Blazar
Blazare (Neologismus aus „BL Lacertae“ und „Quasar“<ref>Matthew T. Whiting: Quasars and Blazars. Kap. 1 der Dissertation What made the quasar blush? Emission mechanisms in optically red quasars. University of Melbourne 2000.</ref><ref>Claus Grupen: Astroteilchenphysik: Das Universum im Licht der kosmischen Strahlung. Springer 2001, ISBN 3540415424. S. 166.</ref> oder Abkürzung aus „blazing quasi stellar objects“<ref>Markus J. Aschwanden: Self-Organized Criticality in Astrophysics, Springer, Berlin-Heidelberg 2011, S. 246 (einsehbar bei Google Books)</ref>), manchmal auch Blasare<ref>Albrecht Unsöld, Bodo Baschek: The New Cosmos: An Introduction to Astronomy and Astrophysics. Springer 2001, ISBN 3540678778. S. 441 (einsehbar bei Google Books).</ref>, sind eine Unterklasse der aktiven galaktischen Kerne, die um ein Vielfaches mehr Strahlung bzw. Teilchen emittiert als andere Galaxien. Weitere Unterklassen sind Radiogalaxien, Seyfertgalaxien und Quasare.<ref>Vgl. z. B. Gaurang Yodh: Very high-energy gamma ray detectors, in: Beam Line 28/3 (1998), 12–23, hier 20 (einsehbar bei Google Books).</ref> Man geht davon aus, dass sich Blazare von anderen aktiven galaktischen Kernen durch die Beobachtungsrichtung unterscheiden, die bei den Blazaren mit der Richtung des relativistischen Jets zusammenfällt; mit anderen Worten: ein Blazar ist ein aktiver galaktischer Kern, dessen Teilchenjet zufällig in Richtung Erde zeigt.<ref>M. Bartelmann: Ein aufregendes Neutrino? Physik Journal 17 (2018) Nr. 8/9 Seite 24</ref>
Bei Blazaren handelt es sich um hochenergetische galaktische Objekte, aus deren Zentrum jeweils bis zu 50 Prozent der von der ganzen Galaxie abgegebenen Strahlung kommt. Derzeit gilt die Anschauung, dass die ausgestrahlte Energie der scheibenförmig angeordneten Materie entweicht, die ein supermassereiches Schwarzes Loch in der Kernzone transformiert bzw. im komplexen Prozess der Akkretion und des „Verschlingens“ aktiviert; die Energiestrahlung (Jetstrahl) steht senkrecht zur Ebene des Materiestroms. Bei den Blazaren schwankt die Emission von Strahlungsenergie bzw. Teilchen viel stärker und schneller (binnen Stunden bis Wochen) als bei Quasaren. Blazare erscheinen wie eine punktförmige Lichtquelle, stark polarisiert und nahezu frei von Spektrallinien. Solche Objekte wurden zuerst Anfang der 1960er Jahre von Benjamin Markarjan beschrieben.
Literatur
- Marscher, Alan P. (2016): "Variability of Blazars and Blazar Models over 38 Years" Galaxies 4, no. 4: 37. https://doi.org/10.3390/galaxies4040037.
- Di Gesu, L., Marshall, H.L., Ehlert, S.R. et al. Discovery of X-ray polarization angle rotation in the jet from blazar Mrk 421. Nat Astron (2023). https://doi.org/10.1038/s41550-023-02032-7.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Beschreibung von Blazaren
- [[[:Vorlage:Alpha Centauri/URL]] Vorlage:Alpha Centauri/Titel] aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 26. Apr. 2006.
- astronews.com: Blazare in Rekordentfernung 1. Februar 2017