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Nansen-Pass

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Datei:No-nb bldsa 6e001.jpg
Nansen-Pass

Der Nansen-Pass (auch: Nansenausweis)<ref>Der erste Pass für Exilanten. Ausweis der Ausgestoßenen. In: Der Tagesspiegel. 15. Juli 2021, abgerufen am 10. August 2022. (Siehe Abbildung.)</ref> war ein Reisepass für staatenlose Flüchtlinge und Emigranten. Er wurde 1922 nach dem Ersten Weltkrieg vom Hochkommissar des Völkerbundes für Flüchtlingsfragen Fridtjof Nansen für russische Flüchtlinge entworfen. Er wurde dafür und für seine Hilfsaktion in den Hungergebieten der Sowjetunion noch im selben Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Der Nansen-Pass wurde am 5. Juli 1922<ref>Die Rechte der Staatenlosen. In: Berichte und Informationen des Österreichischen Forschungsinstituts für Wirtschaft und Politik, 2. Mai 1947, S. 7 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bif</ref> eingeführt und war zunächst von 31, später von 53 Staaten anerkannt.

Einführung und weitere Entwicklung

Datei:German NANSEN travel document 1932.jpg
Entwerteter Blanko-Nansenausweis, 1932
Datei:1939 German issued Nansen passport for a Jewish man fleeing to the UK.jpg
Nansen-Pass für nach Großbritannien flüchtenden, russisch-jüdischen Staatenlosen, NS-Deutschland, 1939

Der Nansen-Pass wurde nach dem Ersten Weltkrieg für staatenlose russische Flüchtlinge als Reisedokument eingeführt; den ersten Pass bekam allerdings der aus England ausgewiesene politische Publizist Oscar Levy.<ref>Steffen Dietzsch: Nansenpass One. Oscar Levys andauerndes Exil. In: IABLIS Jahrbuch für europäische Prozesse, 2002.</ref> In der Folge wurde der Nansen-Pass auch auf armenische (1924), assyrische und türkische (1928) und Flüchtlinge aus dem Saarland (1935) ausgedehnt.

Der Nansen-Pass wurde 1946 durch das London Travel Document und den Reiseausweis für Flüchtlinge gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 ersetzt.

Bedeutung

Der Nansen-Pass wurde von der Behörde des Staates ausgefüllt, in dem sich der Flüchtling aufhielt. Er war ein Jahr gültig und musste dann verlängert werden. Der Pass gestattete die Rückkehr in das Land, in dem der Pass ausgestellt wurde.<ref>Martin Stiller: Eine Völkerrechtsgeschichte der Staatenlosigkeit, Wien 2011, S. 108.</ref> Er war dem gewöhnlichen Pass eines souveränen Staates nicht gleichwertig.

Vladimir Nabokov schildert seine Erfahrungen mit dem Nansen-Pass als „einem höchst minderwertigen Dokument von kränklich grüner Farbe. Sein Inhaber war wenig mehr als ein auf Bewährung entlassener Verbrecher und hatte die größten Strapazen auf sich zu nehmen, wenn er etwa ins Ausland reisen wollte – je kleiner die Länder, desto mehr Umstände machten sie.“<ref>Vladimir Nabokov: Erinnerung sprich. Gesammelte Werke, Bd. 22, Dieter E. Zimmer (Hrsg.), 4. Aufl., Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999, S. 375 ff. ISBN 3-499-22547-6.</ref>

Zu den bekanntesten Passinhabern gehörten Marc Chagall, Youri Messen-Jaschin, Igor Strawinski, Aristoteles Onassis und Anna Pawlowa.<ref>Huntford: Nansen, S. 638.</ref>

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Nansen-Pass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />