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Ursula Staack

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Ursula Staack (ehemals verheiratete Christowa-Staack; * 10. Oktober 1943 in Warnsdorf, Reichsgau Sudetenland) ist eine deutsche Schauspielerin, Sängerin, Diseuse und Kabarettistin.

Leben

Ursula Staack wurde 1943 als Enkelin eines Wanderschauspielers in Warnsdorf geboren. Sie ist das älteste von sechs Geschwistern.<ref name="superillu">Bärbel Beuchler: Ursula Staack: Ihre Parkinson-Krankheit. In: Superillu. 11. Januar 2019, abgerufen am 11. Januar 2019.</ref> Bereits in frühen Jahren entwickelte sie das Interesse am Schauspiel und spielte im Schultheater, unter anderem im Alter von 14 Jahren als Lady Milford in Friedrich Schillers Kabale und Liebe.<ref name="superillu"></ref> Mit 15 Jahren zog sie aus dem Elternhaus zu ihrer Großmutter nach Thüringen.<ref name="superillu"></ref> Nach Schulabschluss arbeitete sie unter anderem als Telefonistin, Serviererin, Buchhalterin und Lampenwärterin im Salzbergwerk.<ref name="mdr"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ursula Staack im Porträt, Riverboat, MDR (Memento vom 7. September 2004 im Internet Archive), abgerufen am 9. Januar 2008.</ref><ref name="superillu"></ref> In Bad Liebenstein traf sie 1963 den Schauspieler Wolf Kaiser, der ihr riet nach Berlin zu gehen,<ref name="superillu"></ref> was sie für sich beherzigte und 1965 schließlich an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin aufgenommen wurde. Im gleichen Jahr gab sie ihr Bühnendebüt am Deutschen Theater. Noch während ihrer Schauspielausbildung folgte 1966 auch ihr Filmdebüt in Christian Steinkes Oben fährt der große Wagen, einer von der DEFA fürs Fernsehen der DDR produzierten Fernsehkomödie. In der Folgezeit spielte sie zahlreiche Film- und Fernsehrollen in zumeist heiteren Stoffen, wie in einigen Episoden der Maxe-Baumann-Reihe als junge Bardame Ramona Besenbrenner oder an der Seite von Henry Hübchen und Günter Schubert in Aber Doktor (1980). 1989 war sie in einer Nebenrolle in Heiner Carows Coming Out, dem letzten DEFA-Kinofilm vor dem Mauerfall, zu sehen.

1968 nahm sie ein langjähriges Engagement am Deutschen Theater an, das sich bis ins Jahr 2010 erstreckte. Sie wirkte unter anderem in Werner Schwabs Präsidentinnen als Grete und in einer Valerij Bilchenkos Tschechow-Inszenierung.<ref>Günther Grack: Die Baracke will Gutshaus sein. 9. Dezember 1998, abgerufen am 26. Januar 2020.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />deutschestheater.de (Memento vom 12. Dezember 2007 im Internet Archive), abgerufen am 9. Januar 2008.</ref> 1995 stand sie gemeinsam mit Herbert Köfer im Theater „Schlossgarten“ in Arnstadt für das Lustspiel Die Bratpfannenstory als Ladenbesitzerin Paula Semmelrogge auf der Bühne.

Nach der Wende wirkte Staack in zahlreichen Kinder- und Jugendproduktionen mit. Von 1992 bis 1996 übernahm sie in der 26-teiligen Kinderserie Die Gespenster von Flatterfels als Amaryllis die Rolle der Mutter der Blumenfee Violetta. Ab 1994 war sie in einigen Löwenzahn-Folgen als Frau Susemihl zu sehen. In der Kinderserie Wie erziehe ich meine Eltern? spielte sie von 2002 bis 2004 an der Seite von Heinrich Schafmeister die Nachbarin und Sprechstundenhilfe Asta Engel-Butz.<ref>Wie erziehe ich meine Eltern? in der ARD-Mediathek. Abgerufen am 10. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin tritt sie auch mit Soloprogrammen als Kabarettistin auf. Ihre erste Revue war 1985 im Friedrichstadtpalast unter dem Titel Kann denn hier jeder, die zweite hieß Wer kann, der kann.<ref name="mdr"></ref>

