Zum Inhalt springen

Mohammad Hashem Cheshti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. März 2026 um 20:33 Uhr durch imported>MacCambridge (محمدهاشم چشتی).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Mohammad Hashem Cheshti, auch Ustad Mohammad Hashem oder Ustad Mohammed Hashem Chishti (persisch محمدهاشم چشتی‎ * 1934<ref name=":3">Ahmad Sarmast: A Survey of the History of Music in Afghanistan (Diss. Monash University of Australia 2004). VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2009, ISBN 978-3-639-13150-5, S. 181.</ref><ref>Michael Lindsey: Familial Frontiers: Researching with Hindustani Musicians in Kabul. In: Nafay Choudhury und Annika Schmeding (Hrsg.): Frontier Ethnograhies. Berghahn Books, New York / Oxford 2025, ISBN 978-1-80539-759-5, S. 170.</ref> in Kabul; † 26. Juli 1994 in Kerpen<ref>Sterberegister, Standesamt Kerpen Nr. 234/1994</ref>), war ein afghanischer Komponist und Musiker. Er spielte Tabla, Sitar, Gitarre, Harmonium und Sarod und trug den Ehrentitel Ustad (Meister).

Leben und Werk

Mohammad Hashem Cheshti stammte aus einer Musikerfamilie, die, ursprünglich aus Indien, Mitte des 19. Jahrhunderts an den Hof von Schir Ali Khan nach Afghanistan kam.<ref name=":3" /><ref name=":1">John Baily: Cry freedom. In: The Guardian. 11. März 2002, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 21. August 2025]).</ref> Seit Generationen werden in der Familie Cheshti, auch Chishti, die klassische afghanische Musik und der indische Gesang weitergegeben.<ref name=":0">Jazz Meets Tabla. Abgerufen am 21. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":1" /> Viele Mitglieder der Familie Cheshti leben in Kabuls altem Musikerviertel Kharabat, in dem auch Mohammad Hashem Cheshti zur Welt kam und aufwuchs.<ref>Was das Musikverbot der Taliban mit Afghanistan und seiner Bevölkerung macht. Abgerufen am 21. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mohammad Hashem Cheshtis Vater war Cha-cha Mahmud (Ustad Mahmud), einer der ersten bei Radio Afghanistan angestellten Tablaspieler.<ref name=":2">Michael P. Lindsey: Melodies for Drums: Creativity and Emotion in South Asian Ṭhekā Drumming. University of California Santa Cruz (Diss.), September 2020, S. 226.</ref>

Ustad Hashem hat nicht nur bei seinem Vater, sondern vor allem bei dem als legendär geltenden Ustad Mian Qadir Bakhsh gelernt, der zur Punjab-Gharana gehörte. Auch Ustad Hashem selbst wurde zu einem der bedeutendsten Vertreter und Lehrer dieses in Afghanistan vorherrschenden klassischen Tablastils.<ref name=":2" /> Er war auch der Lehrer und Mentor der Sängerin Mahwash, der einzigen Frau, die, seit 1977, den Titel Ustad trägt, für die er zahlreiche Lieder schrieb.<ref name=":1" />

Er gab zahlreiche Konzerte in Afghanistan, Iran, Tadschikistan, Pakistan, Indien sowie in Europa und den Vereinigten Staaten. Auf einer USA-Reise mit seinen jüngeren Brüdern Asif und Arif im Jahr 1977 wurde bei einer Aufführung in New York die Sufi-inspirierte Komposition The Dance of the Wounded mitgeschnitten, die noch auf SoundCloud zu hören ist.<ref>Farhad Azad: The Dance of the Wounded. In: Aftaab Magazine. 13. April 2018, abgerufen am 20. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nach Beginn des Afghanischen Bürgerkriegs 1979 blieben die Cheshti-Brüder zunächst in Kabul, emigrierten später jedoch nach London (Asif) und Pakistan (Arif); Mohammad ging nach Deutschland,<ref name=":1" /> wo er mit seiner Frau und zuletzt neun Kindern in Kerpen lebte.

1994 wurde Mohammad Hashem Cheshti von einem seiner Schüler ermordet. Er wurde auf dem Nordfriedhof in Bonn beerdigt.<ref>Ayina TV تلویزیون آئینه: مراسم تدفین استاد محمد هاشم چشتی The Funeral of Ustad Hashem. 7. Februar 2021, abgerufen am 20. August 2025.</ref> Bei nicht vorhandener amtlicher Geburtsurkunde aus Afghanistan wurde als Datum der Geburt der 1. Januar 1930 angenommen<ref>ademola adetunji: Warum haben viele Menschen mit Migrationsgeschichte am 1. Januar Geburtstag? In: tuenews. 1. Januar 2021, abgerufen am 4. September 2025.</ref> und so auch auf dem Grabstein ausgewiesen.

Mohammad Hashem Cheshtis Sohn, der Tablaspieler Shams Hashemi Mahmoud, ist als Musiker ebenfalls in Deutschland bekannt.<ref name=":0" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references />