Zum Inhalt springen

Friedrich Spengelin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. April 2026 um 18:24 Uhr durch imported>TaxonBot (Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Helgoland Rathaus.jpg
Rathaus Helgoland (1957–60)
Datei:Ndr-lokstedt-ausschnitt.jpg
NDR-Gebäude Hamburg-Lokstedt (1964–1967)
Datei:Dreifaltigkeitskirche (Hamburg-Harburg).2.27830.ajb.jpg
Dreifaltigkeitskirche Hamburg-Harburg (1965)
Datei:Former printing plant Koenig Ebhardt Hanover Germany.jpg
Architekturgebäude, Universität Hannover (1965)
Datei:Kreishaus Rotenburg Wümme.JPG
Kreishaus Rotenburg (1968)
Datei:Neue Burg 1 (Hamburg-Altstadt).4.12069.ajb.jpg
Haus der Kirche, Hamburg-Altstadt (1971–1974)
Datei:BremenVahr-EislebenerStr.jpg
Wohnanlage Großer Kurfürst, Gartenstadt Vahr in Bremen (1969–1972)
Datei:Kunsthalle in Emden 2015.jpg
Kunsthalle Emden (1983–1986, 1997–2000)

Friedrich Spengelin (* 29. März 1925 in Kempten (Allgäu); † 30. April 2016<ref>Traueranzeige Friedrich Spengelin, Neue Presse (Hannover), 10. Mai 2016.</ref>) war ein deutscher Architekt, Stadtplaner und Hochschullehrer.

Leben und Wirken

Nach dem Abitur in Kempten studierte Spengelin von 1943 bis 1948 an der Technischen Hochschule München Architektur. Als seine wichtigsten Lehrer benannte er Martin Elsaesser, Hans Döllgast und Robert Vorhoelzer.<ref name="DABHH2016">Nachruf des DAB</ref> 1948 erwarb er sein Diplom; danach war er bis 1950 Mitarbeiter im Büro von Konstanty Gutschow in Hamburg. Er heiratete 1951 die Architektin Ingeborg Petzet; seitdem führten beide ein gemeinsames Büro in Hamburg und ab 1975 auch in Hannover. Von 1972 bis Ende 2010 war Spengelin in der Planungsgemeinschaft Spengelin, Gerlach und Partner (sgp) in Meckenheim und Bonn als Nachfolgebüro des Büros Spengelin tätig. Sein letztes wichtiges Werk dort war die neue Kapelle am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd mit sgp Hachtel Bauer Architekten BDA. Seit 2011 war seine Mitarbeit auf eine beratende Funktion beschränkt. Beginnend mit dem Ersten Preis im Wettbewerb Hauptstadt Berlin 1958 (mit Fritz Eggeling und Gerd Pempelfort) errang das Büro über 80 Preise und Ankäufe.

1961 wurde Spengelin als ordentlicher Professor an den Lehrstuhl für Entwerfen an der Technischen Hochschule Hannover berufen. 1966 wechselte er als Nachfolger von Wilhelm Wortmann auf den Lehrstuhl für Städtebau, Wohnungswesen und Landesplanung, den er bis 1993 innehatte. Von 1989 bis 1997 war er Direktor der Abteilung Baukunst der Akademie der Künste in Berlin. Friedrich Spengelin war seit 1966 Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg.

Das Büro Spengelin hat in vielen deutschen Städten Stadtplanungen erarbeitet, so in Bonn, Bremen, Celle, Düsseldorf, Göttingen, Greifswald, Hamburg, Hameln, Kempten, Magdeburg, Meckenheim, Münster, Osnabrück, Trier, Ulm, Vorsfelde und Wuppertal. Auch oblag ihm – gemeinsam mit Erich Kühn und Jürgen Gerlach – die städtebauliche Gesamtplanung der bis 1969 selbständigen Stadt Merl. Weiterhin erstellte es Strukturplanungen für den Ausbau der Universitäten Bonn, Hannover, Münster, Osnabrück und Trier. Wohnhäuser und Wohnquartiere entstanden unter anderem in Berlin, Bremen, Hamburg, Hannover, Helgoland, Meckenheim, Wilhelmshaven und Wolfsburg. Von Spengelin gibt es zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen Stadtplanung, Stadtgestaltung und Wohnungsbau.

Kritik

Spengelins Planungen sind nicht nur auf Zustimmung gestoßen. An der Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Bonn gibt es seit den 1970er Jahren Kritik. Der Bonner Kunsthistoriker Heinrich Lützeler veröffentlichte im Bonner General-Anzeiger einen kritischen Diskussionsbeitrag. Im Volksmund hält sich der Begriff »Spengelin-Gässchen« für die als zu eng empfundene Straße »Am Hauptbahnhof«, welche vor der Umgestaltung breiter angelegt war. Neuerdings wurden einige von Spengelins Bauten – so etwa die Baugewerkschule Eckernförde oder das Haus der Kirche – zwar unter Denkmalschutz gestellt, aber gleichwohl abgerissen.

Mitgliedschaften

Ehrungen und Auszeichnungen

Bauten

  • 1951: Pavillon auf dem Constructa Messegelände Hannover (nach Ende der Messe abgerissen)<ref>Lindau, Friedrich: Planen und Bauen der fünfziger Jahre in Hannover. Schlütersche, Hannover 1998, (S. 40)</ref>
  • 1953–1956: Wohnsiedlung Hölderlinstraße in Klein-Flottbek<ref>Neue Heimat Magazin, Heft 8, 9, 1956, (S. 34)</ref> (Hausnummer 20a Büro Spengelin)<ref name="Bürochronik"/>
 {{#coordinates:53,5594|9,871|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Wohnsiedlung Hölderlinstraße
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,554|9,998|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Ruhrkohlenberatungsstelle
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
  • 1955: Heizkraftwerk auf Helgoland<ref name="RJL" />
  • 1955–1958: Landungsbrücke Helgoland<ref name="RJL" />
  • 1956–1957: Wohnsiedlung Möllner Landstraße in Hamburg-Billstedt<ref name="Bürochronik"/>
 {{#coordinates:53,53967|10,1295|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Wohnsiedlung Möllner Landstraße
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
  • 1957: Haus der Jugend auf Helgoland
  • 1957–1958: Wohn- und Geschäftshaus Denker auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin">Nachhaltige Denkmalpflege, in: Impulsprojekte Themenkreis 1: Wohnen & Städtebau Bd. 3, 2011 (S. 142-145) Gebäude keiner Adresse zuordenbar. Karte zeigt Gesamtheit aller Gebäude auf Helgoland der Architekten Spengelin</ref>
  • 1957–1958: Hotel Bufe auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1957–1958: Wohn- und Geschäftshaus Krüss auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1957–1958: Wohn- und Geschäftshaus Janssen auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1957–1958: Wohn- und Geschäftshaus Trinks auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1957–1958: Reihenwohnhäuser Treppenhalde auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1957–1959: Konzertmuschel, am Südstrand 1310 auf Helgoland<ref name="RJL" />
 {{#coordinates:54,181|7,891|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Konzertmuschel
   |region=DE-NI
   |type=building
  }}
  • 1957–1959 Kurhaus und Kurhotel auf Helgoland (1990 abgerissen)<ref>Lubitz, Jan: …in die Jahre gekommen, Helgoland, in: Deutsche Bauzeitung, 02. September 2019.</ref>
  • 1958–1959: Wohnhaus Hinrichs auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1958–1959: Geschäftshäuser Lung Wai auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1958–1959: Haus Scholl, Unterland auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1958–1959: Haus Stoldt, Unterland auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1958–1959: Reihenwohnhäuser am Falm auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1958–1959: Wohnsiedlung Denickestraße in Hamburg<ref>Wohnquartier Denickestraße in: Baumeister Heft 59 (3), 1962, (S. 212–215)</ref><ref>Neue Heimat Magazin, Heft 2, 1958, (S. 1ff)</ref><ref>Eine Großstadt als Trabant. Pressefahrt zum Thema städtebauliche Entwicklung von Harburg, in: Neue Heimat Magazin, Heft 11, 1969, (S. 58f)</ref>
 {{#coordinates:53,4595|9,953|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Wohnsiedlung Denickestraße
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
  • 1958–1959: Wohnhaus in Hamburg<ref name="RJL" />
 {{#coordinates:53,548|9,9817|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Wohnhaus Martin-Luther-Straße
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:54,182|7,89|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Rathaus Helgoland
   |region=DE-NI
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:54,464|9,8286|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Broosbyer Koppel
   |region=DE-NI
   |type=building
  }}
  • 1960–1961: Reihenwohnhaus Mittelweg auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1960–1961: Wohn- und Geschäftshaus Botter auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1960–1961: Wohn- und Geschäftshaus Koopmann auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1960–1961: Wohn- und Geschäftshaus Franz auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1961–1962: Haus Drews auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1961–1962: Haus Janssen auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1961–1962: Westerwisch, Cuxhaven<ref name="Bürochronik"/>
  • 1961–1963: Wohn- und Geschäftshaus Broders auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1961–1963: Hotel Haus Lieselotte auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1961–1963: Hotel Haus Erika auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1962–1963: Haus Raloff in Hamburg-Flottbek<ref name="RJL" />
  • 1962–1964: Hotel Haus Alexandra auf Helgoland<ref name="Helgoland Spengelin"/>
  • 1963: Trinitatiskirche in Hamburg-Harburg<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Berkemann, Karin: invisibilis: Der Kirchenwiederfinder, in: moderneREGIONAL, 2017 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. Oktober 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.moderne-regional.de</ref>