Ursula Staack war Ende der 1960er Jahre mit dem Regisseur Christian Steinke liiert.<ref name="superillu"></ref> Aus dieser Verbindung entstammt ein Sohn.<ref name="mdr"></ref><ref name="superillu"></ref> Eine kurzzeitige Beziehung hatte sie mit dem Pianisten Hilmar Beau.<ref name="superillu"></ref> Mitte 2018 wurde bei ihr eine Parkinson-Krankheit diagnostiziert.<ref>WELT: Fernsehen: Schauspielern Ursula Staack hat sich mit Parkinson arrangiert. In: Die Welt. 16. Januar 2019 (welt.de [abgerufen am 16. Januar 2019]).</ref><ref name="superillu"></ref>

Filmografie (Auswahl)

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Hörspiele

  • 1970: Herbert Friedrich: Radsaison (Sylvia) – Regie: Maritta Hübner (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1970: Emil Manow: Der Mandelzweig (Mädchen) – Regie: Helmut Hellstorff (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1973: Nikolai Ostrowski: Pawels Lehrjahre (Christina) – Regie: Andreas Scheinert (Hörspiel – Litera)
  • 1973: Linda Teßmer: Am schwarzen Mann (Regina Sommerfeld) – Regie: Joachim Staritz (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1973: Arne Leonhardt: Schach der Dame oder Wie ich zu einem Mann kommen sollte (Marion) – Regie: Werner Grunow (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1974: Günter Spranger: Zur Fahndung ausgeschrieben: Sabine (Sabine) – Regie: Albrecht Surkau (Hörspielreihe: Tatbestand, Nr. 3 – Rundfunk der DDR)
  • 1974: Hans-Jürgen Bloch: Hundert Mark für eine Unterschrift (Evelin) – Regie: Joachim Staritz (Hörspielreihe: Tatbestand, Nr. 4 – Rundfunk der DDR)
  • 1974: Volksbuch: Die Schildbürger (Susanne, Bürgerin in Schilda) – Regie: Andreas Scheinert (Kinderhörspiel – Litera)
  • 1976: Rudolf Braune: Das Mädchen an der Orga Privat (Martha) – Regie: Barbara Plensat (Rundfunk der DDR)
  • 1980: Alfred Matusche: An beiden Ufern (Dorte) – Regie: Peter Groeger (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1980: Volksbuch: Fortunatus’ Glückssäckel oder die Kunst, reich zu sein (häßliche Berta) – Regie: Andreas Scheinert (Hörspiel – Litera)
  • 1981: Christoph Hein: Jakob Borgs Geschichten (Katinka, Teil 2) – Regie: Flora Hoffmann (Kinderhörspiel (5 Teile) – Rundfunk der DDR)
  • 1985: Volksbuch: Till Eulenspiegels mehrsteils wohlige Nacht in der Herberg zu Kneiteln (Bäckerin) – Regie: Andreas Scheinert, Jürgen Schmidt (Hörspiel – Litera)
  • 1987: Andreas Scheinert: Des Teufels Triller (Des Teufels Großmutter Ottilie) – Regie: Andreas Scheinert (Hörspiel – Litera)
  • 1988: Katja Oelmann: Steig der Stadt aufs Dach (Frau Kehrer) – Regie: Barbara Plensat (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 2002: Samuel Shem: House of God – Regie: Norbert Schaeffer (Hörspiel – MDR)
  • 2004: Holger Siemann Mordspiel (Gisela) – Regie: Christa Kowalski (Kriminalhörspiel – RBB)
  • 2014: Irina Liebmann: Erzähl mir von Russland – Regie und Bearbeitung: Barbara Plensat (Hörspiel – RBB)

Literatur

  • Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-304-7, S. 363–364.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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