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Sainte Marie

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 12. April 2026 um 09:46 Uhr durch imported>Ulrich Matthias (Erreichbarkeit: Derzeit gibt es laut Website der Madagascar Airlines nur Non-Stop-Flüge von Antananarivo nach Sainte Marie.).
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Sainte Marie
(Nosy Boraha)

Datei:Beache of La Crique Sainte Marie.jpg
Strand von La Crique
an der Westküste
Gewässer Indischer Ozean
Geographische Lage 16° 54′ S, 49° 54′ OKoordinaten: 16° 54′ S, 49° 54′ O
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(Nosy Boraha)
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Länge 49,2 km
Breite 7 km
Fläche 200 km²
Höchste Erhebung Davolo
112 m
Einwohner 16.325 (2001)
82 Einw./km²
Hauptort Ambodifotatra
Datei:Île Sainte-Marie location.png
Lage der Insel vor der Ostküste Madagaskars
Lage der Insel vor der Ostküste Madagaskars

Sainte Marie (Nosy Boraha) ist eine 49,2 Kilometer lange und zwei bis sieben Kilometer breite Insel mit 16.000 Einwohnern, wenige Kilometer von der madagassischen Ostküste entfernt. Sie gehört zur Provinz Toamasina. Die Hauptstadt der Insel ist Ambodifotatra.

Erreichbarkeit

Sainte Marie kann mit dem Flugzeug oder mit dem Schiff erreicht werden. Madagascar Airlines fliegt fast täglich von der Hauptstadt Antananarivo nach Sainte Marie zum Flughafen Sainte Marie in der Nähe von Ankarena und zurück. Erreichbar ist die Insel auch mit dem Buschtaxi nach Soanierana Ivongo, von wo aus ein Boot übersetzt.

Geographie

Datei:Sainte Marie Island-Madagascar-1601.jpg
Karte von 1601
Datei:Sainte marie Madagascar first church.JPG
Kirche Eglise Sainte Marie (1857)

Am Südende liegt die Insel Île aux Nattes.

Geschichte

Der madagassische Name Nosy Boraha bedeutet Insel des Ibrahim und ist ein Hinweis auf eine frühe arabische Besiedlung.

Piratenstützpunkt

Von etwa 1690 bis 1730 war die Insel ein bedeutender Stützpunkt für die Piraterie im Indischen Ozean. Hier hielten sich bekannte Piraten wie William Kidd, Henry Every, Thomas Tew, John Bowen und La Buse auf (Siehe auch: Geschichte der Piraterie). Bis zu 1500 Piraten lebten in der Bucht von Ambodifotatra.<ref>Eva Eusterhus: Île Sainte-Marie – eine Pirateninsel im Paradies bei Welt Online vom 17. Oktober 2011</ref> Aufgrund der Nähe von Sainte Marie zu den Handelsrouten nach Asien und der Verfügbarkeit von reichlich Trinkwasser, Obst sowie Eiern von Seevögeln war die Insel ein attraktiver Unterschlupf für die Piraten.<ref name=":0"></ref> Es soll weltweit der einzige bekannte Ort sein, an dem Piraten Befestigungen an Land angelegt haben. Sie lebten hier mit einheimischen Frauen und Sklaven.<ref>Manon Meyer-Hilfiger: Butins, terres et mers: ce que l’archéologie nous apprend des pirates in National Geographic vom 24. November 2021</ref> Überreste von Piratenschiffen liegen noch heute in wenigen Metern Tiefe in und vor der Bucht. Forschungen zu diesen Schiffswracks setzten um das Jahr 2000 ein. Unterwasserarchäologische Untersuchungen erfolgten in den Jahren 2010, 2015, 2021 und 2022. Dabei wurde Holzreste von Wracks und zahlreiche Objekte, darunter 2000 Fragmente von chinesischem Porzellan, 13 Goldmünzen und Gegenstände europäischer Herkunft, gefunden. 2021 untersuchten Archäologen ein vor der Bucht liegendes Schiffswrack, das sie als die 1702 gesunkene Speakers des englischen Piraten John Bowen identifizierten.<ref>Sur les traces du navire pirate Speaker bei Universität Caen vom 20. Januar 2022</ref> Die Untersuchungen im Jahr 2022 fanden im Wasser wie auf dem Land statt und wurden von einem Team aus überwiegend französischen und madagassischen Forschern vorgenommen.<ref>Sainte-Marie Island, Madagascar bei Association Archéologie de la Piraterie Loi 1901</ref> Zu den Untersuchungen, die bis 2024 fortgesetzt werden sollen, erschien ein Dokumentarfilm mit dem Titel Piraten – Wie lebten sie wirklich?.<ref>Piraten - Wie lebten sie wirklich? bei arte</ref>

Siehe auch: Silberfund vor Sainte Marie 2015

Datei:Pirates Cemetery Ile Ste Marie Madagascar.jpg
Piratenfriedhof gegenüber der île aux Forbans auf Sainte Marie

Ein Piratenfriedhof auf der kleinen Insel île aux Forbans in der Bucht von Ambodifotara zeugt von dieser Vergangenheit der Insel. Die europäischen Piraten haben auch Spuren durch ihre Nachkommen hinterlassen.

