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Ad multos annos

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Ad multos annos (lateinisch: „Auf viele Jahre!“) ist ein aus der griechisch-römischen Antike stammender Glückwunsch, der besonders als Akklamation für höhergestellte Personen gebräuchlich war.

Das „Ad multos annos“ in Liturgie, akademischen Umfeld und in anderen Sprachen

In der orthodoxen Liturgie ist der Ruf Teil des Polychronion ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Aussprache altgriechisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), neugriechisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). In der römisch-katholischen Liturgie war er bis zur Liturgiereform ein Element des Bischofsweiheritus. Heute wird die lateinische Wendung in akademischen und kirchlichen Kreisen noch in Grußworten und Trinksprüchen verwendet.<ref>Ad multos annos! (treccani.it, italienisch)</ref> Unter Juristen ist es beispielsweise üblich, Jubilare mit dieser Formel in Fachzeitschriften, Kammermitteilungen oder anderen Veröffentlichungen zu begrüßen, wobei voranstehende Beiträge oder Glückwünsche keineswegs in Latein gehalten sind oder gehalten sein müssen.<ref>Vgl. Dr. Karl Luggauer: Juristen-Latein (Reihe Juridica Vademecum), Juridica-Verlag, Wien 1967, Seite 13, dort der Eintrag „Ad multos annos“ (deutsch wiedergegeben mit „Noch viele Jahre!“, „Auf noch viele Jahre!“, „Viele Jahre noch!“)</ref> Weitere romanische Sprachen wie das Katalanische oder das Rumänische nutzen Formeln, die auf diese lateinische Glückwunschformel zurückgehen. Im Katalanischen lautet die Formel „Per molts anys!“, im Rumänischen „La Mulți Ani!“, beides in der Bedeutung. „Auf viele weitere (glückliche, gesunde) Jahre!“.<ref>Lluís C. Batlle, Günther Haensch: Diccionari alemany-català. Deutsch-katalanisches Wörterbuch. 1. Auflage. Enciclopèdia Catalana, Barcelona 1981, ISBN 84-85194-18-7, Seite 107, Eintrag „any“, dort auch die Glückwunschformel „per molt anys“</ref>

Das „Ad multos annos“ in der Musik

Im Laufe der Zeit wurde das „Ad multos annos“ mit unterschiedlichsten musikalischen Arrangements versehen. Der österreichische Komponist Joseph Balthasar Hochreither schrieb 1705 anlässlich der Weihe des Abtes Maximilian Pagl des Stifts Lambach in Oberösterreich die Messe „Ad multos annos“. Dieses Werk gilt als das älteste erhaltene Werk des Komponisten. Die Uraufführung fand am 19. April 1705 in der Stiftskirche Lambach statt.<ref>Musikland ob der Enns, Joseph Balthasar Hochreiter: Missa ad multos annos</ref> In der slawischen Orthodoxie, insbesondere in der Ukraine und in Russland basiert das traditionelle Festlied „Mnohaya lita“ (Ukrainisch: Многая літа, deutsch: „Viele Jahre“ oder passender wiedergegeben mit „Viele Lebensjahre wünsche ich dir“) auf diesem Segensspruch.<ref>Mnohaya lita (Many years, Noten) auf webarchive.org</ref> Es gibt zahlreiche Variationen und Sätze des Liedes. Der Text bleibt in den meisten Fällen gleich. Dieses Lied nimmt dort die Funktion des englischsprachigen Happy Birthday to You der westlichen Kulturwelt ein. Den wohl bekanntesten Satz des Liedes schuf Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski (1751–1825) als Chorleiter der kaiserlichen Kapelle in Russland. Diesen Satz adaptierte Maxime Kovalevsky (1903–1988) zu seiner Zeit als Kapellmeister in Paris auf das Lateinische „Ad multos annos“.<ref>Maxime Kovalevsky: Ad multos annos (bei MusicBrainz)</ref><ref>siehe: Elaine Marchi: Ad multos annos (Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski, Adaptation Maxime Kovalevsky) auf YouTube.</ref><ref>Elaine Marchi: Ad multos annos (Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski, Adaptation Maxime Kovalevsky)</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: Ad multos annos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Ad multos annos – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />