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Liselotte Losch

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Liselotte Losch (* 11. November 1917 in Berlin; † 21. November 2011<ref>Traueranzeige. Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 12. April 2026.</ref>; nach Heirat Lieselotte Metternich) war eine deutsche Opernsängerin (Sopran).

Leben

Liselotte Losch studierte Gesang bei Lorenz Hofer in Berlin. Nach ihrer Gesangsausbildung übernahm sie ein vierjähriges Engagement (1939–1942) am Theater Ulm. Nachfolgend sang sie an der Volksoper Berlin (1942–1944) und an der Städtischen Oper Berlin (1945–1948). An der Städtischen Oper sang sie in der Spielzeit 1945/46 jeweils in Neuinszenierungen die Titelrolle in Martha und die Amelia in Simon Boccanegra.<ref>Detlef Meyer zu Heringdorf: Das Charlottenburger Opernhaus von 1912 bis 1961: von der privat-gesellschaftlich geführten Bürgeroper bis zur subventionierten Berliner «Städtischen Oper». Hrsg.: Deutsche Oper. Berlin 1988, ISBN 978-3-926412-07-2, S. 429 und 645.</ref> In der Spielzeit 1947/48 folgte dort die Concepción in Die spanische Stunde.<ref>Detlef Meyer zu Heringdorf: Das Charlottenburger Opernhaus von 1912 bis 1961: von der privat-gesellschaftlich geführten Bürgeroper bis zur subventionierten Berliner «Städtischen Oper». Hrsg.: Deutsche Oper. Berlin 1988, ISBN 978-3-926412-07-2, S. 441 und 645.</ref> Nach ihrem Wechsel an die Berliner Staatsoper unter den Linden gastierte Losch in der Spielzeit 1950/51 nochmals an der Städtischen Oper Berlin. Sie übernahm unter der musikalischen Leitung von Leopold Ludwig als Gast die Lady Billows in der Berliner Erstinszenierung von Albert Herring.<ref>Detlef Meyer zu Heringdorf: Das Charlottenburger Opernhaus von 1912 bis 1961: von der privat-gesellschaftlich geführten Bürgeroper bis zur subventionierten Berliner «Städtischen Oper». Hrsg.: Deutsche Oper. Berlin 1988, ISBN 978-3-926412-07-2, S. 461 und 645.</ref>

In der Spielzeit 1947/48 gastierte Losch als Königin der Nacht in Die Zauberflöte und als Konstanze in Die Entführung aus dem Serail mehrfach an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin,<ref>Besetzungslisten Spielzeit 1947/48. Staatsoper Berlin, abgerufen am 25. November 2022.</ref> an der sie dann ab der Spielzeit 1948/49 bis 1961 zum festen Ensemble gehörte. Dort lernte sie auch ihren späteren Mann, den Bariton Josef Metternich, kennen.