Französische Kolonie

Datei:Stamp frcolonies madagascar.jpg
Französische Briefmarke von 1892 für die Kolonie Sainte Marie de Madagascar

Der französische Pirat „La Bigorne“ brachte zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine Gruppe französischer Siedler auf die Insel und heiratete eine Prinzessin der Betsimisaraka. Der gemeinsame Sohn trat die Insel 1750 nach dem Tode seines Vaters an Frankreich ab. Zwei Jahre später wurden die Siedler von Betsimisaraka ermordet und die kleine Kolonie verfiel.<ref>G. Pitcher & P.C. Wright: Madagascar & Comoros. Lonely Planet, ISBN 1-74104-100-7, S. 176–178.</ref> Frankreich errichtete 1818 eine Strafkolonie auf Sainte Marie, die jedoch nur wenige Jahre Bestand hatte. Erst nach dem ersten Franco-Hova-Krieg von 1883 wurde Sainte Marie erneut von Frankreich in Besitz genommen und zunächst als selbständige Kolonie verwaltet. Nachdem Frankreich im zweiten Franco-Hova-Krieg 1895 ganz Madagaskar erobert und zwei Jahre darauf zur Kolonie gemacht hatte, wurde Sainte Marie wieder ein Teil Madagaskars.

Tourismus

Der Tourismus spielt auf Sainte Marie eine immer wichtigere Rolle. Kleine Buchten mit Sandstränden laden zum Baden und Tauchen ein. Zum Tauchen besonders geeignet ist die Lagune von Sainte Marie, da sie durch ein Korallenriff vor Haien geschützt ist.

Von Juli bis September können sich vor der Westküste tummelnde Buckelwale beobachtet werden. Sie kommen von der Antarktis und finden im Kanal zwischen Sainte Marie und Madagaskar hervorragende Bedingungen, um ihre Jungen großzuziehen.

Die 1857 erbaute Eglise Sainte Marie in Ambarisomotra, einem Ortsteil der Inselhauptstadt Ambodifotatra, ist die älteste katholische Kirche Madagaskars.<ref>Dieter Rohrbach: Madagaskar, S. 518. Dormagen 2019</ref>

Traditionen

Viele madagassische Traditionen des Festlandes findet man auch auf Sainte Marie. So auch die Umwendung der Toten, bei der im Abstand von mehreren Jahren der Körper von Verstorbenen aus dem Familiengrab genommen und von der gesamten Familie feierlich durch das Dorf getragen wird. Auch sind einige Orte mit Fadys (Tabus) belegt. Aus Respekt gegenüber den Inselbewohnern sollten Besucher vor einer Erkundung sich stets darüber erkundigen und gegebenenfalls einen einheimischen Führer mitnehmen.<ref>Därr: Madagaskar & Komoren. S. 185 und 440.</ref>

Delalande-Seidenkuckuck

Die Île Sainte-Marie war bis 1827 Heimat des ausgestorbenen Delalande-Seidenkuckucks. In verschiedenen Museen auf der Welt befinden sich noch insgesamt 13 ausgestopfte Bälge des Vogels, unter anderem in Stuttgart.

Klimatabelle

Ambodifotatra
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
397
 
29
24
 
 
445
 
29
24
 
 
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29
24
 
 
498
 
28
23
 
 
354
 
26
22
 
 
341
 
25
20
 
 
309
 
24
20
 
 
227
 
24
20
 
 
117
 
25
20
 
 
94
 
26
21
 
 
129
 
28
23
 
 
367
 
29
23
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Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Ambodifotatra
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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Niederschlag (mm) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Σ Vorlage:Klimatabelle/Format
Sonnenstunden (h/d) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format
Regentage (d) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Σ Vorlage:Klimatabelle/Format
Luftfeuchtigkeit (%) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format 81,8

Trivia

Der norwegische Autor Bjarte Breiteig reiste Anfang der 2000er Jahre mit seiner Familie nach Sainte Marie. Über den Aufenthalt veröffentlichte er im Jahr 2013 eine Kurzgeschichtensammlung in Form von acht Briefen namens Île Sainte Marie.<ref></ref><ref name=":0" />

Literatur

  • Maisie Därr, Wolfgang Därr: Madagaskar & Komoren. Reise Know-How, Bielefeld 2001, S. 439–447. ISBN 3-89416-816-1

Weblinks

Commons: Sainte Marie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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