 {{#coordinates:53,46294|9,98|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Trinitatiskirche
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
  • 1963–1968: Wohnsiedlung Glinder Au in Hamburg<ref>zum Wohnquartier Glinder Au, in: Baumeister, Heft 59 (3), 1962, (S. 216–218)</ref>
 {{#coordinates:53,5359|10,13626|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Wohnsiedlung Glinder Au
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,5349|10,1333|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Schule Sonnenland
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,6|9,956|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Wohnhaus Spengelin
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,463358|9,980302|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Dreifaltigkeitskirche Harburg
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:52,379434|9,723276|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Institut für Erziehungswissenschaft
   |region=DE-NI
   |type=building
  }}
  • 1966–1969: Wohnquartier an der Holsteiner Chaussee in Hamburg<ref name="DABHH2016"/><ref>UC.: Gliederung durch Wohnungsgruppen, in: Bauwelt 61 (1970) 1–2, S. 21–25</ref><ref name="Gut Gemischt">Peters, Paulhans: Gut gemischt. Wohnbaumodell Spengelin in der Entwicklung seit 30 Jahren, in: Deutsche Bauzeitung, Heft 128 (7), 1994 (S. 100–105)</ref><ref>Terrassenhäuser Holsteiner Chaussee wiedergesehen von Gert Kahler, in: Architektur in Hamburg. Jahrbuch 1993</ref>
 {{#coordinates:53,614566|9,9|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Wohnquartier Holsteiner Chaussee
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,11|9,397|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Kreishaus Rotenburg/Wümme
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,6085|10,02194|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Fernkältewerk
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,601|10,024|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Leonardo Hotel Nord
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,081|8,87|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Großer Kurfürst
   |region=DE-HB
   |type=building
  }}
  • 1969–1975: Großwohnsiedlung Steilshoop in Hamburg<ref>Albers, Gerd (Hg), Spengelin Friedrich in: Grundriss der Stadtplanung. Vincentz Verlag, Hannover 1983, (S. 167)</ref><ref>Kirchhoff, Jutta, Jacobs, Bernd: Endbericht. Nachuntersuchung zum Demonstrativbauvorhaben Hamburg-Steilshoop, Kritische Würdigung des Siedlungsprojekts mit seinen sozialen, wirtschaftlichen und städtebaulichen Aspekten, Hamburg 1985, (S. 49)</ref><ref>https://www.saga.hamburg/das-unternehmen/uber-uns/gestern-heute-morgen/3b3---90-jahre-saga-gwg.pdf Großstrukturen und Verdichtung. Die Entwicklung der SAGA nach 1960, in: Verantwortung für Hamburg. 90 Jahre SAGA GWG, SAGA GWG Unternehmenskommunikation, Hamburg 2012, (S. 48)</ref>
 {{#coordinates:53,61059|10,05883|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Großwohnsiedlung Steilshoop
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,60189|10,01844|
   |dim=250
   |globe=
   |name=ERGO Bürogebäude
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,507|10,487|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Gymnasium Schwarzenbek
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,489|10,2188|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Haus im Park
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
  • 1976–1977: 5-geschossiges Häuserhaus in Meckenheim<ref>Albers, Gerd, Spengelin Friedrich in: Grundriss der Stadtplanung. Vincentz verlag, Hannover 1983, (S. 178)</ref>
  • 1976–1980: Wohnhaus im Grünen Grunde in Hamburg<ref>Albers, Gerd (Hg), Spengelin, Friedrich in: Grundriss der Stadtplanung. Vincentz Verlag, Hannover 1983 (S. 179)</ref>
 {{#coordinates:53,62457|10,0315|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Wohnhaus im Grünen Grunde
   |region=DE-HH
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:52,2886|8,9186|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Haus am Dom
   |region=DE-NI
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:52,37|9,741154|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Deutsche Bundesbank
   |region=DE-NI
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:52,3891|9,8113|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Wohnquartier Roderbruch
   |region=DE-NI
   |type=building
  }}
 {{#coordinates:53,37|7,2|
   |dim=250
   |globe=
   |name=Kunsthalle Emden
   |region=DE-NI
   |type=building
  }}

Plansammlung

  • Baupläne zum Wiederaufbau von Helgoland befinden sich im Schleswig-Holsteinischen Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst (AAI) in Schleswig.

Literatur

Weblinks

Commons: Friedrich Spengelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten

Vorlage:Hinweisbaustein