An der Berliner Staatsoper sang Losch alle großen Rollen ihres Faches, wozu insbesondere die Violetta in La traviata gehörte, die sie dort ab September 1948 regelmäßig immer wieder sang.<ref name="SpZ1948">Besetzungslisten Spielzeit 1948/49. Staatsoper Berlin, abgerufen am 25. November 2022.</ref> In der Spielzeit 1948/49 trat sie neben ihren bisherigen Rollen auch als Donna Elvira in Don Giovanni, in den drei Frauenrollen in Hoffmanns Erzählungen, als Frau Fluth in Die lustigen Weiber von Windsor und als Gilda in Rigoletto auf.<ref name="SpZ1948"/> Ab der Spielzeit 1949/50 sang sie an der Berliner Staatsoper auch die Titelrolle in Manon.<ref>Besetzungslisten der Spielzeit 1949/50. Staatsoper Berlin, abgerufen am 25. November 2022.</ref><ref name="SpZ1951">Besetzungslisten Spielzeit 1951/52. Staatsoper Berlin, abgerufen am 25. November 2022.</ref> In der Spielzeit 1951/52 übernahm sie die Nedda in einer Neuinszenierung von Der Bajazzo.<ref name="SpZ1951"/> Ab 1952 war sie auch als Zdenka in Arabella zu hören.<ref name="SpZ1951"/> In der Spielzeit 1952/53 sang sie an der Berliner Staatsoper die Titelrolle in einer Neuinszenierung der Oper Halka von Stanisław Moniuszko.<ref name="a1955">Besetzungslisten. Statistischer Bericht der Deutschen Staatsoper 1945–1955. In: Intendanz der Deutschen Staatsoper. Redaktion und Gesamtgestaltung: Werner Otto und Günter Rimkus (Hrsg.): Deutsche Staatsoper Berlin. Zur Wiedereröffnung des Hauses unter den Linden am 4. September 1955. A 3443/55/DDR. VEB Graphische Werkstätten, Leipzig.</ref> In der Spielzeit 1953/54 folgte als neue Rolle die Prinzessin Elvira in der Premiere von Die Stumme von Portici.<ref>Besetzungslisten Spielzeit 1953/54. Staatsoper Berlin, abgerufen am 25. November 2022.</ref> In der Spielzeit 1955/56 war sie die Donna Elvira in einer Don Giovanni-Neuinszenierung in der Regie von Heinz Arnold.<ref>Besetzungslisten Spielzeit 1955/56. Staatsoper Berlin, abgerufen am 25. November 2022.</ref> In der Spielzeit 1956/57 übernahm sie die Ottavia in einer Neuinszenierung von Die Krönung der Poppea.<ref>Besetzungslisten Spielzeit 1956/57. Staatsoper Berlin, abgerufen am 25. November 2022.</ref> Im April 1961 sang sie als Nedda und Zdenka wenige Monate vor dem Mauerbau ihre letzten Vorstellungen an der Berliner Staatsoper.<ref>Besetzungslisten Spielzeit 1960/61. Staatsoper Berlin, abgerufen am 25. November 2022.</ref>

Im Bereich der Operette arbeitete Liselotte Losch wiederholt mit dem Dirigenten Franz Marszalek vom WDR Köln zusammen. An diesem Sender entstanden mit ihr folgende Gesamtaufnahmen: Der Zigeunerprimas (Kálmán), Karneval in Rom (Strauß) und Paganini (Lehár).

Losch sang als Partnerin mit bekannten Sangeskolleginnen und -kollegen ihrer Zeit wie Gisela Behm, Maria Stader, Marianne Schech, Anny Schlemm, Rita Streich, Erika Köth, Leonie Rysanek, Rudolf Schock, Josef Greindl, Karl-Olof Johansson und natürlich mit ihrem Mann. Ein von ihr bevorzugter Sangeskollege war Peter Anders.<ref>Peter Anders & Liselotte Losch: Amor schickt Pfeile. aus Karneval in Rom (Tondokument). Abgerufen am 25. November 2022.</ref><ref>Peter Anders & Liselotte Losch: Wenn der Nachtwind rauscht. aus Karneval in Rom (Tondokument). Abgerufen am 25. November 2022.</ref><ref>Peter Anders & Liselotte Losch: Ich bin dein Untertan. aus Madame Pompadour (Tondokument). Abgerufen am 25. November 2022.</ref><ref>Peter Anders & Liselotte Losch: Mein Prinzesschen – Ein intimes Souper. aus Madame Pompadour (Tondokument). Abgerufen am 25. November 2022.</ref>

Liselotte Losch und ihr Mann wohnten in Feldafing am Starnberger See, wo Losch als gesuchte Gesangspädagogin tätig war. Ihre Schüler bzw. Schülerinnen waren unter anderem Dominique Hopf, Gabriele Ramm und Gudrun Wagner-Jones.

Ihre letzte Ruhestätte fand Liselotte Losch auf dem Friedhof in Feldafing an der Seite ihres Mannes.

Theater

Diskografie (Auswahl)

  • Die Zauberflöte (Deutsche Grammophon, 1954, als Zweite Dame)
  • Der Zigeunerprimas (Cantus Classics, 1949) (WDR-Produktion unter Franz Marszalek, als Sari)
  • Paganini (Membran, 1952) (WDR-Produktion unter Franz Marszalek, als Bella Giretti)

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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