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Miles Smiles

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Miles Smiles
Studioalbum von Miles Davis

Veröffent-
lichung

1967

Label(s)

Columbia Records

Format(e)

CD, LP

Genre(s)

Jazz

Länge

41:44

Besetzung

Produktion

Teo Macero

Studio(s)

CBS 30th Street Studio, New York

Chronologie
Live at the Plugged Nickel 1965
1965
Miles Smiles Sorcerer
1967

Miles Smiles ist ein Jazz-Album von Miles Davis, aufgenommen am 24. sowie am 25. Oktober 1966 und von Columbia Records im Jahr darauf veröffentlicht.

Das Album

Miles Smiles war nach E.S.P. (1965) das zweite Studioalbum des zweiten Miles-Davis-Quintetts. Für Davis war der Einstieg von Wayne Shorter die optimale Besetzung; er äußerte sich dazu in seiner Autobiografie so: „Wayne Shorter, Herbie Hancock, Ron Carter und Tony Williams waren großartige Musiker; ich wusste, dass sie als Gruppe, als musikalische Einheit funktionierten... In dieser Band verkörperte ich die Inspiration, die Erfahrung und die verbindende Form, Tony das Feuer und die kreative Funktion, Wayne war der Ideenmensch, ein Künstler, wenn es darum ging, neue musikalische Ideen in ein Konzept umzusetzen. Ron und Herbie waren die Angelpunkte.“<ref>Miles Davis, S. 369 f.</ref> Nach Davis’ Ansicht entwickelte sich die Band auch durch die Rolle Shorters als Komponist weiter.<ref>„Er schrieb die Parts für jeden genau so, wie sie klingen sollten. Ich änderte manchmal nur ein paar Sachen“. Zit. nach Davis, S. 370</ref>

Als die Band im Oktober 1966 ins Studio ging, hatte sie nach zwei Jahren<ref>Shorter stieg vor dem Auftritt des Quintetts im September 1964 auf dem Berliner Jazztagen in die Band ein</ref> „eine Intensität des Zusammenspiels erreicht, die von keiner anderen Formation der Jazzgeschichte übertroffen wurde“.<ref>zit. nach Nisenson, S. 153</ref> Auf dem Studioalbum Miles Smiles<ref>Auf Miles Smiles wie auch auf seinen nachfolgenden Alben Sorcerer und Miles in the Sky (1967) stammten viele Kompositionen von Shorter, auch wenn Davis als Mitautor aufgeführt ist.</ref> fallen besonders die außergewöhnlichen Kompositionen Orbits und Footprints auf: „Die Abstraktionsmöglichkeiten von E.S.P. werden (hier) weiter vorangetrieben“, notierte Peter Wießmüller zu diesem Album, „andererseits ist das rhythmische Fundament, verglichen mit E.S.P. wesentlicher polyrhythmischer ausgestaltet, wobei die melodischen Linien oft gegen den Puls gespielt werden.“<ref>zit.nach Wießmüller, S. 145 f.</ref> „Die Kompositionen Shorters waren harmonisch nicht sehr reichhaltig und so aufgebaut, dass sie den Solisten ein Maximum an Freiheit ließen... Ein weiterer auffallender Aspekt war, dass Hancock oft während der Soli aussetzte, was diesen noch größere harmonische Freiheit gab, ähnlich wie bei Ornette Colemans pianolosem Quartett.“<ref>vgl. Nisenson, S. 154</ref>

Zwei Titel dieses Albums stammen nicht von den mitwirkenden Musikern. Freedom Jazz Dance ist eine Komposition von Eddie Harris, die durch die Version des Miles-Davis-Quintetts erst richtig bekannt wurde und stark mit Davis, der auch das Thema veränderte, identifiziert wird. Gingerbread Boy stammt von einem alten Freund und Kollegen von Davis, dem Saxophonisten Jimmy Heath. Die Shorter-Komposition Footprints war bereits in einer früheren und eher konservativen Version auf dem Album Adam's Apple von Wayne Shorter veröffentlicht worden.

