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Central-Theater Esslingen

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Das Central

Das Central am Rossmarkt in Esslingen ist das älteste erhaltene Kino Baden-Württembergs.

Geschichte des Hauses

Das Bauwerk, in dem sich das Kino befindet, wurde 1629 unter dem Namen „Herberge zum Hammel“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt und später wurde es in „Gasthaus Zum Goldenen Lamm“ umbenannt. Der Komplex umfasst im 18. Jh. insgesamt sechs Gebäude. Aus dem 18. Jh. stammen u. a. das giebelseitige, korbbogige Portal sowie aufwendig gearbeitete Türblätter und Zierbeschläge eines Fensters. 1861 erfolgte eine Erhöhung um ein Stockwerk, die ehemaligen Ställe und Scheunen wurden um die Mitte des 19. Jahrhunderts in eine Brennerei und eine Bierbrauerei umgewandelt. Der Umbau für die Esslinger Vereinigte Kinematographen GmbH erfolgte 1913 durch Karl Junge 1913, bei dem das Kino mit ca. 300 Sitzplätzen in die Ökonomieräume des Gasthauses eingebaut wurde. Den Außenbau bestimmt seitdem die für die Zeit charakteristische neuklassizistische Formensprache: symmetrische Gestaltung durch axiale Fensteranordnung, vertikale und quadratische Relieffelder, das die Fenster des 2. OG bekrönende Motiv eines Hochovals. Das abgerundete Vordach ist eine Ergänzung der Nachkriegszeit. Die neuklassizistische Formensprache prägte auch das Innere. Im kreisförmigen Foyer der Kassenraum mit urspr. Ausstattung. Der Boden des Zuschauerraums mit Parkett und Loge steigt nach hinten an. Kannelierte Pilaster unterteilen die Wandflächen, den Wandabschluss zur Decke bilden Friese mit Zahnschnitt, die Flachdecke mit Unterzügen ist kassettiert. Die Wandfelder zwischen den Pilastern zierten stuckierte Vasenmotive und gemalter Rankendekor. An der Stirnseite des Raumes ehemals die kleine Projektionsfläche mit davor gelegenem Orchestergraben. Die urspr. Raumfassung war stark farbig, in Rot-, Blau- und Goldtönen gehalten. Dieser Raumeindruck wurde 1948 durch Neuanstrich und Anbringung von Wandbespannungen verändert, aus dieser Zeit die Beleuchtungskörper sowie die Bestuhlung. Ebenfalls erhalten sind Teile der technischen Ausstattung, v. a. die noch funktionsfähige Filmprojektionstechnik aus den späten 1930er/40er Jahren, zwei Säulenmaschinen vom Typ B 8 A für Überblendbetrieb der Stuttgarter Firma Eugen Bauer, ausgerüstet mit Kohlelichtbogenlampen. Das Central-Theater dokumentiert die Frühphase der Kinoarchitektur bis ca. 1910, in der Kinos häufig in Nebenräumen von Restaurationsbetrieben oder in Geschäften eingerichtet wurden. Mit seiner gehobenen Ausstattung steht es jedoch am Beginn der Entwicklung vom sog. Ladenkino hin zu eigenständigen Kinobauten mit künstlerisch anspruchsvoller Innenausstattung. Es ist ein Zeugnis bedeutender Entwicklungsstufen sowohl der Kinoarchitektur als auch der Filmprojektionstechnik und ist als ältestes noch original überliefertes Kino Baden-Württembergs von hohem Seltenheitswert.<ref>Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.</ref>

Geschichte des Kinos

1913 wurde das Lichtspieltheater mit etwa 300 Sitzplätzen als drittes Kino Esslingens im Südflügel des Gebäudes eingerichtet. Der Nordflügel mit dem barocken Portal blieb Gastwirtschaft. Seit 1986 steht das Kino unter Denkmalschutz.

Heute dient das Haus auch als Kulturtreff und Kleinkunstbühne. Seit Januar 2018 agiert in den Räumlichkeiten der Verein Kunstdruck CentralTheater mit Theater, Gastspielen und Workshops.<ref>schauspiel-kunstdruck.de</ref>

Ausstattung

Das Kino arbeitete bis zur vorläufig letzten Vorführung 1989 noch mit B-8-Projektoren von Bauer und ist noch mit der originalen Ausstattung der 1950er-Jahre eingerichtet. Der Heizkörper im runden Foyer ist neubarock. Hinter einer Wandbespannung blieben neoklassizistische Stuckornamente bewahrt. Ein Pressebericht von der Eröffnung lobt die Wirkung der „vornehmen architekturstimmungsvollen Farbengebung“. Offenbar war ursprünglich der gesamte Zuschauerraum mit Wandmalereien geschmückt. Das Agraffenmotiv ist zum Teil in Reliefform ausgearbeitet und erhalten geblieben.

Von 2005 bis 2017 wurde das Central renoviert. Dabei wurde unter der Loge eine Nische mit Originalbemalung aus dem Jahr 1913 entdeckt; ebenso wurden die originale Kassettendecke und die ursprüngliche Projektionsfläche freigelegt. Im Zuge der Renovierungsbestrebungen wurden Spendengelder durch Vermittlung von Patenschaften für die denkmalgeschützten Kinositze gesammelt, da die Gelder, mit denen verschiedene Stiftungen die Renovierung unterstützten, nicht ausreichten.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

Koordinaten: 48° 44′ 26″ N, 9° 18′ 18,5″ O

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