimension mit der Sammlung arbeitet und aus ihr heraus große Ausstellungen entwickelt.“<ref>Viele Kuratoren, keine Qualität Kunststücke, www.faz.net, abgerufen am 17. Mai 2011.</ref>

Direktor der National Gallery of Ireland

Im April 2012 verließ Rainbird Stuttgart und wechselte zur National Gallery of Ireland in Dublin.<ref>Sean Rainbird: „Es ist Zeit für mich, weiterzuziehen“ in: Stuttgarter Zeitung, 1. Dezember 2011.</ref> Dort stand Rainbirds Amtsantritt bereits von Beginn an unter keinem guten Stern: Am 29. Juni 2012 kam ein Gemälde Claude Monets infolge eines Vorfalls mit einem Besucher zu erheblichem Schaden.<ref>Man accused of damaging €10m Monet in bail bid in: Independent.ie, 6. Dezember 2013.</ref> Wegen irregulärer Honorarzahlungen, die der irischen Öffentlichkeit im November 2013 bekannt wurden, geriet Rainbird als Direktor der National Gallery erneut in die Schlagzeilen der Presse.<ref>Squeals of outrage at porkies over who gets the bacon in: Irish Examiner, 23. November 2013.</ref> Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Aufsichtsrates der National Gallery (Chair of the Board of Governors & Guardians), Dr. Olive Braiden, hatte sich Sean Rainbird vor einer Prüfungskammer der staatlichen Finanzaufsicht (Committee of Public Accounts) einzufinden und persönlich zu verantworten.<ref>Committee of Public Accounts Staff Appointments in the National Gallery of Ireland (youtube.com)</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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