Zwei Stücke wurden in besonderer Weise Teil von Davis’ Live-Repertoire der späteren 1960er Jahre: Gingerbread Boy und Footprints wurden damals von der Davis-Band häufig gespielt und weiterentwickelt.<ref>Gingerbread Boy erschien auf der inoffiziellen Live-CD von 1967 mit dem Titel Masqualero (Label: "Jazz Bird's of Paradise"), das auch eine der bekanntesten Kompositionen der folgenden LP Sorcerer ist; sowie Footprints, das ebenfalls auf der CD Masqualero und auf der inoffiziellen Live-Platte vom Auftritt aus dem Fillmore West im April 1970 erschienen ist.</ref>

Bob Beldon schrieb zur Entstehungsweise und dem Rang des Albums: „Miles Smiles ist ein unglaubliches Album. Alle Stücke wurden nur in einem Take aufgenommen. Die Band probte die Melodien, dann entwickelten sich rhythmische Teile oder das besondere "Feeling" aus ein paar Abläufen der Melodie. Wenn die melodische Abfolge entstanden war, zählte Miles das Tempo ab und in dem Moment, wenn er zufrieden mit der Melodie war und die Rhythmusgruppe optimal spielte, stieg er mit seinem Solo ein. Wenn er die Band nicht bei ihrem Spiel stoppte, war es der Take! Jeder Titel von Miles Smiles entstand auf diesem Weg. So gab es keine weiteren vollständigen Takes von diesen zwei Sessions.“<ref>zit. nach Bob Beldon, liner notes</ref>

Die Entstehung des Albums ist auf Freedom Jazz Dance: The Bootleg Series, Vol. 5 (2016) dokumentiert.

Die Titel

  1. Orbits (W. Shorter) 4:35
  2. Circle (M. Davis) 5:52
  3. Footprints (W. Shorter) 9:44
  4. Dolores (W. Shorter) 6:20
  5. Freedom Jazz Dance (E. Harris) 7:11
  6. Gingerbread Boy (J. Heath) 7:40

Wirkungsgeschichte

Das Album gewann 1967 den Leserpoll und (mit "The Popular Duke Ellington") den Kritikerpoll des Down Beat als "Record of the Year". Für den Historiker Jeremy Yudkin sind auf diesem Album die „Formen, Tempi und Metren freier, alle Kompositionen sind neu, und die Bandmitglieder werden auch als Komponisten herangezogen.“ Es handele sich um Musik, „die weder den Konventionen des Bebop folge noch der offenbar formlosen Freiheit des New Jazz.“ Mit diesem Album beginne vielmehr der Post Bop.<ref>„Forms, tempos, and meters are freer, all the compositions are new, and the band members themselves are featured composers...[music] that did not follow the conventions of bop or the apparently formless freedom of the new jazz.“ zit. n. der Besprechung von Yudkins Miles Davis, Miles Smiles, and the Invention of Post Bop in All About Jazz</ref>

Nach dem Album wurden Jazzclubs in Wien und in Düsseldorf benannt. Miles Smiles wurde 2015 in die "Grammy Hall of Fame" aufgenommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Grammy Hall of Fame Inducts 26 New Titles Jazz recordings include titles from Miles, Coltrane, Louis & Ella (2015) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 26. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/jazztimes.com, in JazzTimes</ref>

Literatur

  • Ian Carr: Miles Davis – The Definitive Biography. HarperCollins (2., überarb. Ausgabe), 1998. ISBN 978-0002552226.
  • Richard Cook, Brian Morton: The Penguin Guide to Jazz on CD. 6. Auflage. Penguin, London 2002, ISBN 0-14-051521-6.
  • Miles Davis: Die Autobiographie. Heyne, München 2000.
  • Erik Nisenson: Round About Midnight – Ein Portrait von Miles Davis. Hannibal, Wien 1985
  • Bob Belden: Liner Notes zur CD-Edition von Miles Smiles. 1998
  • Peter Wießmüller: Miles Davis – Sein Leben, seine Musik, seine Schallplatten. Oreos (Collection Jazz), Gauting 1985
  • Jeremy Yudkin: Miles Davis, Miles Smiles, and the Invention of Post Bop. Indiana University Press 2008. ISBN 978-0-253-21952-7.

Weblinks

Anmerkungen

<references/>