Zum Inhalt springen

Unwort

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 3. Juni 2025 um 21:42 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Der Begriff Unwort ist ein Schlagwort aus dem Bereich der Sprachkritik und bezeichnet ein „unschönes“, aber auch ein „unerwünschtes“ Wort.<ref>Unwort. In: Duden, Die Deutsche Rechtschreibung. 1996</ref>

Deutschland

Der Begriff wurde in Deutschland durch die Gesellschaft für Deutsche Sprache, die das deutsche Wort des Jahres kürt und von 1991 bis 1994 auch ein Unwort des Jahres publizierte, in den Medien bekannt gemacht.

Eine Gruppe von fünf Personen, die sich als Aktion bezeichnet, definiert als „Unwort des Jahres“ „[…] Wörter und Formulierungen aus der öffentlichen Sprache, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen.“ Das Unwort des Jahres wird seit 1994 jährlich von dieser Gruppe und einer zusätzlichen von ihr für ein Jahr eingeladenen Person bestimmt.<ref>Geschichte – Unwort des Jahres. Abgerufen am 3. Dezember 2021.</ref>

Als Unwort des 20. Jahrhunderts wurde „Menschenmaterial“ bestimmt. Daneben gibt es auch ein Börsenunwort.

Liechtenstein

Seit 2002 in Liechtenstein.

Österreich

Seit 1999 werden von der Universität Graz im Projekt Österreichisches Deutsch auch in Österreich Unwörter des Jahres ermittelt.<ref name="Das österreichische Wort des Jahres"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Österreichisches Wort des Jahres (Memento vom 29. Mai 2007 im Internet Archive)</ref>

Schweiz

In der Schweiz wurde von 2003 bis 2016 durch eine private Jury ein Unwort des Jahres bestimmt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wort des Jahres. Archiv. (Memento vom 3. Dezember 2010 im Internet Archive) chwort.ch</ref>

Andere Sprachen

Die American Dialect Society kürt je ein Word of the Year in verschiedenen Kategorien, darunter auch die Negativpreise „Most Unnecessary“ (unnötig), „Most Outrageous“ (abscheulich), „Most Euphemistic“ (beschönigend) und „Least Likely to Succeed“ (erfolglos).

Siehe auch

Literatur

  • Wörter und Unwörter. Sinniges und Unsinniges der deutschen Gegenwartssprache. Herausgegeben von der Gesellschaft für deutsche Sprache. Falken-Verlag, Niedernhausen 1993, ISBN 3-8068-1401-5.

Weblinks

Wiktionary: Unwort – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />