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Raltegravir

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Strukturformel
Strukturformel von Raltegravir
Allgemeines
Freiname Raltegravir
Andere Namen
  • N-[2-[(4Z)-4-([(4-Fluorophenyl)methylamino]-hydroxymethyliden)-1-methyl-5,6-dioxopyrimidin-2-yl]propan-2-yl]-5-methyl-1,3,4-oxadiazol-2-carboxamid
  • N-(4-Fluorobenzyl)-5-hydroxy-1-methyl-2-(2-{[(5-methyl-1,3,4-oxadiazol-2-yl)carbonyl]amino}-2-propanyl)-6-oxo-1,6-dihydro-4-pyrimidincarboxamid
  • RAL
  • MK-0518
Summenformel C20H21FN6O5
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
ECHA-InfoCard 100.124.631
PubChem 54671008
ChemSpider 16445111
DrugBank DB06817
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Arzneistoffangaben
ATC-Code

J05AX08

Wirkstoffklasse

Virostatikum

Wirkmechanismus

Integraseinhibitor

Eigenschaften
Molare Masse 444,41 g·mol−1
Löslichkeit

wasserlöslich<ref name="EPAR" />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="SDS">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Kaliumsalz

Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​315​‐​319​‐​335
P: 301+312+330​‐​305+351+338<ref name="SDS"/>
Toxikologische Daten

> 2000 mg·kg−1 (LD50Mausoral)<ref name="EPAR" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Raltegravir (Handelsname: Isentress; Hersteller: MSD Sharp & Dohme) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Integrase-Strangtransfer-Inhibitoren (INSTIs), der zur Behandlung HIV-infizierter Patienten eingesetzt wird.

Isentress ist das erste zugelassene Arzneimittel aus der Gruppe der INSTIs und wird als Bestandteil einer antiretroviralen Therapie (ART) sowie bei einer HIV-Postexpositionsprophylaxe eingesetzt.

Geschichte

Isentress wurde am 12. Oktober 2007 in den USA und am 20. Dezember 2007 in der Europäischen Union zugelassen. Raltegravir ist damit der erste Vertreter dieser neuen Wirkstoffklasse der Integraseinhibitoren, der auf den Markt kommt. In der EU wurde zunächst nur eine bedingte Zulassung erteilt, die den Hersteller verpflichtete, im Laufe des Jahres unter anderem weitere Studienergebnisse aus zwei Phase-III-Studien vorzulegen, die in die Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnis einfließen. Am 14. Juli 2009 wurde die Genehmigung „unter Auflagen“ aufgehoben. Die uneingeschränkte Genehmigung für das Inverkehrbringen gilt fünf Jahre und kann anschließend verlängert werden.<ref name="EPAR" /> Das Bundespatentgericht hat am 31. August 2016 im Weg der einstweiligen Verfügung eine Zwangslizenz an dem Medikament erteilt, die der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 11. Juli 2017 bestätigt hat.<ref>Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs vom 11. Juli 2017 Nr. 111/17, abgerufen am 11. Juli 2017</ref>

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Raltegravir ist für die Kombinationstherapie von HIV-infizierten Erwachsenen zugelassen, bei denen es trotz antiretroviraler Therapie zu nachgewiesener HIV-1-Replikation kommt.<ref name="EPAR">Öffentlicher Beurteilungsbericht (EPAR) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zu: Isentress.</ref>

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.

Nebenwirkungen

Die häufigsten (>10 %) unerwünschten Ereignisse während der klinischen Studien waren Diarrhoe, Übelkeit, Kopfschmerzen und Fieber. Die Therapieabbruchrate aufgrund von unerwünschten Ereignissen lag bei mit Raltegravir behandelten Patienten bei zwei Prozent im Vergleich zu 1,4 Prozent bei Placebo.<ref name="EPAR" /> Erfahrungen aus Langzeitbehandlung liegen noch nicht vor.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Raltegravir wirkt als Integraseinhibitor. Die retrovirale Integrase ist ein Schlüsselenzym, das das HI-Virus für die Integration seines Genoms in die Chromosomen der Wirtszelle benötigt. Raltegravir hemmt einen wesentlichen katalytischen Schritt dieses Enzyms, den Strangtransfer, verhindert dadurch die Integration der viralen Nukleinsäure und reduziert in der Folge die Virusreplikation. Eine Reihe weiterer Enzyme, darunter auch retrovirale Reverse Transkriptase, wurden daraufhin getestet, ob sie durch Raltegravir gehemmt würden. Dies konnte nicht beobachtet werden; es gilt als gesichert, dass die antivirale Aktivität ausschließlich auf die Hemmung der Integrase zurückzuführen ist. Körpereigene Enzyme werden nicht beeinflusst.<ref name="EPAR" />

Pharmakokinetik

Raltegravir wird rasch resorbiert; die Aufnahme wird von Mahlzeiten wenig beeinflusst. Der Arzneistoff wird durch Glucuronidierung metabolisiert. Für die terminale Halbwertszeit werden zirka neun Stunden angegeben.<ref name="EPAR" />

Toxikologie

Es gibt keine spezifischen Informationen zur Überdosierung bei Patienten. Die Toxizitätsbestimmung wurde an Mäusen, Ratten und Hunden durchgeführt. Dabei war eine einzelne perorale Gabe von Raltegravir in der Maus gut verträglich (LD50 > 2000 mg/kg); bei intravenöser Gabe lag die höchste verträgliche Dosis bei 100 mg/kg/Tag. Bei wiederholter oraler Gabe wurden 50 mg/kg/Tag gut vertragen. In ähnlichen Studien in Ratten wurde ein NOAEL von 120 mg/kg/Tag bestimmt. Beim Hund zeigten sich nach einjähriger oraler Gabe von > 360 mg/kg/Tag keine Schädigungen. In Studien zur Genotoxizität und Reproduktionstoxizität war der Stoff unauffällig. Studien zur Karzinogenität sind noch nicht abgeschlossen.<ref name="EPAR" />

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein